Preisverfall in der Eurozone gestoppt
Draghis Geldspritze scheint zu wirken

Erstmals seit vier Monaten sind die Preise in der Eurozone im April nicht mehr gefallen. Damit schwindet die Gefahr eines breiten Preisverfalls. Das könnte auch an den massiven Anleihekäufen der EZB liegen.
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Brüssel, LuxemburgEZB-Chef Mario Draghi kann ein bisschen aufatmen. Erstmals seit vier Monaten sind die Preise in der Euro-Zone im April nicht mehr gefallen. Die Inflationsrate lag im April bei 0,0 Prozent, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat am Donnerstag bekanntgab. Im Januar waren die Preise noch um 0,6 Prozent zurückgegangen und im März um 0,1 Prozent. Dies hatte Sorgen bei der Europäischen Zentralbank (EZB) vor einem konjunkturschädlichen Preisrutsch auf breiter Front ausgelöst. Denn stabile Preise sehen die Währungshüter nur bei Teuerungsraten von knapp unter zwei Prozent gewährleistet.

Ein wichtiger Grund für die schwache Preisentwicklung ist der niedrige Ölpreis. So kostete Energie im April durchschnittlich knapp sechs Prozent weniger als vor einem Jahr. Ohne Energie lag die Inflationsrate deutlich höher – bei 0,7 Prozent. In Deutschland stiegt der reguläre Verbraucherpreisindex im April an. Der typische Warenkorb kostete 0,4 Prozent mehr als im April 2014.

Einige Ökonomen führen den sich jetzt abzeichnenden leichten Preisauftrieb im Euro-Raum auf die ultralockere Geldpolitik der EZB zurück. Die Zentralbank hatte ab Sommer 2014 zum Beispiel einen Strafzins für Bankeinlagen eigeführt und im Januar Anleihekäufe in Höhe von zunächst 1,1 Billionen Euro bis September 2016 beschlossen.

Sie will damit die Inflation im Euroraum wieder in Richtung ihres langfristigen Zielwerts von unter, aber nahe zwei Prozent treiben. Viele Befürworter der Anleihekäufe argumentieren, dass diese von den Märkten schon 2014 antizipiert worden seien und sich deshalb schon jetzt auswirken.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Mallien Jan
Jan Mallien
Handelsblatt / Geldpolitischer Korrespondent

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