Quantitative Easing

Deutsche Bank erwartet massive Anleihekäufe der EZB

Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank rechnet damit, dass die EZB dem Vorbild der amerikanischen Notenbank folgt und massiv Wertpapiere kauft. Dies sei das einzige durchschlagende Mittel, um die Wirtschaft anzukurbeln.
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Die Zentrale der Europäischen Zentralbank in Frankfurt. Quelle: dpa

Die Zentrale der Europäischen Zentralbank in Frankfurt.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Deutsche Bank erwartet bei einer andauernden Wirtschaftsflaute in der Euro-Zone massive Wertpapierkäufe der EZB nach dem Vorbild der USA. "Wenn das Wachstum unter zwei Prozent bleibt, dann wird es enormen Druck auf die EZB geben, Quantitative Easing (QE) zu betreiben", sagte der Chefvolkswirt des Branchenprimus, David Folkerts-Landau, am späten Mittwochabend in Frankfurt.

Andere Instrumente, mit denen die Europäische Zentralbank (EZB) versuchen könnte, die maue Erholung der Konjunktur in der Euro-Zone zu unterstützen, dürften seiner Ansicht nach keine durchschlagende Wirkung entfalten. "Am Ende wird die EZB wohl echtes 'Quantitativ Easing' betreiben müssen."

Die Deutsche Bank ist das erste große deutsche Institut, dass eine solche Prognose wagt. Zuvor hatte die französische Großbank BNP Paribas von der EZB ein Kaufprogramm für Staatsanleihen nach US-Vorbild gefordert, sollten die Risiken zunehmen, dass die Euro-Zone in eine Spirale nachgebender Preise und sinkenden Wirtschaftswachstums abgleiten. Unlängst hatte EZB-Direktor Benoit Coeure davor gewarnt, "spektakuläre Schritte" von der Zentralbank zu erwarten.

Folkerts-Landau räumte allerdings ein, dass es sich um ein ziemlich extremes Szenario handele, bei dem er so weitgehende Schritte der Notenbank nicht ausschließen möchte. Zudem müssten bis dahin noch enorme politische Widerstände überwunden werden, etwa aus Deutschland und vor allem von Seiten der Bundesbank, die 'Quantitative Easing' vehement ablehnt.

Die EZB hatte im November ihrem Leitzins auf das Rekordtief von 0,25 Prozent gekappt und sich ausdrücklich die Tür für weitere Maßnahmen offen gehalten, um die Konjunktur auf Trab zu bringen. Denkbar sind etwa negative Zinsen, also Strafgebühren für Banken, die keine Kredite vergeben, weitere Geldspritzen für das Finanzsystem oder eben der Ankauf von Wertpapieren.

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  • »Deutsche Bank erwartet massive Anleihekäufe der EZB«

    Mutti wird es zu verhindern wissen und »Gollum« sowieso ;–))


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  • Quantitative Easing = massenhafte Erleichterung? ...weil der Duck so groß ist? Wäre schön, wenn das live im Fernsehen übertragen würde...

    An sich schade, das sich nicht das römische Zahlensystem durchgesetzt hat. Jetzt kann man ja einfach immer wieder eine Null hinten anhängen und es geht einfach so weiter. Bis man über einen Mindestlohn von 12,50€ diskutiert werden wir uns schon längst an Staatsschulden in Trillionenbeträgen gewöhnt haben und Politiker werden darüber diskutieren, das man "unseren Kindern" solche eigentlich nicht hinterlassen darf.
    Da ist es gut, das unsere Kinder gar nicht so schnell älter werden können, wie ihre Schulden wachsen...

  • Die Eurozone steckt fest, leider jedoch kaum ein Grund für Berlin, hier einmal hart auf den Tisch zu hauen.

    Die Südzone steckt in der Wettbewerbs- und Überschuldungsfalle des Euro, die eigene volkswirtschaftliche Basis hat einen jahrelangen Erosionsprozess hinter sich, die Massenarbeitslosigkeiten sind atemberaubend, deren Bankensektoren bedürfen der permanenten Stützung durch die EZB und durch die Rettungsfonds.

    Die EZB fährt ja schon seit Jahren eine quasi monetäre Staatsfinanzierung über den Umweg der Geschäftsbanken, subventioniert und finanziert die Eurosüdstaaten und Eurosüdbanken. Stichwort: LTRO, ELA, Target II, SMP, OMT, Dauerniedrigstzinen. Eine leichte Entspannung gab es zwar, aber die dortigen Probleme sind immer noch gewaltig.

    Die Buba ist nur noch ein Schatten ihrer selbst, Schwachwackelkandidaten bestimmen die Geld- und Währungspolitik der EZB, nicht gerade zum Schaden von Wolfgang Schäuble. Die ökonomischen Ungleichgewichte sind nach wie vor stark ausgeprägt, der Weg in die weitere Haftungsvergemeinschaftlichung, der Dauermonetarisierung durch die EZB ist kaum mehr aufzuhalten. Ernsthafter Widerstand aus Berlin ist kaum zu erwarten, Draghi macht die eigentliche Arbeit im Hintergrund. Selbst die bisherigen Maßnahmen reichen kaum, eine europäische Bankenunion, eine europäische Arbeitslosenversicherung, Eurobonds und ein Eurosoli stehen auf der neuen Euroagenda in Brüssel.

    Diese dysfunktionale und fragmentierte Währungs- und Wirtschaftszone mit ihrem Währungsexperiment Euro, geschaffen von politischen und ökonomischen Eliten, erreicht jeden Tag neue Dimensionen. Dabei will man diese Währungszone noch weiter ausbauen, dabei sind heute schon viele Eurostaaten de facto pleite, wie auch viele deutsche Städte und Kommunen. Für Berlin kein Grund zum Umsteuern. Man schweigt, färbt schön, beschwört die europäische Solidarität und schwelgt in höheren Spharen.

    Berlin schaut zu, duckt sich weg und schweigt.

    Wie lange noch ????????

  • schon wieder was geraucht, oder ?

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