Ratssitzung
EZB hat kaum noch Munition

Die Europäische Zentralbank lässt den Zins im Euroraum auf dem bisherigen Niveau. Sie könnte aber andere Maßnahmen beschließen, um der Wirtschaft auf die Sprünge zu helfen.
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Die Europäische Zentralbank hat am Donnerstag die Zinsen auf dem Rekordtief von 0,75 Prozent belassen. Die Notenbanker erwägen aber, die Wirtschaft in der Eurozone auf andere Art zu stützen.

Die aktuelle Wirtschaftslage ist nach wie vor mies - fast alle Länder der Euro-Zone stecken tief in der Rezession. Hinzu kommt, dass sich die Stimmung nach dem Wahl-Chaos in Italien und der holprigen Zypern-Rettung deutlich verschlechtert hat. Da die Inflation zuletzt auf 1,7 Prozent gefallen ist, hätte die EZB zudem noch Spielraum für eine weitere geldpolitische Lockerung.

Viele Experten zweifeln jedoch, ob eine Zinssenkung der Wirtschaft überhaupt noch Schwung bringen kann. Für einen echten Effekt, heißt es etwa aus der Bundesbank, sei der Leitzins schon viel zu niedrig.

Das wichtigste habe die EZB mit ihrem Anleihekaufprogramm OMT bereits getan, sagt Christian Schulz, Ökonom von der Berenberg Bank. Damit habe sie ihre Möglichkeiten aber weitgehend ausgeschöpft. "Alle Optionen, die noch auf dem Tisch liegen,  bergen erhebliche Risiken."

Dennoch könnte die EZB punktuell etwas machen. Mehrere Ratsmitglieder haben Maßnahmen ins Spiel gebracht, um die schwache Kreditvergabe für kleine und mittelständische Unternehmen anzukurbeln. EZB-Vizepräsident Constancio meinte, dass nicht alle Banken die Möglichkeit genutzt hätten, Kredite als Sicherheiten zu hinterlegen. Die EZB könnte die Finanzierung für mittelständische Unternehmen attraktiver machen, indem sie bestimmte Mittelstandskredite als Sicherheiten akzeptiert. Davon würden allerdings eher größere Mittelständler in Deutschland profitieren, vermutet Schulz.  

Theoretisch denkbar wäre auch, dass die EZB Unternehmensanleihen kauft. Direkt würden davon zwar eher große Unternehmen profitieren. Indirekt könnte sich das jedoch auch für die anderen auszahlen. Doch die Wahrscheinlichkeit ist eher gering.

"Selbst Zentralbanken, die deutlich aggressiver gegen die Wirtschaftsflaute vorgehen, sind damit sehr vorsichtig," sagt Christian Schulz. Die Frage dabei wäre, welche Anleihen die EZB kaufen sollte? Bei deutschen Unternehmensanleihen sind die Zinsen bereits extrem niedrig – bei anderen könnten die Ausfallrisiken hingegen zu groß sein.

Mallien Jan
Jan Mallien
Handelsblatt / Geldpolitischer Korrespondent

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  • der Ausstieg aus der krisenpolitik wie Draghi sich mal ausdrückte, scheint nun vor der Tür zu stehen.

  • Alles halb so schlimm: Frankreich geht den Bach runter und Hollande wartet auf den Sieg der deutschen Sozialisten bei den Wahlen und dann gibt es Eurobonds und schon ist alles wieder gut. Na ja, wenigstens für ein paar weitere Jahre bis es dann wirklich mal ordentlich "Rummms!" macht.
    Dann waren es natürlich wieder die Spekulanten, oder doch die Nazis, oder wieder Mal die Ratingagenturen? Aber natürlich NIE und NIMMER die (unfähigen, lobbyistengesteuerten und teils korrupten) Politiker...

  • a propos Wiederbe-aff-ung: PATRONEN: Die Online-Händler können nicht liefern, weil sie trotz vieler, vieler zufriedener Kundenbewertungen dank fehlerhaft eingegebener EMail-Adresse bei paypal die - mit Käuferschutz - gesendeten Beträge nicht entgegennehmen, also keine Geschäfte auf dem normalen ebay-Wege abwicklen können. Bei jeder menge normaler sie psotiv bewertende Ebay-nuzter die jede Menge bei ebay üblicher paypal Zahlungen gemacht haben dürften wohlgemerkt.

    Man muss eben auf den Preis achten wenn man als Transferleistungskonsument (Beamte, sonstg., Arbeistlose) das Geld des Streusalzers unter die Leute bringt. Eine Diferenz von 50% im Anschaffunsgpreis der Ersatz-beschaffung für eine nicht mehr wiederbefüllbare Patrone ist da enstcheidend! Und deshalb kauft man im Internet Restposten und überbrückt Notfalls die Lieferzeit durch qualitativ moinderwertigers wiederbefüllen.

    http://central.banktunnel.eu/20130404-patrone.jpg

    Und beim Kauf von einer 343 Patrone immer an § 343 StGB denken, Nötigung (beispilsweise zur Unteralssung kritischer berichterstattung) durch Mißbrauch staatlicher Gewalt! Falls mal wieder der Sta-t kritischer Berichterstattung in der City of extrem teuro werdenden Mieten abhilfe leistet. (Man beschlagnahmt von mir aus alls Ausgaben eienr Zeitung aber doch nicht die Schreibmaschine eines Redakteurs doer die ganze Druckerei)

    http://central.banktunnel.eu/20130404-razzia.jpg

    Ist ja nicht etwa so, daß ein ganz einfacher trick wäre wie mit dem überteuerten Bio-gemüse.

    http://central.banktunnel.eu/20130403-inflation.jpg
    http://central.banktunnel.eu/20130404-utte--gemuese.jpg
    http://central.banktunnel.eu/20130404-utt--gemuese.jpg

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