Regulierungsmaßnahmen

Notenbankchef warnt vor Finanzkrise

Frankreichs Notenbankchef warnt vor einer Lockerung der Regulierungsmaßnahmen für Banken. Mit dem Vorgehen drohe eine erneute Finanzkrise. US-Präsident Donald Trump hingegen strebt solch eine Deregulierung an.
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Frankreichs Notenbank-Chef warnt vor Trumps Plänen, Regulierungsmaßnahmen zu lockern. Quelle: Reuters
Francois Villeroy de Galhau

Frankreichs Notenbank-Chef warnt vor Trumps Plänen, Regulierungsmaßnahmen zu lockern.

(Foto: Reuters)

ParisFrankreichs Notenbank-Chef Francois Villeroy de Galhau warnt mit Blick auf die USA vor einer Lockerung der nach der Finanzkrise eingeführten schärferen Regeln für Banken. Durch die Regulierung sei das Finanzsystem insgesamt sicherer geworden, erklärte das EZB-Ratsmitglied in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht zur Finanzstabilität. "Jedwede Versuchung, hier zurückzugehen oder massiv zu deregulieren, würde die Gefahr einer weiteren Finanzkrise erhöhen." Die Haltung der neuen US-Regierung hierzu ist nach Einschätzung des Gouverneurs der Banque de France entscheidend. Die Finanzminister und Notenbankchefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer kommen an diesem Donnerstag in Washington zusammen.

So gefährlich sind die größten Banken der Welt
Klasse 1 – UBS, Santander, Royal Bank of Scotland
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Der Finanzstabilitätsrat teilt die Banken in fünf Klassen ein. In der ersten Klasse befinden sich laut der vorgesellten Liste 17 Banken, die nicht als besonders systemrelevant gelten – das ist eine weniger als im Vorjahr. Diese Banken müssen ein Prozent mehr Kapital zusätzlich zu der erforderlichen Eigenkapitalquote vorhalten. Unter diesen für das System vergleichsweise nicht besonders gefährlichen Banken befinden sich zum Beispiel die Schweizer Großbank UBS, die Société Générale, die Santander, ING Bank, die Royal Bank of Scotland und Bank Morgan Stanley.

Klasse 1 – Standard Chartered
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Welche Konsequenzen der Brexit für die britische Standard Chartered haben wird, ist noch nicht absehbar. Die Bank belegt wie im Vorjahr einen Platz in Klasse 1, die einen Kapitalaufschlag von einem Prozent voraussetzt.

Neu in Klasse 1: Die Credit Suisse.
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Neu in der Klasse 1 ist die US-Bank Credit Suisse, die im Vorjahr noch mehr Kapital vorhalten musste. Jetzt beträgt dieser Zuschlag für das Schweizer Geldhaus nur noch ein Prozent. Sie hat aus Sicht der Regulierer an Relevanz verloren.

Klasse 2 – Barclays
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James Staley, seit Dezember 2015 Chef der britischen Bank Barclays, konnte die Risikoeinstufung des Geldhauses reduzieren. Barclays gehört, wie auch 2016 schon, nur noch der Klasse zwei an. Dort ist ein Kapitalzuschlag von 1,5 Prozent erforderlich.

Klasse 2 – Wells Fargo
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Wells Fargo spielt mit Barclays in einer Liga. Beide gehörten Klasse 2 an, was einen Kapitalzuschlag von 1,5 Prozent bedeutet.

Klasse 2 – Goldman Sachs
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Auch die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs wird als „systemisch“ eingestuft, sie muss 1,5 Prozent Kapitalzuschlag vorhalten.

Klasse 2 – Industrial and Commercial Bank of China
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Für genauso systemrelevant halten die Regulierer die Industrial and Commercial Bank of China. Aufschlag auch hier: 1,5 Prozent.

US-Präsident Donald Trump strebt für die heimischen Banken Erleichterungen bei der Regulierung an. Der Republikaner unterzeichnete unlängst einen Erlass, wonach das nach der Finanzkrise eingeführten Dodd-Frank-Gesetz zur schärferen Kontrolle der Banken überprüft werden soll. Das Gesetzespaket war die zentrale Antwort der USA auf die Finanzkrise von 2008, als weltweit Geldhäuser mit Hilfe von Steuermilliarden und Liquiditätsgarantien vor dem Kollaps gerettet wurden. Am Mittwoch hatten bereits die Bundesbank und die Europäische Zentralbank (EZB) vor einem Zurückdrehen der weltweiten Finanzregulierung gewarnt.

  • rtr
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