Risikogeschäfte
EZB warnt Investoren vor zu großer Risikobereitschaft

Die EZB warnt Investoren vor risikoreichen Geschäften am Finanzmarkt. Die günstige Stimmung am könne sich bald ändern, erklärt die Notenbank. Dafür gäbe es bereits Anzeichen. Die EZB befürchtet große Verluste.
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FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) warnt Investoren an den Finanzmärkten vor dem Eingehen übermäßiger Risiken. Es gebe Anzeichen dafür, dass nicht genügend beachtet werde, dass sich die aktuell günstige Stimmung am Markt schnell ändern könne, erklärte die Euro-Notenbank am Mittwoch in ihrem jüngsten Finanzstabilitätsbericht.

Es bestehe zudem die Gefahr, dass eine plötzlich eintretende Neubewertung an den Anleihemärkten für Investoren mit großen Engagements in solche Schuldentitel zu erheblichen Verlusten führen könnten. Bei Versicherern und Pensionsfonds liege der Anleiheanteil in ihren Portfolios bei fast 40 Prozent.

Insgesamt hat sich nach Einschätzung der Notenbank die Finanzstabilitätslage im Euro-Raum in den vergangenen sechs Monaten positiv entwickelt. Die Indikatoren für systemischen Stress seien niedrig geblieben. Der starke Anstieg der Preise für Kapitalanlagen in den vergangenen Jahren sei nicht von einem exessiven Kreditwachstum begleitet gewesen.

Ein Sorgenkind für die Euro-Wächter bleibt aber die vergleichsweise niedrige Ertragskraft der Banken und der nach wie vor hohe Bestand an faulen Krediten in den Bilanzen der Geldhäuser.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • "Es bestehe zudem die Gefahr, dass eine plötzlich eintretende Neubewertung an den Anleihemärkten für Investoren mit großen Engagements in solche Schuldentitel zu erheblichen Verlusten führen könnten. Bei Versicherern und Pensionsfonds liege der Anleiheanteil in ihren Portfolios bei fast 40 Prozent."


    - Versicherungen und Pensionsfonds sind verpflichtet, in sichere Assetklassen zu investieren. Sie können also garnicht anders, als einen großen Teil in Anleihen zu investieren.

    - Daß Anleihen - auch die von europäischen Südlandern - als "sicher" gelten, liegt zum großen Teil auch an der EZB, die solche Anleihen weitestgehend aufkauft - auch wenn sie alles andere als sicher sind.

    - Wie soll denn eine Neubewertung zum Schlecheren zustandekommen? Etwa durch eine Zinsanhebung im Euroraum? Die kommt wohl nicht so bald. Oder ist das eine verkappte Ankündigung derselben?

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