Schweizer Franken: Die Eidgenossen verehren einen neuen Wilhelm Tell

Schweizer Franken
Die Eidgenossen verehren einen neuen Wilhelm Tell

Der Schweizer Nationalbank-Präsident wird zum Nationalhelden: Thomas Jordan hat den Eidgenossen Selbstvertrauen zurückgegeben. Seine Entscheidung, den Franken vom Euro zu lösen, stärkt die Rechten.
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Düsseldorf„Der Mann ist fast zwei Meter groß und ein Freund klarer Ansagen.“ So hat ein Porträt im Handelsblatt begonnen, als Thomas Jordan vor drei Jahren das Amt des Nationalbank-Präsidenten in der Schweiz übernahm. Die Größenangabe stimmt noch immer, die Sache mit der klaren Ansage nicht: Jordan hat mit der Abkehr von der festen Bindung an den Euro eine 180-Grad-Wende vollzogen – und das innerhalb weniger Tage. Noch Ende letzten Jahres war ihm der Satz, wesentliches Element einer „glasklaren geldpolitischen Ausrichtung“ sei der Mindestkurs von 1,20 Franken gegenüber dem Euro, noch ohne Stottern über die Lippen gekommen.

Dennoch hat Jordan in der Schweiz am Donnerstag seinen Ruf nicht verloren, sondern gefestigt. Der Mann ist für viele Eidgenossen kein Wortbrüchiger, sondern ein Held. Roger Federer, Wilhelm Tell, Thomas Jordan – deren Bildnisse in Öl über dem Cheminée würden das Lebensgefühl zahlreicher Schweizer zutreffend illustrieren. „Die Zeit von Schönwetterkapitänen und Manager-Darstellern ist vorbei – auf geht’s!“, ruft der Kommentator eines Finanzblogs seinen Landsleuten zu und lobt Jordans Mut zur Zumutung.

Wer verstehen will, warum in unserem Nachbarland ein Mann gefeiert wird, der mit seiner Entscheidung den Wert der einheimischen Unternehmen mal eben um ein Drittel vermindert hat, der am Tag eins nach seinem Federstrich die ersten Pleiten in der Firmenwelt registrieren muss, und der seit seinem Donnerstag für Tourismusmanager zur Hassfigur aufgestiegen ist, der kommt nicht drum herum, einen Blick ins Seelenleben der Eidgenossen zu werfen.

Wie sie wirklich über Europa denken, das innerste Seelenleben nach außengekehrt, das haben die Schweizer in aller Deutlichkeit bei einer Abstimmung zu Beginn dieses Jahrtausends kundgetan. Zur Wahl stand der EU-Beitritt. Die Befürworter machten geltend, dass die Schweiz durch zahlreiche Gesetze mit der EU verbunden ist, auf die Gesetzgebung in Brüssel jedoch keinen Einfluss hat. Deswegen forderten sie Bern auf, Verhandlungen mit dem Ziel zu führen, dass das Land EU-Mitglied wird. An der Wahlurne fiel dieser Vorschlag krachend durch, knapp 77 Prozent der Wähler waren dagegen.

Die Ablehnung war der Anfang des Aufstiegs der Schweizerischen Volkspartei (SVP), die der Milliardär, Chemie-Unternehmer und erklärte EU-Kritiker Christoph Blocher anführte. Mit einer geschickten Mischung aus konservativer Wirtschaftspolitik, Schweiztümelei und EU-Ablehnung gelang es Blocher, die SVP zur stärksten Partei zu formen und selbst zumindest zeitweise ein Ministeramt zu bekleiden. Die Schweiz habe „große Chancen, wenn sie sich abmeldet aus Brüssel“, sagt Blocher.

Die SVP hat das harmonieverliebte Land, das stets von einer Allparteienregierung gelenkt wird, seither verändert. Die politischen Pole sind weiter auseinandergerückt, zwischen der weltoffeneren französischen Schweiz und Großstädten wie Zürich auf der einen Seite, und den wirtschaftlich abgehängten Kantonen wie dem Jura oder auch dem Tessin wird schärfer als jemals zuvor um Einwanderungsbegrenzung, Abzocker-Initiativen und die Höhe des Zollsatzes auf ausländische Petersilie gerungen, der schon mal mehr als 1000 Prozent für ein paar Stängel dieses grünen Krauts betragen kann.

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Jordans Waffe ist der Franken

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  • Alleine für die schweizerische Versicherungswirtschaft

    wird diese Entkoppelung keine positive Entscheidung sein.







  • Die Schweiz herunter zu reden, ist ein Hobby der Medien in Deutschland speziell.

    Das liegt daran, daß die meisten nichts von der Schweiz verstehen, nie freiheitlich gedacht oder gehandelt haben und natürlich regelmäßig unter der Fuchtel regierungsamtlich bundesdeutschen Einheitsdenkens stehen - direkt oder über ihre Führer in Redaktion oder/und Verlag. Jeder weiß das, kennt das - muß leider den entsprechenden Müll dennoch immer wieder zur Kenntnis nehmen.

    Jordan hat den Schweizern ihr Selbstbewusstsein gestärkt, nachdem sie jahrelang an dem mit Recht verhassten Euro hingen.

    Eine falsche Entscheidung nach besserer Erkenntnis zu revidieren, wäre in Rest-Europa unvorstellbar.
    Das hat uns schon zwei Weltkriege beschert.
    Nur die vermochte sich davor zu retten - wie nun schon erneut und mit großem Erfolg.

  • Der Schweizer Nationalbank-Präsident wird zum Nationalhelden: Thomas Jordan hat den Eidgenossen Selbstvertrauen zurückgegeben. Seine Entscheidung, den Franken vom Euro zu lösen, stärkt die Rechten.

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    Dieses Heldentums wird nicht von lange Dauer sein.

    Denn man hat zwar einerseits den Schweizer Franken auf der einer Seite stabilisiert...weitere Verluste aber in der Bilanz von der eine Seite in die andere verlagert.

    Sollte Europa einen krieg erspart bleiben...

    und den Freihandelsabkommen mit dem USA irgendwann

    doch zustande kommen...

    so wird sich selbst die Schweiz einem EU-Beitritt nicht entziehen können wenn die Schweiz nicht Wirtschaftlicher
    Schlusslicht von Europa werden will.

    Doch bei der aktuelle Politik in alle Angelegenheiten dass

    die EU an dem tag legt, darf man niemanden vorschlagen sich

    über einen EU-beitritt Gedanken zu machen.



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