Schweizer Notenbank
SNB hält an Negativzinsen fest

Die Schweizerische Nationalbank hat die Zinsen auf dem aktuellen Minus-Niveau belassen. Ökonomen haben mit dem Schritt gerechnet. Doch das Risiko einer weiteren Zinssenkung bleibt.

ZürichDie Schweizerische Nationalbank (SNB) hält am eingeschlagenen geldpolitischen Kurs fest und setzt zur Schwächung des Frankens weiterhin auf Negativzinsen und Devisenmarktinterventionen. Das Zielband für den Referenzzins Dreimonats-Libor beließen die Währungshüter am Donnerstag bei minus 1,25 bis minus 0,25 Prozent. Die Sichteinlagen der Banken bei der SNB werden weiterhin mit 0,75 Prozent belastet. Der Franken sei trotz einer gewissen Abschwächung in den letzten Monaten insgesamt immer noch deutlich überbewertet, teilte die Notenbank mit. Die SNB bekräftigte, dass sie bei Bedarf am Devisenmarkt intervenieren will, um Einfluss auf die Wechselkursentwicklung zu nehmen.

Ökonomen hatten das Vorgehen der Notenbank geahnt. Die Beibehaltung eines vorerst steten Kurses in der Geldpolitik gibt SNB-Präsident Thomas Jordan genügend Zeit, um die langfristigen Auswirkungen der neuen gelpolitischen Schritte der Europäischen Zentralbank (EZB) zu beurteilen - sowie einer möglichen Zinserhöhung der Federal Reserve in der kommenden Woche. Der Franken wertet zwar gegenüber dem Euro nicht mehr auf, die Schweizer Landeswährung ist im Vergleich zum Jahresbeginn aber trotzdem um elf Prozent gestiegen, was die Inflation dämpft und das Wirtschaftswachstum belastet.

„Da die Senkung des Einlagensatzes durch die EZB nur bescheiden ausgefallen ist, rechnen wir nicht damit, dass die SNB nachzieht”, sagte zum Beispiel Manuel Andersch, Ökonom der Bayerischen Landesbank in München, im Vorfeld der Zinserhöhung der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Die SNB hat schließlich nur noch ein paar Schüsse für Zinssenkungen übrig. Sie müssen diese letzten Schüsse weise einsetzen.”

Der Franken verzeichnete am 3. Dezember den stärksten Rückgang innerhalb eines Handelstages seit sechs Monaten, als die EZB ihren Einlagensatz um 10 Basispunkte verringerte und EZB-Präsident Mario Draghi eine leichte Anpassungen an seinem Anleihenkaufprogramm ankündigte. Die eidgenössische Währung notierte am Donnerstag bei 1,0838 je Euro.

„Es gibt eindeutig das Risiko einer Zinssenkung in der Schweiz, aber mein Hauptszenario ist vorerst eine Wartestellung”, sagte Ökonom Holger Sandte von Nordea. „Der Aufwärtsdruck auf den Franken ist nicht groß, und die EZB hat letzte Woche nicht stark gelockert.”

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