Sitzung der US-Notenbank
Hilf uns, Ben

Fed, EZB und die Bank of England: Es ist die Woche der Zentralbanken. Ab heute berät die US-Notenbank, ob sie der schwachen Wirtschaft erneut unter die Arme greift. Die Erwartungen an Fed-Chef Ben Bernanke sind enorm.
  • 24

New YorkEs ist längst ein Ritual. Wann immer Ben Bernanke dazu aussagen muss, ob er der taumelnden amerikanischen Wirtschaft bald abermals unter die Arme greifen wird, sagt der Präsident der US-Notenbank Fed in verschiedenen Varianten stets dies: „Die Fed steht bereit zu handeln, sollte es nötig werden“. Und jedes Mal, auch das gehört zum Ritual, legen die Märkte vor einem solchen Statement erwartungsvoll zu – um sodann wieder nachzugeben, wenn wieder einmal nichts passiert ist.

Gleichwohl gibt es gute Chancen, dass es dieses Mal anders wird. Ab dem heutigen Dienstag treffen sich die Mitglieder des mächtigen Offenmarktausschuss, um über weitere geldpolitische Maßnahmen zu beraten. Am Mittwoch folgt dann eine öffentliche Erklärung. Es ist der Auftakt zur Woche der Notenbanken: Am Donnerstag sind die Europäische Zentralbank (EZB) und die Bank of England an der Reihe.

In den USA sind die Erwartungen an die Fed gewaltig: Wie lange werden die Notenbanker noch dabei zusehen, wie sich die US-Wirtschaft mehr und mehr eintrübt? Wie die Arbeitslosenquote bei über acht Prozent festgefroren scheint und das Land immer verwundbarer wird gegenüber den Folgen der Krise in Europa?

Der Druck auf Bernanke und die Fed-Gouverneure im Offenmarktausschuss ist seit Freitag vergangener Woche noch einmal gestiegen. Da hatte das Handelsministerium die neuesten Wachstumszahlen vorgelegt, die auch die letzten Optimisten nachdenklich gestimmt haben dürften. Demnach hat das Bruttoinlandsprodukt im vergangenen Quartal nur um 1,5 Prozent zugelegt, nach revidierten zwei Prozent im ersten und 4,1 Prozent im letzten Vierteljahr 2011.

Kommentare zu " Sitzung der US-Notenbank: Hilf uns, Ben"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ja, er sollte der Welt helfen. Ein erster Schritt wäre es, eine vernünftige Notenbankpolitik aufzunehmen die Geldwertstabilität und die Stabilität des Finanzsystems auf marktwirtschaftlicher Basis gewährleistet. OHNE Garantien der Steuerzahler. Mach den Dollar wieder sicher. Und vor allen Dingen: Zeig der US-Regierung, dass diese Neuverschuldung schon viel zu weit gegangen ist.

    Leider wird das nicht passieren, die FED inkl. Mr. Bernanke ist eine kriminelle Vereinigung.

  • Ich möchte auf das Hilfsangebot(?) mit einem Rat von Carmichael antworten: "Go home, kill father and mother and hang up yourself".

  • Die Amis sollten ihren Offenmarktausschuß umbennen in Offenbarungseidausschuß.

    Irgendwann wird ja hoffentlich jemand lernen, daß man mit Geldpolitik keine über Jahrzehnte hinweg gewachsenen strukturellen Mängel besietigen kann.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%