Sorgen der Notenbanker
Zu langer Niedrigzins könnte missverstanden werden

Die Sorge, dass die momentane Niedrigzinsperiode als Verpflichtung missverstanden werden könnte, treibt die US-Notenbanker um, wie die Protokolle der letzten Sitzung zeigen. Auch sorgt die Banker der starke Dollar.
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WashingtonDie US-Notenbank Federal Reserve hadert mit ihrem Bekenntnis zu langfristig niedrigen Zinsen. Mehrere Zentralbanker sind in Sorge, dass das Signal für eine noch lange Zeit laxe Geldpolitik als Verpflichtung missverstanden werden könnte. Wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der Zinssitzung vom September weiter hervorgeht, wollen die Fed-Banker jedoch den Zeitpunkt für eine Straffung der ultralockeren Geldpolitik primär von der Konjunkturlage abhängig machen. Die ausgiebige Debatte im Entscheidungsgremium der Notenbank lässt darauf schließen, dass das Bekenntnis bereits auf der Sitzung Ende des Monats kassiert oder zumindest umformuliert werden dürfte.

Im September hatte die Fed betont, noch "geraume Zeit" nach dem für Ende Oktober anstehenden Auslaufen ihrer milliardenschweren Konjunkturhilfen die Zinsen niedrig halten zu wollen. Wie aus den Protokollen der Zinssitzung nun hervorgeht, treibt die Fed auch die Sorge um, dass die Stärke des Dollar Teilen der Wirtschaft schaden könnte. Zudem bereitet ihr die Wachstumsschwäche in Europa und der stockende Aufschwung in Asien Kopfschmerzen. Der seit Wochen auf einem Höhenflug schwebende Dollar grenzte seine Tagesgewinne nach der Veröffentlichung der Protokolle ein.

Die Zinswende wird erst für Mitte 2015 erwartet. Unter Händlern setzt sich nun jedoch verstärkt die Meinung durch, dass der Zeitpunkt dafür erst im dritten und nicht schon im zweiten Quartal kommenden Jahres kommen dürfte. Die Notenbank betreibt seit Ende 2008 eine Nullzinspolitik, um die Wirtschaft anzukurbeln und den Arbeitsmarkt auf Touren zu bringen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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