Spanien, Italien & Co „Zombie-Banken“ der EZB bedrohen die Euro-Zone

Ökonomen warnen vor einem gefährlichen Trend in der Euro-Rettungspolitik: der zunehmenden Abhängigkeit europäischer Krisenbanken von der EZB. Am Ende könnte ein „Zombie-Banken-System“ entstehen, das ganz Europa bedroht.
Update: 30.08.2012 - 16:26 Uhr 40 Kommentare
Junger Mann in einem Zombie-Kostüm läuft durch die Frankfurter Innenstadt. Quelle: Reuters

Junger Mann in einem Zombie-Kostüm läuft durch die Frankfurter Innenstadt.

(Foto: Reuters)

BerlinDie Abhängigkeit spanischer Banken von der Europäischen Zentralbank (EZB) steigt auf bedrohliche Höhen. 333 Milliarden Euro haben sich die Institute des Landes mit zwei Langfristtendern bereits bei der EZB besorgt, berichtet die Investmentbank Morgan Stanley. Insgesamt haben spanische Banken von der EZB Mittel über 402 Milliarden Euro erhalten. Das sind knapp elf Prozent der gesamten Bilanzsumme. Diese Kennziffer lag vor den beiden Langfristtendern bei weniger als 5 Prozent. Auf der anderen Seite gingen im Juli die Kundeneinlagen spanischer Banken um 74 Milliarden Euro zurück. Seit März haben die Kunden gar 147 Milliarden Euro abgezogen. Grund genug für Ökonomen, die Alarmglocke zu schlagen. Sie schließen inzwischen nicht mehr aus, dass sich Spanien unter den europäischen Rettungsschirm flüchten muss.

„Das großvolumige Refinanzieren der Banken durch den EZB-Rat hält schlechte Banken, die besser aus dem Markt ausscheiden sollten, künstlich über Wasser und ein Zombie-Bankensystem entsteht“, sagt Thorsten Polleit, Honorarprofessor an der Frankfurt School of Finance & Management, im Gespräch mit Handelsblatt Online. Allenfalls im Zuge einer Politik, marode Banken aus dem Markt zu befördern, wäre die Refinanzierung durch die Zentralbank vielleicht zu rechtfertigen: Unprofitablen Banken müsse das Neugeschäft untersagt werden, sie müssten abgewickelt werden, unterstreicht Polleit.

Für Ökonomen wie Polleit steht außer Frage, dass die EZB mit ihren Liquiditätsspritzen am Ende Ländern wie Spanien einen Bärendienst erweist. Denn vermeintlichen Hilfen sind in Wirklichkeit eine große Mogelpackung, die es in sich hat und die Euro-Zone als Ganzes bedrohen.

Der Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, spricht gar von einem "dramatischen Liquiditätsabfluss" und wertet dies als Ausdruck des Misstrauens in das spanische Bankensystem. "Dies kann nur durch eine klare Entscheidung der EZB für einen Anleihenaufkauf auch von spanischen Staatsanleihen aufgefangen werden", sagte Horn Handelsblatt Online. Dies stabilisiere zum einen die Banken direkt auf der Vermögensseite und zum anderen verschaffe es dem spanischen Staat günstigere Möglichkeiten sich zu refinanzieren.

"In einem solchen Rahmen besteht keine Gefahr eines Zusammenbruchs des spanischen Bankensektors mehr, und die Anleger würden zurückkehren", ist sich Horn sicher. Dieses Vorgehen der EZB setze aber voraus, dass Spanien sich unter den Rettungsschirm begebe, um die Auflagen zu erfüllen, die "hoffentlich in vernünftigerer Weise gestaltet" würden als für Griechenland.

DIW-Ökonom fürchtet geldpolitische Konflikte in der Euro-Zone
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40 Kommentare zu "Spanien, Italien & Co: „Zombie-Banken“ der EZB bedrohen die Euro-Zone"

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  • STOPPT DEN ESM!!!

    http://www.stop-esm.org/unterzeichner

  • Der gesamte EZB "Rettungsschirm" ist in der Realitaet nichts anderes als der von den von der Regierungen der Eurozone praktizierte vorsaetzlicher Raub der erarbeiteten Volksvermoegen. Diese hochkriminellen Handlungen, die realen Auspluenderungen der Volkswirtschaften sind per Gesetz auf Null zu stellen, die Banken zu verstaatlichen, alle Boersen sofort generell verbieten, Zinsen auf Null zu stellen, alle involvierten Personen und Gesellschaften sind voll zu enteignen, insbesondere die verantwortlichen Politiker.

  • Liebe Foristen: Gold kaufen!!!

    Herr Polleit ist Lobbyist der Degussa, Herr Belke hat erstaunlicherweise mehrere Artikel mit Herrn Polleit verfasst und Herr Burghof möchte italienischen Banken verbieten, italienische Staatsanleihen zu kaufen (würde übertragen z.B. auf Japan sofortigen Staatsbankrott bedeuten).
    Also kaufen Sie Gold!! Dann haben Sie keine bösen Euros mehr auf dem Festgeldkonto und tun sicher auch den aufgeführten "Experten" was gutes.

    Ob das allerdings für Sie im Gegensatz zu den "Experten" ein gutes Geschäft sein wird, steht auf einem anderen Blatt.

  • ach ja letze jahr noch verschwörungs theorie....
    heute schlagzeile...

  • Das Verrückte ist, dass Draghi oftmals von der Preiswertstabilität im Euroraum spicht, dabei aber keinesweg die Stabilität des Euros meint. Was er meint ist, dass er seine Mittel einsetzen will, um für alle Länder gleiche Zinsen zu schaffen.


    Spanien hätte längst seine Banken selbst rette müssen, d.h. verstaatlichen und ggf. abwickeln müssen. Und auch Garantien für die Einlagen übernehmen. Es ist doch ganz klar, dass das Kapital aus Spanien flüchtet.

  • einzig DIE BÖRSE GEHÖRT AUFGELÖST UND ABGESCHAFFT

    SIE IST DIE WURZEL ALLEN ÜBELS AUF DIESER WELT

    - Hungersnöte: obgleich genug für alle da ist

    - Kriege: um Öl, Gas, Rohstoffe, obgleich genug für alle da ist

    - Armut vieler : damit wenige den Hals mehr als übervoll kriegen

    - Erschiessungen, Denunzierungen, Überwachung :
    damit wenige die MACHT über das Geld behalten

    - Arbeitslosigkeit wo Tausende entlassen werden, Familien verzweifeln,
    nur weil 1 Million Gewinn die Aktionäre und Herren INVESTOREN nicht
    zufriedenstellt, weil es noch mehr sein muss, noch mehr, noch mehr

    - geistige Werte gehen verloren:
    weil immer mehr Menschen glauben was die Medien vorgaukeln, nämlich dass man mit an der Börse erzocktem Geld, ein glücklicheres, sinnvolleres Leben führt,
    anstatt mit anderen zusammenzuarbeit, was erschaffen, Ideen haben …..
    Sie übersehen dabei leider, welches Unglück anderer sie damit auf sich laden, welch schlimmes Karma übrigens.

    Stellt es Euch ganz ganz genau vor, jeden Tag noch genauer:

    ……die Börse wird von den Völkern abgeschafft, die Krise ist aus, ohne Zinseszins, die Investment-Giganten schließen, Rohstoffe da wo sie wirklich benötigt werden, bezahlbarer Strom, Wasser, Öl, Gas, die Würde der alten Menschen wir geachtet, die Jugend hat eine Zukunft, schuldenFREI ,keine NWO, keine EZB, kein IWF, kein ESM, Arbeit für jeden, Menschen sind wieder mehr wert als Geld und Gold,....................

    …. mein Gott, die Menschheit wäre befreit und glücklich

  • Spanische Provinzen sind Pleite, alle PIIGS-Banken haben 9,3 Billionen Schulden. Ohne EU-Subventionen haben die PIGS noch nie Wachstum geschaffen, vor dem Euro. Im Euro haben die Niedrigzinsen zu Konsumblasen (GR,Por) und Immoblasen (Irl, Spa) geführt Die Zahlungsbilanzdefizite aller PIGS haben sich im Euro verstärkt.
    Der Euro kann nur künstlich durch Gelddrucken am Leben erhalten werden. Das Schneeballsystem geht so etwas länger.
    Diese Ideologie wirft ganz Europa auf Jahre zurück. Anstatt in Bildung und Technologie zu investieren, werden Zombiebanken am Leben erhalten, bis alle Risiken beim Steuerzahler liegen und sozialisiert wurden.

  • Wann werden die Architekten und Konstrukteure des Eurosystems, das Auswüchse wie Target2 (anders als den jährliche Glattstellung in den USA und der Goldbesicherung) zulässt, endlich zur verantwortung gezogenß Seit 2008 zeichnet sich die Fehlskonstruktion, nicht nur der Zahlungsbilanzen ab.
    Die Europhantasten wollen ihre Fehler nur kaschieren, und gehen immer gewaltigere Fehler ein. Dabei: Euro vergeht, Europa besteht.

  • 'Zeitzeuge' sagt
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    Sie verschleiern, daß den ausgereichten Mitteln praktisch keine realen Werte gegenüberstehen, daß es also keine verwertbare Substanz, keinerlei Deckung gibt!
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    Und Sie verschleiern daß Sie 'mal wieder nicht wissen wovon Sie reden. Die realen Werte sind durchaus vorhanden, wenn auch nicht ganz in dem Ausmaß und in der Qualität in der das wünschenswert wäre.

    Oder warum glauben Sie wohl daß die betreffenden Banken vorher UNBESCICHERTE - nur eben etwas teuere - Interbankenkredite in Anspruch nehmen konnten?

  • Dsa Problem fängt schon bei der Ausreichung dieser Beträge an: Die EZB muß die 3 Billienen irgend jemandem aufs Konto als dessen Schulden aufbuchen, um Guthaben zum Ausreichen zu erzeugen, sie ist nicht in der "komfortablen" Lage einer FED, die "lediglich" ihre eigene Bilanz aufblasen kann. Da geht es nur noch darum: Wo ist was zu holen? Na, wo wohl, liebe DagmarK? Nicht umsonst sind Merkel und vor allem einer der bisher führenden EURO-Rettungsmaulhelden, ein gewisser Schäuble, in den letzen Tagen nicht so ruhig bis überhaupt nicht mehr vernehmbar...

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