Staatsanleihen EZB dürfte Bond-Leihen vorerst nicht ausdehnen

Die Europäische Zentralbank dürfte den Kauf von Staatsanleihen vorerst nicht weiter ausdehnen. Insidern zufolge seien dafür die politischen, rechtlichen und technischen Hürden zu hoch.
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Experten rechnen Ende März wieder mit knappen Staatsanleihen auf dem Markt, so dass mehr Geld in das Kreditgeschäft fließt und die Konjunktur ankurbelt. Quelle: dpa
Kreditgeschäft

Experten rechnen Ende März wieder mit knappen Staatsanleihen auf dem Markt, so dass mehr Geld in das Kreditgeschäft fließt und die Konjunktur ankurbelt.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) dürfte Insidern zufolge ihre Ausleihe von Staatsanleihen vorerst nicht weiter ausdehnen. Die politischen, rechtlichen und technischen Hürden dafür seien zu hoch, sagten mehrere mit den Planungen vertraute Personen am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Deshalb sei die Chance sehr gering, dass die EZB ihre Leihgeschäfte demnächst hochfahren werde. Diese wollte sich dazu nicht äußern. Die Frankfurter Währungshüter geben an diesem Donnerstag ihre geldpolitischen Entscheidungen bekannt.

Experten fürchten Ende März wieder Engpässe am Markt für Staatsanleihen, wenn Banken ihre Bücher für das erste Quartal schließen und deshalb wenig Interesse an Leihgeschäften untereinander haben dürften. Die EZB hat bislang Staatsanleihen im Wert von mehr als 1,4 Billionen Euro gekauft, um damit für Inflation zu sorgen. Das sorgt für Engpässe am Markt. Banken benötigen Staatsanleihen beispielsweise als Pfand für Clearinghäuser, wo sie Finanzgeschäfte mit anderen Parteien abwickeln.

Diese Unternehmensanleihen kauft die EZB
EZB-Anleihekäufe
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Seit dem 8. Juni kauft die Europäische Zentralbank nunmehr auch im großen Stil Firmenanleihen. Die Währungshüter versuchen über den massenweißen Kauf von Staats- und Unternehmensbonds die Rendite und damit die Attraktivität solcher Titel zu senken. Dadurch soll wieder mehr Geld in das Kreditgeschäft fließen, was Konjunktur und Inflation antreibt.  Weil die erwünschte Preisniveausteigerung immer noch weiter entfernt ist von den gewünschten zwei Prozent, verlängerte die EZB ihr Programm bereits bis zum März 2017.

Daimler
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Blieben die deutschen Autobauer im ersten Monat noch unberücksichtigt, hält die EZB inzwischen elf Schuldtitel der Stuttgarter. Auch die anderen Autobauer der Bundesrepublik finden sich inzwischen im Depot der Zentralbanker – gehören sie doch zu den zehn europäischen Firmen mit den meisten ausstehenden Anleihen.

Allianz
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Vom größten Versicherers Europas hält die europäische Zentralbank vier Anleihen. Kaufen kann die EZB bis zu 70 Prozent der ausstehenden Anleihen von Unternehmen, denen mindestens eine Ratingagentur das Gütesiegel Investment-Grade für solide Bonität gibt.

Bosch
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Die EZB hält aktuell allein 130 Anleihen von 40 deutschen Unternehmen. Dabei handelt es sich nicht nur um börsennotierte Firmen – auch Titel wie Bosch oder Würth kaufen die Zentralbanker.

SAP
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Insgesamt hält die EZB aktuell ein Volumen von etwas mehr als zwanzig Milliarden Euro in ihrem Unternehmensanleiheprogramm, welches sich Corporate Sector Purchase Programme – kurz: CSPP – nennt. Ein Teil des Geldes ging an die SAP, mit fast 100 Milliarden Euro an Marktkapitalisierung die derzeit teuerste deutsche Aktiengesellschaft.

Enel
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In Italien griffen die Geldpolitiker beim Energieriesen Enel zu. Ein Beispiel für die Anleiheintensivität der Branche, halten Draghis Mannen relativ viele Versorger-Titel.

Siemens
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Erwarb die EZB im Juni mit Siemens und RWE nur zwei deutsche Titel, sieht das ganze inzwischen anders aus. Die Zentralbanker scheinen ihre Investments auf möglichst viele Länder und Sektoren verteilen zu wollen, um besonders starke Preisverzerrungen zu vermeiden.

Bereits Ende 2016 hatte es Knappheiten gegeben – vor allem bei den wegen ihrer hohen Bonität gefragten deutschen und französischen Staatsanleihen. Dadurch schossen die Preise für Leihgeschäfte in Rekordhöhe. Um Engpässen entgegenzusteuern, akzeptiert die EZB unter Auflagen auch Barmittel als Sicherheiten. Sie hat zudem angekündigt, ab April ihre monatlichen Anleihenkäufe um ein Viertel auf 60 Milliarden Euro pro Monat zurückzufahren.

  • rtr
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  • " Die politischen, rechtlichen und technischen Hürden dafür seien zu hoch,... "


    Als ob das irgendjemand schon einmal interessiert hätte.

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