Staatsanleihenkäufe
UBS-Präsident Axel Weber kritisiert EZB scharf

Bundesbank-Chef Weidmann bekommt Unterstützung von seinem Vorgänger: Auch UBS-Präsident Axel Weber greift die EZB-Politik an. Er glaubt: Anleihenkäufe seien nicht die Lösung, sondern Ursache neuer Probleme.
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ZürichEs wird immer einsamer um Bundesbank-Präsident Jens Weidmann. Selbst Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble distanzierte sich von Weidmanns wiederholter Kritik an den Staatsanleihen-Käufe durch die EZB. Doch ganz allein ist Weidmann nicht: Unterstützung bekommt der Bundesbank-Chef nun aus der Schweiz - von seinem Amtsvorgänger Axel Weber.

Weber, der heute Präsident des Verwaltungsrates der Großbank UBS ist, kritisierte die EZB-Politik bei einem Vortrag an der Universität Basel mit deutlichen Worten: Er fürchte, dass "von der Niedrigzinspolitik und der Expansion der Notenbank-Bilanzen neue Verwerfungen an den Finanzmärkten ausgehen können." Sprich: Die Staatsanleihenkäufe seien nicht die Lösung der Eurokrise, sondern die mögliche Ursache neuer Probleme. Noch nie hätten Notenbanken seit dem zweiten Weltkrieg derart massiv in den Wirtschaftskreislauf eingegriffen, so Weber.

Der Ex-Bundesbankpräsident bleibt damit seiner Linie treu. Als die EZB im Zuge der Eurokrise im Frühjahr 2011 zum ersten Mal beschloss, Anleihen von Euro-Krisen-Staaten zu kaufen, um deren Zinskosten zu dämpfen, wollte der damalige Bundesbank-Präsident diese Politik nicht mittragen - und trat zurück. Dabei hatte Weber gute Aussichten, den Vorsitz der EZB zu übernehmen.

Doch der streitbare Wirtschaftsprofessor vertritt auch heute noch die strikte Linie der Bundesbank, dass sich eine Notenbank nur auf die Verteidigung der Geldwertstabilität konzentrieren darf. Dehnt sie ihr Mandat zu weit aus - wie jetzt die EZB - gerät sie unter verstärkten Rechtfertigungsdruck seitens der Politik und droht damit ihre Unabhängigkeit zu verlieren.

Daher mahnte Weber in Basel: "Die geldpoliltischen Maßnahmen der EZB haben zwar eine gewisse Beruhigung gebracht, ich bin aber davon überzeugt, dass die Geldpolitik nicht grundlegenden Schwachstellen im Gefüge der Währungsunion lösen kann."

Weber vermisste aber den Willen der Politik, die Strukturschwächen ernsthaft anzupacken. "Die schwierigen Lösungen, die strukturellen Lösungen, sind jedoch derzeit nicht auf der Agenda der Politik, die jetzigen Lösungen können das Problem aber nur in der Zeit verschieben", mahnte der Ex-Bundesbank-Präsident.

Sein Nachfolger an der Spitze der Bundesbank, Jens Weidmann, wird solche Worte sicher gerne hören.

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  • Die Problematik , die Sie so dringend beschäftigt kenne
    ich nicht. Ich bin nicht reich aber ich bin bei Gott auch nicht arm und mein Vermögen ist nicht weniger geworden. Es wächst mal mehr , mal weniger. Zur Zeit mehr.
    Also reden Sie bitte nicht so eine gequirlte S.. Hier hat es tatsächlich nur mit tumben Abneigung gegenüber dem Italiener Draghi, der es wagt den Weidmann zu stutzen. Ein Italiener aus dem Pleitestaat namens Italien Heimat der Mafia, wo alle Italiener mafiosi sind
    und die guten Deutschen hemmungslos betrügen.
    Diese Deutschen - leider viel zu viele - famose Wirtschaftsexperten ignorieren hartnäckig, daß Italien ein Geber-Land ist und zwar das Drittgrößte in der EU mit einer Haftung von 130 Milliarden ( Deutschland 190 und Frankreich 140 )und von Deutschland kein Geld will,weil es nicht nötig hat. Nur passt es nicht ins Konzept der großkotzigen Tschörmans, daß Italien nicht auf Deutschland angewiesen ist und sein wird.

  • @apt3843
    Ich hoffe, Sie sind in den 50ern, haben fleißig gespart und auch noch eine Lebensversicherung oder eine private Rentenversicherung abgeschlossen. Dann werden Sie nämlich demnächst feststellen, WARUM hier immer wieder kritisiert wird. Sie werden für Ihre Guthaben minimale Zinsen bekommen und praktisch keine Überschussbeteiligungen mehr. Ihr Guthaben wird im Gegenzug Jahr für Jahr weniger Kaufkraft haben, so dass Sie im Rentenalter vermutlich zu einem Sozialfall werden – zumindest aber werden Sie sich nicht den erhofften Lebensstandard leisten können.
    Wenn Sie DAS nicht weiter stört…
    Aber natürlich ist es viel einfacher, alle Kritiker mit dem typischen Gutmenschen-Argument zu überfahren: Ausländerfeindlichkeit!! Das passt anscheinend irgendwie immer.
    Glauben Sie im Ernst, die Kritiker würden verstummen, wenn Draghi KEIN Italiener wäre?
    Sie sind um Ihr simples Weltbild ja schon beinahe zu beneiden – bringt es Ihnen doch offensichtlich eine zweifelsfreie Welt. Nach Mattheus 5,4 sind sie aber immerhin ein vorbildlicher Christ: selig sind die da geistig arm sind, denn ihrer ist das Himmelreich.

  • Ich finde es kläglich, wie wenig Zuspruch Herr Weidmann für seine Konsequenz erhält - aus allen Lagern der dt. Gesellschaft und Politik. Was für ein Spiel spielen Fr. Merkel und Hr. Schäuble, wenn sie vorherum Herrn Draghi das Wort reden und im Stillen Jens Weidmann zum Amtsverbleib überreden. Suchen die nur nen Badboy, um selbst nach aussen den europäischen Schulterschluss zu demonstrieren und die Guten (aka Angepassten) sein zu können?
    Das Schlimme an der ganzen Sache sind doch die ständigen Rechtsbeugungen und -brüche. Was nutzen Spielregeln, wenn sich nachher keiner dran hält und es alle OK finden?!
    Oder das Gemauschle im B-Tag. Da haben Volksvertreter eine eigene Meinung, gehen in die Fraktionssitzung und kommen mit einer glattgebügelt Einheitsmeinung wieder heraus! Was geht da vor sich?
    DAS ist, was den Bürger und Steuerzahler verzweifeln lässt und den Totalverlust an Vertrauen bewirkt.
    Nun wieder beim aktuellen ESM-Urteil: Das Haftungslimit darf nur überschritten werden, wenn der B-Tag zustimmt. Aha, damit ist das Limit jetzt schon ausser Kraft gesetzt!
    Mit Deutschtümelei hat das nichts zu tun, nur mit klarem Verstand.
    Ich bin froh, dass sich Herr Weidmann diesen noch nicht hat rauben lassen. Und ich bin weiterhin froh, dass Herr Weber zu ihm steht! Ja, das Bundesverdienstkreuz für die beiden, wie oben vorgeschlagen, ich wär dafür! :-)

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