Stresstest für Banken
Bundesbank: EZB hat Finanzsystem stabilisiert

Die Ergebnisse des EZB-Stresstests sind noch gar nicht veröffentlicht worden - schon zieht die Bundesbank ein positives Fazit. Der Fitnesschecks habe die Finanzinstitute gestärkt, das Bankensystem sei deutlich sicherer.
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WashingtonNoch ist Bankenprüfung der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht abgeschlossen, aber für Bundesbank-Vorstandsmitglied Andreas Dombret ist die Maßnahmen bereits ein Erfolg. „Schon jetzt steht fest, dass die Übung ein Erfolg ist, weil die europäischen Banken ihre Bilanzen mit rund 200 Milliarden Euro gestärkt haben“, sagte Dombret dem Handelsblatt. Dies sei über Kapitalerhöhungen, einbehaltene Gewinne, den Abbau von Risiken und den Verkauf von Kreditportfolios geschehen. „Das Bankensystem ist dadurch schon heute sicherer.“

Gleichwohl bleibt nach Ansicht des Bundesbank-Vorstands der Druck auf die Kreditwirtschaft groß. „Das Niedrigzinsumfeld stellt die Ertragslage zusehends vor Herausforderungen“, sagte er. Dies drohe mit wachsender Dauer nicht zuletzt auch die bislang robusten kleinen, regional verankerten Institute unter Druck zu setzen.

Zum Ausgang und zu den Konsequenzen der Bilanzprüfung wollte Dombret nicht Stellung nehmen. In Deutschland gilt insbesondere die HSH Nordbank als Wackelkandidat. Die Landesbank leidet seit Jahren unter der Krise in der Schifffahrt. Sie hatte im August in ihrem Geschäftsbericht selbst vor dem Risiko gewarnt, die Anforderungen der Prüfer nicht zu erfüllen.

Die mit Spannung erwarteten Ergebnisse des Stresstests der Europäischen Zentralbank (EZB) werden am 26. Oktober veröffentlicht. Die EZB, die am 04. November die Oberaufsicht über die führenden Banken der Euro-Zone übernimmt, hatte die größten 130 Institute in den vergangenen Monaten eingehend geprüft. In Deutschland mussten sich unter anderen die Deutsche Bank und die Commerzbank stellen.

Bei einer Fortdauer des Niedrigzinsumfelds könne das schon bestehende Rückschlagspotenzial an den derzeit teilweise hochbewerteten Unternehmensanleihemärkten weiter steigen, sagte Dombret. „Im Falle einer abrupten Zinswende oder zunehmender geopolitischer Spannungen müssten sich Banken und andere Investoren auf mögliche Verluste an den Unternehmensanleihemärkten einstellen“, warnte der Bundesbank-Vorstand.

Eine Deflation in der Währungsunion fürchtet Dombret hingegen nicht. „Wir halten das Deflationsrisiko in der Euro-Zone für sehr gering und sehen gegenwärtig auch keines der typischen Deflationsmerkmale, wie etwa einen Aufschub bei größeren privaten Anschaffungen“, sagte Dombret. Nach Ansicht der Bundesbank habe die Teuerung ihren Tiefststand inzwischen erreicht. Für die kommende Zeit rechne man wieder mit allmählich ansteigenden Raten.

Das vollständige Interview mit Andreas Dombret finden Sie als Digitalpass-Kunde hier zum Download.

Kommentare zu " Stresstest für Banken: Bundesbank: EZB hat Finanzsystem stabilisiert"

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  • @Helmut Metz

    "Unser Geld- und Finanzsystem basiert vereinfacht gesagt auf den zwei Komponenten Aufschuldung und Lügen"

    Sie haben die dritte Komponente vergessen: Enteignung.

  • Der Hausverstand sagt: es gibt in der Geschichte keine durch Schulden respektive Kreditexpansion ausgelöste Krise, die durch das Erzeugen von noch mehr Schulden gelöst werden konnte.
    Unser Geld- und Finanzsystem basiert vereinfacht gesagt auf den zwei Komponenten Aufschuldung und Lügen. Je näher wir dem Ende kommen (aufgrund der Exponentialfunktion des Zinseszins), umso exzessiver muss daher auch die Lügerei werden. Da besteht also in der Tat eine positive Korrelation. ;-)

  • 130 banken und 200 Milliarden mehr Eigenkapital.
    Das sind Zahlen die sich nach dem Komma ausdrücken.
    Also nix ist anders geworden. Ein neues Nebelkerzchen
    namens Stresstests. Einfach lächerlich die Lügerei.

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