Stresstest für Banken

EZB holt sich Hilfe von Beraterfirma

Beim diesjährigen Bankenstresstest erhält die ETB Unterstützung von einer Beraterfirma aus den USA. Die Consulting-Tochter BlackRock Solutions soll bei der Überprüfung der Geldhäuser helfen.
Die EZB bekommt beim Bankenstresstest externe Unterstützung. Quelle: dpa
Europäische Zentralbank

Die EZB bekommt beim Bankenstresstest externe Unterstützung.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) holt sich für ihren diesjährigen Bankenstresstest Hilfe von Finanzberatern. Die Consulting-Tochter BlackRock Solutions des weltgrößten Vermögensverwalters BlackRock unterstützt die EZB-Bankenwächter bei ihrem Belastungstest, wie die Notenbank und das US-Unternehmen am Mittwoch mitteilten. BlackRock Solutions besitzt unter anderem Experten zur Erkennung von Gefahren in den Geschäftsmodellen oder zur Bewertung von riskanten Krediten. Dem Stresstest werden nach früheren Angaben annähernd 40 große Geldhäuser der Euro-Zone unterzogen. Dabei soll geprüft werden, wie sich die Banken im Falle einer Krise schlagen.

Die Vertraulichkeit der Informationen sei bei der Zusammenarbeit gewährleistet, sagte ein EZB-Sprecher. Das Beratergeschäft der Gesellschaft sei von anderen Teilen des Unternehmens getrennt. BlackRock verwaltet ein Anlagevermögen von rund 4,7 Billionen Dollar. Dazu gehören Beteiligungen an allen großen europäischen Banken – auch an der Deutschen Bank. Deutschlands Branchenprimus wird von den EZB-Aufsehern ebenso durchleuchtet wie die Commerzbank oder der Autofinanzierer VW Financial Services.

Diese Banken sind groß – und daher gefährlich
Klasse 1
1 von 12

Der Finanzstabilitätsrat teilt die Banken in fünf Klassen ein. In der ersten Klasse befinden sich laut der vorgesellten Liste 18 Banken, die nicht als besonders systemrelevant gelten – eine mehr als im Vorjahr. Sie müssen nur ein Prozent Kapitalzuschlag vorhalten. Unter diesen nicht besonders gefährlichen Banken befinden sich Geldhäuser wie die Schweizer Großbank UBS, die Société Générale, die Santander, Credit Agricole, die Royal Bank of Scotland und die Bank of China. Neu hinzugekommen in diese Gruppe ist die US-Bank Morgan Stanley, die im Vorjahr noch einen höheren Kapitalpuffer vorhalten musste.

Klasse 2 – Morgan Stanley
2 von 12

Die amerikanische Großbank Morgan Stanley landet auf Platz 11. Sie muss 1,5 Prozent Kapitalzuschlag vorhalten. Seit der weltweiten Finanzkrise konzentriert sich Morgan Stanley stärker auf die Vermögensverwaltung. Damit soll das Geschäft weniger schwankungsanfällig werden.

Klasse 2 – Mitsubishi UFJ FG (MUFG)
3 von 12

Die Mitsubishi UFJ FG (MUFG) muss ebenfalls 1,5 Prozent Kapital als Zuschlag vorhalten. Zu der japanischen Holdinggesellschaft gehört die Bank of Tokyo-Mitsubshi UFJ. Die Bankengruppe gehört im japanischen Leitindex Nikkei neben Toyota, Toshiba und Sony zu den Schwergewichten. Japanische Banken wie die MUFG profitieren derzeit von der extrem expansiven Geldpolitik der japanischen Notenbank. Sie erzielen bessere Ergebnisse als ihre schwächelnden Konkurrenten in Europa.

Klasse 2 – Goldman Sachs
4 von 12

Auch die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs wird als „systemisch“ eingestuft, sie muss 1,5 Prozent Kapitalzuschlag vorhalten. Im Sommer litt die Bank unter der Flaute an den Märkten. Ein florierendes Beratungsgeschäft bei Fusionen und Übernahmen (M&A) konnte das dritte Quartal nicht retten: Der Nettogewinn brach um mehr als ein Drittel ein.

Klasse 2 – Credit Suisse
5 von 12

Die zweitgrößte Schweizer Großbank Credit Suisse gilt als gefährlicher als ihr Konkurrent UBS. Der neue Chef der Bank, Tidjane Thiam, baut das angeschlagene Institut derzeit kräftig um. Er kündigte eine Kapitalerhöhung, einen Sparplan und einen Vorstandsumbau an. Aufschlag: 1,5 Prozent.

Klasse 2 – Bank of America
6 von 12

Das größte Kreditinstitut der USA, die Bank of America, landet auf Platz 7 (Aufschlag: 1,5 Prozent). Die Bank hat die Finanzkrise überstanden und schreibt inzwischen wieder schwarze Zahlen.

Klasse 3 – Deutsche Bank
7 von 12

Die Deutsche Bank ist das einzige deutsche Geldhaus, das vom Finanzstabilitätsrat als systemrelevant eingestuft wird. Sie muss zwei Prozent Kapital vorhalten. Der britische Neu-Chef John Cryan greift momentan durch und zeigt mit einem umfangreichen Stellenabbau und dem Streichen der Dividende Härte.

  • rtr
Startseite
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%