Tagesordnung der EZB
Draghi weckt gewaltige Erwartungen

Die Erwartungen an die Sitzung des EZB-Rates sind groß. Inzwischen kursieren viele Details zum geplanten Staatsanleihenkauf - doch ob der Vorschlag von EZB-Chef Draghi wirklich beschlossen wird, ist offen.
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Die Spanier erwarten voller Spannung die Stippvisite von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Madrid - doch noch gespannter blicken sie heute nach Frankfurt, zur Europäischen Zentralbank (EZB). Das Land, derzeit das Epizentrum der Euro-Krise, hofft inständig, dass der Zentralbankrat Klarheit über ein neues Programm zum Kauf von Staatsanleihen bedrängter Euro-Staaten beschließt. EZB-Präsident Mario Draghi hat es aus spanischer Sicht in der Hand, den Druck der Finanzmärkte zu mildern.

Regierungsvertreter aus Madrid, Rom und Paris haben die EZB ebenso zu entschlossener Hilfe aufgefordert wie der Chef der Industrieländerorganisation OECD, Angel Gurria. Die Finanzmärkte haben die erwarteten Käufe schon vorweggenommen - die Rendite zehnjähriger spanischer Staatsanleihen ist von über sieben Prozent auf rund 6,5 Prozent gesunken.

Doch die EZB ist seit Tagen bemüht, die Erwartungen zu dämpfen. In Anbetracht des öffentlich ausgetragenen Streits im Zentralbankrat zwischen Draghi und Bundesbank-Präsident Jens Weidmann ist offen, was heute tatsächlich beschlossen werden kann.

Eines ist laut Notenbankkreisen sicher: Eine Mehrheit im EZB-Rat wird ein neues Staatsanleihekaufprogramm beschließen. Das Programm werde an Bedingungen geknüpft, um den Ankauf von Staatsanleihen limitieren zu können. Unter anderem ist eine Begrenzung auf kurzlaufende Staatsanleihen vorgesehen.

Dabei ist die Notenbank bereit, künftig auch Verluste auf von ihr gehaltene Staatsanleihen zu akzeptieren, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Kommentare zu " Tagesordnung der EZB: Draghi weckt gewaltige Erwartungen"

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  • Die EZB kann unmöglich all die Erwartungen, die heute an sie gestellt werden, erfüllen. Sie hat die Wahl zwischen Not und Elend:
    http://www.start-trading.de/blog/2012/09/06/ezb-hat-die-wahl-zwischen-not-und-elend/

    Sie ist aber selbst schuld, da sie sich in diese Lage hineinmanövriert hat. Sie hätte sich nur um die Stabilität des Euro kümmern sollen, das was eigentlich ihre Aufgabe ist.

  • Immer nur seinen mahnenden Finger zeigen und ansonsten
    schön mitschwimmen reicht nicht.
    Man muss auch Signale setzen.
    Weidmann, Blessing usw. reden nur. Taten Fehlanzeige.
    Auf die Aussagen solcher Damen und Herren kann getrost
    verzichtet werden.

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