Trotz EZB-Maßnahmen
Inflation im Euro-Raum bleibt extrem niedrig

Die EZB hat angekündigt, das Finanzsystem noch länger mit billigem Geld zu fluten. Die Verbraucherpreise steigen dennoch kaum. Die heftigen Finanzmarkt-Reaktionen hält ein Mitglied der Zentralbank für übertrieben.

Brüssel/Berlin/ParisDie Verbraucherpreise in den 19 Euro-Ländern sind auch im November kaum gestiegen. Die Inflationsrate kletterte zum Oktober minimal auf 0,2 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch nach endgültigen Berechnungen mitteilte. Dies ist zwar mehr als der zunächst gemeldete Wert von 0,1 Prozent, allerdings liegt die Jahresteuerung damit weiter deutlich unter der Zielmarke der Europäischen Zentralbank. Denn die Währungshüter sprechen mittelfristig nur bei Werten von knapp unter zwei Prozent von stabilen Preisen.

Wegen der hartnäckig niedrigen Inflation hatte EZB-Präsident Mario Draghi Anfang des Monates angekündigt, das Finanzsystem noch länger mit billigem Geld zu fluten. Die Währungshüter weiteten ihr umstrittenes Anleihen-Kaufprogramm auf nunmehr 1,5 Billionen Euro aus, um damit die Konjunktur anzukurbeln und zugleich die Inflation anzuheizen.

Frankreichs Notenbank-Gouverneur François Villeroy de Galhau hält die heftigen Finanzmarkt-Reaktionen nach den jüngsten EZB-Beschlüssen für übertrieben. „Die großen Summen zeigen, wie exzessiv die unmittelbaren Reaktionen waren“, sagte Villeroy de Galhau, der Mitglied im EZB-Rat ist, am Mittwoch.Vielen Finanzmarktakteuren war die Ausweitund des Anleihen-Kaufprogramms jedoch nicht weit genug gegangen. Sie hatten auch auf eine Aufstockung der monatlichen Käufe gesetzt.

Villeroy de Galhau leitet seit November die französische Notenbank. Sein langjähriger Vorgänger an der Spitze der Banque de France, Christian Noyer, war Ende Oktober in den Ruhestand gewechselt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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