Trotz EZB-Nullzinsen Privathaushalte kommen auf positive Rendite

Seit über einem Jahr fährt die Europäische Zentralbank einen Nullzins-Kurs, zuletzt stieg die Kritik an der lockeren Geldpolitik. Privathaushalte kommen dennoch auf eine positive Rendite, sagt nun die Bundesbank.
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Seit März 2016 hält dei EZB die Leitzinsen auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Quelle: dpa
Europäische Zentralbank

Seit März 2016 hält dei EZB die Leitzinsen auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent.

(Foto: dpa)

FrankfurtAnleger gehen nach Einschätzung der Bundesbank trotz der Nullzinspolitik der EZB nicht völlig leer aus. Die privaten Haushalte sind demnach im ersten Quartal 2017 auf eine Gesamtrendite, in der die Inflation bereits abgezogen ist, von 1,9 Prozent gekommen, wie die deutsche Notenbank am Montag in ihrem jüngsten Monatsbericht mitteilte. Dies liege zwar unter dem langfristigen Mittel seit 1991 von 2,8 Prozent. Die Gesamtrendite übertraf damit aber den Mittelwert seit der Finanzkrise 2008 von 1,7 Prozent. Die Bundesbank betrachtete in ihrer Analyse nicht nur Sparguthaben, sondern auch andere Anlageformen wie Investmentfonds, Versicherungsansprüche und Aktien.

Zuletzt konzentrierte sich die Diskussion über die Folgen der extrem lockeren EZB-Geldpolitik vor allem auf Sparer, deren Einlagen kaum noch etwas abwerfen. Die Europäische Zentralbank hält die Leitzinsen seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Darüber hinaus pumpt sie seit März 2015 über den Kauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren Woche für Woche Milliarden in das Bankensystem, um die Geldhäuser zu einer stärkeren Kreditvergabe anzuregen.

Günstiges Gemüse, teure Flüge
Harmonisierter Verbraucherpreisindex
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Der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (Harmonised Index of Consumer Prices, HICP) ist ein vom Statistischen Amt der Europäischen Union erhobener Index, mit dem die Preisniveau-Entwicklung von Verbrauchsgütern im Europäischen Wirtschaftsraum gemessen wird. Quelle: Eurostat – Statistisches Amt der Europäischen Union

Einheitlicher Warenkorb
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Die monatlichen Werte für den HICP werden von Eurostat immer drei Wochen nach Monatsende veröffentlicht. Ähnlich wie beim Einkaufen im Supermarkt füllt das Statistische Amt einen repräsentativen Warenkorb mit verschiedenen Gütern. Über den Zeitraum von einem Monat wird die Preisentwicklung beobachtet – und in ein Verhältnis zum Vorjahr gesetzt. Während die jährliche Gesamtinflation in der Euro-Zone bei konstanten 1,3 Prozent stagniert, haben sich die Warenpreise für einige Güter seit letztem Jahr verändert.

Telekommunikation
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Den größten Inflationsrückgang verzeichnen Dienstleistungen rund um Telefon und Internet. Die Preise sind im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent gefallen.

Obst
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Noch mehr sparen kann der Kunde 2017 beim Kauf von Obst. 1,7 Prozent weniger zahlen die Verbraucher im Vergleich zum Vorjahr.

Gemüse
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Gute Nachricht für Fans gesunder Lebensmittel: Auch Gemüse ist günstiger geworden. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank der durchschnittliche Preis um 1,4 Prozent.

Urlaub wird teurer
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Der kurze Trip nach Mallorca hingegen kommt die Menschen im Euroraum immer teurer zu stehen. Die Preise für Pauschalreisen sind um satte 4,5 Prozent angezogen.

Hotelbranche
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Draufzahlen muss man auch im Hotelgewerbe: Ganze fünf Prozent höher liegen die Preise für Zimmervermittlung und Unterkünfte in diesem Jahr.

„Einen durchweg positiven und nennenswerten Beitrag zur Gesamtrendite leisteten Ansprüche gegenüber Versicherungen, wobei auch deren Rendite seit 2016 deutlich abnahm“, so die Bundesbank. Der Beitrag von Wertpapieren wie Aktien sei ebenfalls überwiegend positiv gewesen. Ihr Anteil an den genutzten Anlageformen liege aber seit 2009 bei weniger als einem Viertel. Daher „spiegelten sich ihre zeitweilig sehr hohen Renditen in den vergangenen Jahren nur begrenzt in der Gesamtrendite wider“. Die Deutschen stecken laut Bundesbank immer noch knapp 40 Prozent ihres Geldvermögens in Bankeinlagen einschließlich Bargeld.

  • rtr
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