Ukraine-Krise
Russland erhöht den Leitzins

Der Verfall des Rubel zwingt Russland zu harten Schritten: Die Zentralbank hob den Zins erneut an. Zuvor hatte die Ratingagentur S&P das Land herabgestuft. Die Ukraine-Krise trifft die russische Wirtschaft hart.
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MoskauDie russische Notenbank hat den Leitzins überraschend erhöht. Der Schlüsselzins steigt um einen halben Prozentpunkt auf 7,5 Prozent, wie die Zentralbank am Freitag mitteilte. Die Notenbank begründete den Schritt mit hohen Inflationsrisiken und der Schwäche der Landeswährung Rubel. Mit der geldpolitischen Straffung soll es gelingen, die Inflationsrate bis Ende des Jahres auf sechs Prozent zu drücken. Es gebe daher keine Pläne, die Zinsen in den kommenden Monaten wieder zu senken, betonte die Zentralbank um Gouverneurin Elvira Nabiullina.

Zuvor hatte bereits die US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) die Kreditwürdigkeit des Landes herabgestuft - um eine Stufe auf „BBB-“. Das ist nur eine Stufe über dem sogenannten „Ramschbereich“ (Non Investment Grade).

Der Ausblick für das Rating ist negativ, was weitere Abstufungen erwarten lässt. Auslöser könnten etwa schärfere Sanktionen des Westens sein, schreibt die Agentur.

Mitte März hatte die Agentur Russland mit einer Abstufung gedroht, als sie den Ausblick für das Rating auf negativ senkte. Den jetzigen Schritt begründen die Bonitätsprüfer vor allem mit dem krisenbedingt gewaltigen Kapitalabfluss aus Russland. In den ersten drei Monaten 2014 hätten Investoren insgesamt 51 Milliarden Dollar aus dem Land abgezogen. „Wir sehen das als Risiko für die Wachstumsaussichten Russlands.“

Die Kapitalabflüsse belasten den russischen Rubel, der gegen den Dollar in diesem Jahr fast zehn Prozent an Wert verloren hat. In den vergangenen Wochen musste Russland außerdem mehrfach Anleiheauktionen absagen, weil das Interesse der Käufer zu gering war.

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Putin gibt sich gelassen

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  • @Die_Deutsche: Wo waren Sie denn in RUS? Alexandrowoskoje?Blagoweschtschenka?Gorodischtsche?Krasnogwardeiskoje?Nowokruschtschininski?Also ich war regelmäßig bis zum Sommer 2006 in St. Petersburg.Geschäftlich. Habe dann mit meinen Freunden erkannt, dass der russische Markt es nicht wert ist, auch nur eine Kopeke dort zu investieren und haben uns wieder zurückgezogen und die Kohle in West-Öl gesteckt.Unter anderem Occidental Petroleum. Sehr gutes Investment. Zitat:"RUS zahlt diese Krise aus der Portokasse." Nun liebe Deutsche, auch Sie werden die Lektion "Vertrauen" lernen. Öl und Gas werden wir uns künftig woanders kostengünstiger besorgen, sollte Putin tatsächlich so dumm sein und in die Ukraine einmarschieren. Dafür werden meine jüdischen Glaubensbrüder und Schwestern sorgen. Mal schauen was dann noch in Wladis Portokasse ist.

    Apropos zurückziehen:"Putin ruiniert Russlands IT-Branche"Doch jetzt knöpft sich Präsident Putin die Unternehmen vor. Ein erfolgreicher Gründer hat das Land bereits verlassen.Doch Google ist offenbar nicht der mächtigste Gegner, mit dem Yandex zu kämpfen hat. Weil die Führung der Suchmaschine hin und wieder zarte Sympathien für die Meinungsfreiheit im Internet und Russlands Opposition durchblicken lässt, hat sie sich den Zorn Kreml-treuer Aktivisten zugezogen. Russlands Präsident Wladimir Putin streut persönlich Zweifel an der patriotischen Gesinnung der russischen Suchmaschine.http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/russlands-internet-putin-gegen-it-firmen-wie-yandex-und-vk-com-a-966088.html

    Jojojojojou. Da gibt es doch glatt ein paar Milchmädchen, die träumen vom Zukunftsmarkt Russland, pilgern in den Kreml und verheizen auf lange Sicht das Geld ihrer Investoren und Anteilseigner. Klar, absolut "vertrauenswürdig", der Wladi. Schuld sind dann wieder die bösen Amis und Juden.

  • Das Ganze (Scheitern der Anleihenemission, Ratingabstufung, Anlegerflucht aus Rußland aufgrund von Kriegsangst und daraus folgend jetzt die Zinserhöhung) geschieht vor dem Hintergrund eines gerade ablaufenden Finanzkrieges um den Dollar.

    Die Ukrainekrise ist dabei nur ein Baustein im Finanzkrieg der US-Finanzelite gegen den Rest der Welt (nicht nur China - den Krieg gegen den Euro haben wir ja schon ausgiebig genossen). Es geht für diese um ihr Überleben!

    Rußland und China sind gerade dabei, den Dollar als Welttransferwährung anzugreifen, indem sie künftige wechselseitigen Handel miteinander und mit Drittstaaten in Nichtdollar-Währung abwickeln. Das ist, wie verschiedene Regierungen angefangen mit Saddam Hussein mittlerweile erfahren haben, absolut tödlich.

    Rußland und China sind aber andere Kaliber und sie haben in vielen Entwicklungsländern (und nicht nur dort) mittlerweile Bündnispartner gefunden. Die Frage (besonders für uns Europäer, die wir zwischen allen Stühlen und im Kreuzfeuer der Kontrahenten sitzen) ist daher, ob die Herren des Dollars (und damit meine ich nicht unbedingt die US-Regierung) bis zum Letzten gehen werden oder nicht.

    Eine andere Möglichkeit des Angriffs auf Rußland durch die anglo-amerikanischen Geld- und Ölbarone wäre übrigens (im Einvernehmen mit der Marionetten Saudiarabien) den Ölpreis abstürzen zu lassen. Leider haben sich die US-Kriegstreiber diese elegante Möglichkeit insofern erschwert, als sie damit gleichzeitig ihre Frackingblase abwürgen würden und damit ihre Aufschwungstory / Energieunabhängigkeitsstory untergraben würden. Dabei freuen wir uns doch schon sooooo auf die versprochenen Gaslieferungen aus den USA.

  • Putin wird sich dem Einfluß des Dollars entziehen. Zusammen mit China. Dann ist die Vorherrschaft des FED-Petrodollars beendet. Es ist ein Krieg - so oder so - vielleicht wird auch noch geschossen werden.
    Aber: Wer zuletzt lacht, lacht am besten. Der USA wird das Lachen vergehen!

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