Umfrage
Deutsche lehnen Staatsanleihenkäufe der EZB ab

Die von der EZB beschlossenen Staatsanleihenkäufe stoßen einer Umfrage zufolge auf Ablehnung der Deutschen. 50 Prozent der Befragten seien dagegen, ergab der am Donnerstag veröffentlichte ARD-Deutschlandtrend.
  • 14

FrankfurtLaut einer Umfrage von ARD-Deutschlandtrend finden nur 13 Prozent den Kauf von Staatsanleihen von Krisenländern wie Spanien oder Italien richtig. 36 Prozent trauten sich kein Urteil zu. Im Auftrag der ARD befragte Infratest dimap bereits am Montag und Dienstag telefonisch 1.003 wahlberechtigte Bundesbürger.

Die EZB beschloss am Donnerstag, unter bestimmten Bedingungen unbegrenzt Staatsanleihen am Markt zu kaufen, um deren Renditen zu senken und damit schuldengeplagte Euro-Länder zu entlasten. EZB-Präsident Mario Draghi sprach von einem "effektiven Schutzschild" für die Euro-Zone gegen die Stürme an den Finanzmärkten. Bundesbank-Chef Jens Weidmann hat das geplante Anleiheprogramm scharf kritisiert.

Für viele Deutsche ist Draghi der Buhmann: Laut einer Forsa-Umfrage für das Magazin "Stern" haben 42 Prozent der Bundesbürger kein oder nur geringes Vertrauen in den EZB-Chef. Nur 18 Prozent der Deutschen schätzen den Italiener. 31 Prozent kennen ihn demnach nicht, weitere neun Prozent haben keine Meinung zu ihm. Insgesamt wurden für das Meinungsbild rund tausend repräsentativ ausgesuchte Bürger befragt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Umfrage: Deutsche lehnen Staatsanleihenkäufe der EZB ab"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Teil 2
    Heute sind weite Teile der Bevölkerung in Deutschland von Armut und Arbeitslosigkeit bedroht. Die Wohlstandsmehrung hat sattgefunden zugunsten der Exportindustrie, allerdings unter Inkaufnahme einer beispiellosen Verpräkarisierung der Arbeitsverhältnisse.

  • Teil 1
    Wenn man diese Kommentare liest, muss man sich entsetzt an den Kopf fassen, wie uninformiert und chauvinistisch die Menschen in unserm Land geworden sind. Dass die Entscheidung der EZB, unbegrenzt Staatsanleihen zu kaufen, unser Geld eher rettet und Europa vor dem endgültigen Kollaps bewahrt, kommt den Leuten gar nicht in den Sinn. Das liegt natürlich daran, dass Medien und Politik die Menschen über die wahren Zusammenhänge der Krise nicht oder sogar falsch informieren und jede Mitschuld Deutschlands an diesem Desaster stur leugnen. Deutschland wird den Menschen als der starke Mann Europas hingestellt, der alles schultern muss. Und die anderen sind nur faul und selbst schuld an ihrer Misere. In Wahrheit wollen wir bis heute nicht erkennen, dass in einer Währungsunion kein Platz für unfaire Handelsbeziehungen ist, sondern es sich um eine föderale Staatengemeinschaft handelt, die sich an einem gemeinsamen Inflationsziel zu orientieren hat, um nicht diese unsäglichen Handelsbilanzungleichgewichte zu erzeugen, die ja dadurch entstanden sind, weil man in neoliberaler Verblendung Wettbewerbsfähigkeit mit Totkonkurieren verwechselt. Ein einzelnes Land kann nicht erwarten, dass sich andere permanent verschulden, um unsere Waren zu kaufen. Diese nach außen gerichtete Wirtschaftsideologie des Merkantilismus endet konsequenterweise im Fiasko, weil dem Gläubigerland der Schuldner abhandenkommt, zumal, wenn der Gläubiger es ablehnt, dem Schuldner zu wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit zu verhelfen. Denn wenn einer wettbewerbsfähiger sein will, muss ein anderer bereit sein, weniger wettbewerbsfähig zu werden. Das ergibt sich nicht aus besonderen Vorzügen oder wirtschaftlichen Voraussetzungen eines Landes, sondern aus einer gemeinsamen Inflationszielrate. Deutschland hat das Inflationsziel permanent unterboten, andere haben es überboten. Dadurch entstanden für Deutschland Wettbewerbsvorteile auf Kosten der deutschen Binnennachfrage.

  • 50% sind dagegen, 49% haben's noch nicht kapiert und 1% sind in Wirklichkeit Griechen

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%