Unerwarteter Geldsegen
Italiens Banken könnten von Notenbank-Reform profitieren

Vor dem Bilanzcheck der EZB will der italienische Ministerpräsident Letta Beteiligungen an der Bank von Italien auf maximal fünf Prozent deckeln. Der Wert der Beteiligungen steigt damit – und die Banken machen Gewinn.
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RomItalien könnte heimischen Banken mit Reformplänen für die heimische Notenbank vor dem Bilanz-Check durch die EZB zu einem unerwarteten Geldsegen verhelfen. Ministerpräsident Enrico Letta wolle Beteiligungen an der Bank von Italien auf maximal fünf Prozent deckeln, verlautete am Donnerstag aus Regierungskreisen.

Dies solle im Rahmen einer Neubewertung des Aktienkapitals der Notenbank geschehen. Damit müssten sich zwar einige Banken von Anteilen trennen. Sie würden aber dank des höheren Werts ihrer Beteiligung einen Gewinn einstreichen, mit der sie ihre Kapitaldecke stärken könnten. Zudem wird erwartet, dass die Institute künftig auch ihren Notenbank-Anteil zu den Kapitalpuffern in der Bilanz zählen dürfen.

Die italienische Notenbank arbeitet gerade an einer Neuwertung ihres Aktienkapitals, das 1936 auf umgerechnet 156.000 Euro festgelegt wurde. Nach Einschätzung eines Gremiums unabhängiger Experten dürfte sich der Wert inzwischen auf fünf bis 7,5 Milliarden Euro belaufen. Weil die Genehmigung der Europäischen Zentralbank (EZB) zu den Plänen aber noch ausstand, verschob das Kabinett die Verabschiedung eines entsprechenden Erlasses.

Dies solle nun am Dienstag nachgeholt werden, sagte Letta. Der Zeitung „Il Sole 24 Ore" zufolge will die Regierung der Notenbank zudem per Gesetzesänderung vorübergehend den Kauf der Anteile ermöglichen, da es für diese derzeit keinen Markt gebe. Damit würde sie zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Sie könnte den Banken helfen, ihre Bilanzen vor dem EZB-Bilanz-Test im kommenden Jahr aufzupolieren, und außerdem Steuereinnahmen aus dem Verkauf der Anteile zur Haushaltskonsolidierung nutzen.

Die beiden größten italienischen Geldhäuser Intesa Sanpaolo und Uni-Credit halten 42 beziehungsweise 22 Prozent an der Notenbank.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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