US-Notenbank
Fed-Chef Bernanke kämpft um seinen Ruf

Im US-Wahlkampf wird der Gegenwind für Ben Bernanke größer. Der Notenbank-Chef kämpft um seinen Ruf, seine stärksten Waffen sind Transparenz und Profite. Bei der Premiere meldete die Fed einen satten Gewinnsprung.
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New YorkFed-Chef Ben Bernanke kämpft um seinen Ruf und um den der US-Notenbank. Seine schärfste Waffe gegen die Kritiker seiner Krisenbewältigungspolitik sind Transparenz und Profite. Gestern legte die Fed ihre ersten Quartalsberichte vor und will künftig alle drei Monate über ihre finanzielle Situation Bericht erstatten. Man strebe eine größere Transparenz durch die regelmäßige Mitteilung von mehr Details zu den Finanzgeschäften an, hieß es zur Begründung.

Bei der Premiere wurden Berichte für das erste und zweite Quartal präsentiert. Darin wies die Fed eine Gewinnsteigerung von 15 Prozent auf 47,7 Milliarden Dollar aus. Vor allem Profite mit in der Hochzeit der Finanzkrise Ende 2008 erworbenen Papieren von Finanzinstituten wie AIG und Bear Stearns machten dies der eigentlich nicht auf Profitmaximierung ausgerichteten Bank möglich. Von den Gewinnen kommen mehr als 46 Milliarden Dollar direkt dem Steuerzahler als Überweisung an das US-Finanzamt zugute.

Seit langem muss sich Bernanke gegen Kritik wehren, seine Kriseninterventionspolitik diene vor allem der Wall Street. So lieh er den großen Banken vorübergehend große Summen, um sie 2008 und 2009 vor dem Kollaps zu bewahren. Die Fed kaufte von einzelnen große Kreditpakete und senkte die Zinsen auch durch Käufe von Anleihen. Die direkten Kredite und die angekauften Kreditpakete verschafften der Fed in den vergangenen Jahren Rekordgewinne. Bleibt sie 2012 weiterhin so erfolgreich wie im ersten Halbjahr, dürfte sie in diesem Jahr das Rekordergebnis aus 2011 von gut 85 Milliarden Dollar erneut überbieten.

Zum Vergleich: Die Europäische Zentralbank (EZB) wies für 2011 einen Gewinn von umgerechnet 2,4 Milliarden Dollar aus. Außer mit Gewinnen will Bernanke auch durch Transparenz punkten. Dazu gehört etwa, dass er regelmäßig nach Zinsentscheidungen Pressekonferenzen abhält, Vorlesungen hält und Sitzungen des Gouverneursrats teilweise live im Internet übertragen werden.

Bislang ist allerdings nicht erkennbar, dass Bernanke damit die Öffentlichkeit und vor allem die Politik für sich einnehmen kann. So erklärte der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney kürzlich, er werde Bernanke im Falle seiner Wahl nicht wieder als Fed-Chef nominieren. Die Amtszeit von Bernanke läuft offiziell noch bis Januar 2014. Dann muss der dann amtierende US-Präsident einen neuen nominieren, der vom Parlament bestätigt werden muss. Romney hatte erklärt, er wolle eine neue Person an der Spitze der Fed. "Jemand der meine ökonomischen Ansichten teilt", sagte er vergangene Woche in einem Zeitungsinterview. Er habe allerdings noch keine Person im Auge.

Der Ausgang der Präsidentschaftswahlen ist gemessen an den aktuellen Umfragen durchaus ungewiss. Bernanke könnte es also 2013 tatsächlich mit einem ihm feindlich gegenüberstehenden Präsidenten zu tun bekommen. Bernanke wurde erstmals vom republikanischen Präsidenten George W. Bush nominiert. 2011 erneuerte US-Präsident Barack Obama, ein Demokrat, die Berufung.
Die Kritik trifft den Fed-Chef kurz vor einer mit Spannung erwarteten Rede. Am Wochenende wird er auf dem jährlichen Notenbankertreffen in Jackson Hole über die zukünftige Geldpolitik reden. Erwartet wird, dass er Andeutungen dazu macht, ob die US-Notenbank schon bald erneut der Konjunktur mit geldpolitischen Maßnahmen unter die Arme greifen wird. Romney kritisierte zuletzt indirekt, solche Maßnahmen würden Amtsinhaber Obama helfen.

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  • Volker - die FED ist die heimtückischte Gruppe von allen
    Mittwoch, 22. August 2012 , von Freeman um 10:00
    Paul Volker wurde von Luke Rudkowski von "We Are Change" New York zu seiner Teilnahme bei Bilderberg gefragt. Er sagte, er wäre schon lange nicht mehr zu Bilderberg eingeladen worden. Nach dem Luke nachhakt und ihn mit seiner Mitgliedschaft bei den Gruppen Council on Foreign Relations und der Trilateralen Kommission konfrontiert, welche seiner Meinung nach die Finanzkrise zu verantworten haben, antwortet Volker:

    "Ich bin ein Mitglied der Federal Reserve, welche die heimtückischte ist!"

    Ohne FED oder überhaupt ohne Zentralbanken hätte es keine Weltkriege gegeben.

    Zum Beispiel der I. Weltkrieg wäre nach sechs Monaten bereits zu Ende gewesen, wenn die Staaten die Rüstung aus eigenen Mitteln hätten finanzieren müssen. Sie hätten kein Geld mehr gehabt. Nur durch die bereitwillige Kreditvergabe durch die Zentralbanken bzw. der Finanzelite war ein 5-jähriges gegenseitiges Abschlachten möglich, das 17 Millionen Menschen das Leben kostete.


    So lange es Zentralbanken gibt, werden wir immer ihre Zinssklaven sein, werden die Schulden immer grösser und unser hart erarbeitest Geld immer weniger wert. Die blutsaugenden Vampire müssen endlich weg und ihr Konstrukt abgeschafft werden, das ist Priorität Nummer 1. Erst ohne die Diktatur der Zentralbanken hat die Menschheit wirklichen Frieden und Wohlstand.

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