US-Notenbank: Fed könnte die Zinsen schneller anheben als geplant

US-Notenbank
Fed könnte die Zinsen schneller anheben als geplant

Das Dezember-Protokoll der amerikanischen Notenbank Fed macht deutlich, wie sehr Trumps Wirtschaftspläne auch die Geldpolitiker verunsichern. Die Fed muss die Zinsanhebung möglicherweise beschleunigen.
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WashingtonBei der Beurteilung von Donald Trumps Wirtschaftsplänen sind sich fast alle Experten in einem Punkt einig: Sie bringen eine Menge Unsicherheit mit sich. So sehen es auch die Geldpolitiker der US-Notenbank (Fed). Wie aus dem Protokoll der Dezember-Sitzung hervorgeht, haben sie verschiedene Szenarien durchdiskutiert, die mit einem stärkeren oder auch schwächeren Wachstum als zuvor prognostiziert verbunden sein könnten. Weitgehende Einigkeit gab es aber darin, dass die Prognosen wahrscheinlich später eher angehoben als abgesenkt werden müssen.

Ebenso sprachen die Fed-Teilnehmer über das Risiko einer steigenden Inflation. Trotz allem war sich aber die Mehrheit der regionalen Fed-Chefs und Fed-Gouverneure einig, dass es bei einer weiterhin vorsichtigen Geldpolitik in kleinen Schritten bleiben wird. Das schließt nicht aus, dass es 2017 zwei oder drei Schritte geben könnte statt nur einen wie jeweils 2016 und 2015. Der Notenbankzins liegt jetzt in einer Spanne zwischen 0,5 und 0,75 Prozent und wurde die letzten Male um jeweils einen Viertel Prozentpunkt angehoben.

Der Aktienmarkt wiederum hat das Fed-Protokoll weitgehend ignoriert. Der Grund dafür ist simpel: Die Überlegungen der Geldpolitiker entsprechen weitgehend dem, was der Großteil der Investoren ohnehin denkt. Wie schon seit der Wahl von Trump zum US-Präsidenten im November an den Kursreaktionen deutlich wurde, rechnen die Märkte mit einer höheren Staatsverschuldung, die die langfristigen Zinsen hochtreibt und zugleich das Wachstum und die Inflation verstärkt.

Dabei bleibt die Frage, ob Trump ein gesundes Wachstum gelingt, oder ob sich seine Politik als Strohfeuer erweisen wird, zum Beispiel weil er sie selbst mit protektionistischer Handelspolitik blockiert. Diese Frage wird allerdings erst in ein paar Monaten ansatzweise zu beantworten sein.

Je nachdem wie es läuft, könnte Trump auch in Konflikt mit der Fed geraten. Wenn das Wachstum schwach bleibt und die Inflation schneller steigt als gewollt, wäre die Fed gezwungen, die Zinsen schneller als bisher erwartet anzuheben. Das würde Trumps Wachstumszielen entgegenwirken und der Fed möglicherweise seine Feindschaft zuziehen.

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  • @ Mark Hoffmann: Dieser ganze Hype um die US-Wirtschaft, kann ich echt nicht mehr lesen.

    Außer IT, Banken und Militär gibt es in den USA kaum noch etwas, wo man einen Grund finden könnte wieso die US-Wirtschaft angeblich so stark ist, wobei das Militär eher das Budget noch mehr ausreißt und den Dollar noch weiter verflüssigt.

    Stark? Sie müssen aber auch die andere Alternative betrachten, wieso die Zinsen steigen könnten? Die FED könnte ein QE Programm starten und gleichzeitig die Zinsen anheben. Sinnvoll ist das nicht allerdings machbar. Ebenfalls könnte die FED gezwungen sein die Zinsen anzuheben, wenn Chinesen und andere Marktteilnehmer US Staatsanleihen schnell und gleichzeitig loswerden wollen. Der Dollar würde in diesen Szenarien an Wert verlieren und man muss trotzdem "Anreize" schaffen, damit Investoren in die Ramschwährung auch investieren.

    Unterm Strich...aus den ganzen globalen "Währungen" ist nur noch der CHF einigermaßen gut, obwohl die SNB sicherlich Geld drucken muss, um im "race to the bottom" der Währungen nicht am "bottom" ankommt bevor die anderen Währungen nichts mehr Wert sind...also müssen sie in den Euro-Raum weiterhin exportieren können. Dies setzt voraus, dass die immer ärmeren Europäer die schweizer Produkte auch kaufen können.
    Und so treibt die BIZ weiterhin eine Umverteilung über alle Notenbanken hinaus auf eine globale Skala weiterhin an.

    Wieso braucht man Wachstum? Es heißt immer Schulden müssen getilgt werden... Was macht Draghi? Yellen? Kuroda? Geld Drucken...
    Jedes Land der Erde ist verschuldet und die meisten sogar sehr. Man braucht Wachstum damit die Umverteilung von unten nach oben weiter propagiert werden kann. Wenn die Leute sich nicht einmal mehr ernähren können, kann man ihnen wohl kaum die Immobilie ohne Gewalt wegnehmen können...sie gehen dann nämlich auf die Straße.

    Deflation ist angesichts der Automatisierung und der steigenden Produktivität nur allzu logisch nur will man nicht alle daran teilhaben lassen.

  • Die Politik von Trump macht die US Wirtschaft wieder stark und somit werden die Zinsen auch wieder schneller steigen. Im Gegensatz zu der EU-Deutschen Merkel Politik einer Grün-Sozialistischen Mangel und Gängelungspolitik für Wirtschaft und vor allen die Gesellschaft.
    Jetzt sollen sogar die Verbraucherpreise bei den Lebensmittel von 7% auf 19% angehoben werden. Die Abzocke des Bürger geht weiter...der Bürger wird mehr und mehr mit dem Mangel und der Armut konfrontiert als mit Aufschwung und Wohlstand.
    Und das ist der Unterschied zwischen einer Grün-Sozialistischen Merkel Ideologie Poltiik und einer Trump Politik die sich am Wohl der Gesellschaft (USA) orientiert.
    Somit werden auch die Zinsen "zum Wohl" der Sparer und Fleißigen in den USA weiter steigen im Gegensatz zur EU-Deutschland Zone!

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