US-Notenbank
Schwächelnde Konjunktur bremst Zinswende aus

Die US-Währungshüter sorgen sich um die konjunkturelle Abkühlung in China - und wollen mit der Zinswende warten. Laut dem aktuellen Notenbank-Protokoll rechnen aber viele Fed-Mitglieder mit einer Anhebung in diesem Jahr.

WashingtonDie US-Notenbank (Fed) will laut Protokoll ihrer jüngsten Sitzung die Zinswende noch 2015 angehen. Die meisten Führungsmitglieder erwarteten, dass die Bedingungen für die erste Erhöhung seit fast zehn Jahren bis zum Jahresende gegeben seien, heißt es in den am Donnerstag veröffentlichten Mitschriften vom Treffen des Fed-Offenmarktausschusses Mitte September. Nach überraschend schwach ausgefallenen Daten vom Arbeitsmarkt waren jüngst Zweifel aufgekommen, ob die Notenbank sich tatsächlich noch 2015 zu dem Schritt durchringen kann.

Manche Marktteilnehmer rechnen damit, dass die Entscheidung wohl nicht mehr im Dezember fallen und Notenbankchefin Janet Yellen die Anhebung auf März 2016 verschieben wird. Wie aus den Protokollen hervorgeht, sieht die Fed die US-Wirtschaft jedoch weitgehend auf Kurs. Auch die Anzeichen für eine globale Konjunkturabkühlung hätten an den positiven Aussichten nichts grundlegend geändert.

Angst vor Verlust der Glaubwürdigkeit

Doch im Führungskreis der Notenbank gibt es auch einige Mitglieder, die vor einer vorschnellen Zinserhöhung warnen. So könne die Fed ihre Glaubwürdigkeit riskieren, wenn die Inflation niedrig bleiben sollte.

Laut Experten der kanadischen Scotiabank unterstreicht das Protokoll, dass eine Zinswende nicht allzu bald zu erwarten ist. „Wenn es für die Fed bei dem Treffen im September Sinn gemacht hat, weitere Daten abzuwarten, dann macht es jetzt umso mehr Sinn, weiter abzuwarten“, hieß es in einer ersten Reaktion der Bank. Die Notenbank soll mit ihrer Geldpolitik Vollbeschäftigung und stabile Preise fördern. Zuletzt blieb die Inflationsrate aber unter dem Ziel der Fed von zwei Prozent.

Sie hält den Leitzins seit dem Höhepunkt der Weltfinanzkrise Ende 2008 auf dem historisch niedrigen Niveau von null bis 0,25 Prozent. Bei einer geldpolitischen Straffung könnten Anleger verstärkt ihr Geld in den USA anlegen und aus Schwellenländern wie China, Brasilien oder der Türkei abziehen. Angesichts der Konjunkturabkühlung in China waren Befürchtungen aufgekommen, die Fed könnte mit einer raschen Zinserhöhung die Probleme der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt verschärfen.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet ohnehin eine Abkühlung der Weltwirtschaft - auch wegen Chinas momentaner Schwächephase. Lob erhielt Fed-Chefin Janet Yellen daher von IWF-Chefin Christine Lagarde. Yellen habe damit richtig gelegen, die Zinsen im September nicht zu erhöhen, sagte die Französin am Vorabend der Jahrestagung von IWF und Weltbank in Lima.

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