US-Notenbank-Spiel
Einmal Janet Yellen sein

Die Federal Reserve gibt neuerdings auch PC-Spiele heraus: „Chair the Fed“ setzt Nutzer an die Spitze der US-Notenbank. So sollen vor allem Studenten Interesse an Geldpolitik gewinnen.

WashingtonDie Leitzinsentscheidungen der US-Notenbank bewegen Menschen und Märkte weltweit – doch wie fühlt es sich an, selbst dafür verantwortlich zu sein? Das können Finanzmarkt-Fans jetzt mit einem neuen Spiel testen. „Chair the Fed“ (zu deutsch: Führe die Fed) wurde von der Filiale der Federal Reserve in San Francisco veröffentlicht und soll vor allem Studenten ansprechen.

Der Spieler wird Präsident oder Präsidentin der Fed und muss die Höhe des Leitzinses festlegen. Wie im echten Leben läuft das Mandat über vier Jahre – in jedem Quartal, das allerdings im Spiel nur ein paar Sekunden dauert, muss einmal über den Leitzins entschieden werden. Dazu werden dem Spieler auf dem Rechner oder dem Smartphone die aktuelle Arbeitslosenquote und die Inflationsrate angezeigt und weitere Informationen zur Wirtschaftslage gegeben.

Ziel der Zinspolitik ist es, die Arbeitslosenquote auf etwa fünf Prozent zu bringen, was als Vollbeschäftigung gewertet wird, und die Inflation auf etwa zwei Prozent.

Damit es nicht langweilig wird, bekommt der Spieler verschiedene Probleme serviert: „Der Dollar steigt kräftig, die Exporte brechen ein!“, heißt es dann etwa. Wer am Ende der vier Jahre die Ziele nicht erreicht hat, verliert sein Fed-Mandat.

Die Zentralbank habe die Hoffnung, dass das Spiel „bei Studenten aller Altersgruppen das Interesse an der Geldpolitik und ihrer Rolle in der US-Wirtschaft weckst“, sagte Jody Hoff von der Fed in San Francisco. Ob auch Notenbankchefin Janet Yellen das Spiel schon ausprobiert hat, konnte sie nicht sagen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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