US-Notenbank
„Vielleicht können wir das kranke System nicht heilen“

Fed-Gouverneur Plosser sieht das Vertrauen in Haushalt und Geldpolitik der USA gefährdet. Im Interview warnt er, die Notenbank könne nicht den Krisenretter spielen - die Geldpolitik sei am Ende ihrer Weisheit angelangt.
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PhiladelphiaHandelsblatt: Gibt es irgendetwas, was die US-Regierung oder die Federal Reserve tun kann, um schnell die Konjunktur anzukurbeln und die Arbeitslosenquote zu senken?

Charles Plosser: Es gibt leider keine schnelle Lösung. Wenn man Unternehmer fragt, warum sie niemanden einstellen, verweisen sie auf die herrschende Unsicherheit. Sie machen sich Sorgen wegen Europa, wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten, der Fiskalsituation hier in den USA, der Regulierung und wegen vieler anderer Sachen.

Was kann die Regierung tun?

Das Beste wäre es, jetzt die Unsicherheit zu reduzieren. Die Regierung muss der Öffentlichkeit das Gefühl vermitteln, dass wir in den USA die Haushaltssituation in den Griff bekommen können.

Glauben Sie, dass der derzeitige Kongress dazu in der Lage ist?

Ich weiß es nicht. Der Präsident hat vor zwei Jahren eine Kommission einberufen, die verschiedene Vorschläge gemacht hat. Es ging darum, die Steuergesetze zu vereinfachen, die Bemessungsgrundlage zu verbreitern und Abschreibungsmöglichkeiten abzuschaffen - um so die Effizienz unseres Steuersystems zu verbessern. Außerdem ging es darum, wie wir wieder auf den Weg haushaltspolitischer Nachhaltigkeit einschwenken könnten. Man sollte diese Vorschläge als Grundlage für eine Einigung nutzen.

Die Fed versucht schon lange, die Konjunktur mit billigem Geld anzukurbeln. Aber das scheint nicht zu funktionieren. Sind Sie nicht frustriert?

Wir würden gerne sehen, dass all die geldpolitische Lockerung, die wir herbeigeführt haben, mehr bewirkt hätte. Aber das scheint nicht der Fall zu sein, und daher gibt es in der Tat ein gewisses Maß an Frustration.

Woran liegt es?

Möglicherweise besitzen wir nicht die richtigen geldpolitischen Instrumente, um die Erkrankungen zu heilen, an denen das System leidet. Wir müssen nicht nur begreifen, was Geldpolitik tun kann - sondern auch, was sie nicht tun kann. Wenn ein Arzt bei der Diagnose einen Fehler macht, kann er die Lage des Patienten verschlimmern.

Innerhalb der Fed scheint man sich über die Diagnose nicht einig zu sein. Chairman Ben Bernanke sagt, die Erholung stehe kurz vor dem Zusammenbruch. Sie dagegen sprechen von drei Prozent Wachstum im nächsten Jahr. Wo soll das herkommen?

Es kommt von den normalen Erholungsmechanismen. Die ersten beiden Quartale in diesem Jahr lagen unter den Erwartungen, sicher. Aber es gab dafür ziemlich sicher zu identifizierende Ursachen. Wir hatten Schneestürme an der Ostküste, die Naturkatastrophe in Japan, wir hatten die Aufstände im Nahen Osten mit dem Anstieg bei den Ölpreisen. Dann kehrte die Krise in Europa zurück.

Und jetzt?

Man muss sich fragen, was die Konjunktur tut, wenn solche Schocks ausbleiben. Ich denke, dass unsere Wirtschaft dann 2012 zu einem Wachstum von 2,5 bis drei Prozent zurückkehren wird.

Kommentare zu " US-Notenbank: „Vielleicht können wir das kranke System nicht heilen“"

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  • Zur Krise in den 30ger Jahren hat der damalige US Präsident gesagt,die Krise ist ganz gut sie treibt die Fäulnis aus dem Gebälk der Wirtschaft.Diese Haltug führte zur weiteren verschärfung der Weltwirtschaftskrise.

  • richtig die privaten FED-Gründer ( Bilderberger und Atlantik-Brücke) haben die Krise ins rollen gebracht , die haben sie die Macht, wir den Schaden und den Hohn und dazu machen sie uns jetzt die "kranke Ente" vor ! Europa sollte die Finanzkrise wieder zurück in die USA schwappen lassen , da hilft nur an der Wurzel des Problems ganz harte Grenzen setzen- im Finanz-und Börsenhandel, im Kartellrecht usw.

  • Da spricht der Interviewer den FED-Gov. schon auf Ron Paul an, und versäumt die Hauptforderung Ron Pauls anzusprechen.

    Schon komisch...

    Mich hätte schon interessiert was der gute Mann zum Vorschlag die FED abzuschaffen zu sagen gehabt hätte.

    Die weltweite Krätze des Zentralbankensystems ist einer der Bausteine der Tempelbauer und Schurzträger.

    Ron Paul ist einer der wenigen seriösen, aufrechten und ehrlichen Politiker. Man kann der Welt nur wüschen, daß die Amerikaner diesmal klug genug sind diesen herausragenden Mann 2012 zu ihrem nächsten Präsidenten zu machen.

    Für Interessierte: www.ronpaul.com

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