US-Notenbank
Währungshüter kritisiert Trumps Protektionismus-Pläne scharf

Ein führendes Notenbank-Mitglied hat die Abschottungspläne von Präsident Trump ungewöhnlich scharf kritisiert. Dadurch drohe der Konjunktur ein Schaden. Langfristig habe der Protektionismus verheerende Folgen.
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Mumbai/New YorkEin führendes Notenbank-Mitglied hat in ungewöhnlich deutlichem Ton die wirtschaftlichen Abschottungspläne von US-Präsident Donald Trump kritisiert. Protektionismus sei eine „Sackgasse“, durch die der Konjunktur letztlich Schaden drohe, warnte der Chef des US-Notenbankablegers von New York, William Dudley, am Donnerstag im indischen Mumbai.

Er erwähnte Trump dabei nicht, führte aber eine Reihe von Argumenten gegen dessen protektionistische Linie ins Feld. Zwar könnten Handelshürden kurzfristig einige Wirtschaftsbereiche begünstigen. Doch langfristig werde dies „fast sicher“ verheerende Folgen haben.

Dudley begründete seine Worte mit dem Umstand, dass sich die USA an einer besonders wichtigen Wegscheide befänden. Handelsfragen bedrohten das langfristige Wohlergehen und die Produktivität der Wirtschaft. Letztlich würden die Verbraucher die Zeche für eine solche Politik zahlen: Handelsbarrieren seien „sehr kostspielig“, da sie Exportmöglichkeiten schwächten und Alltagsgüter verteuerten. Dies könne sich als Bumerang erweisen, da heimische Arbeiter unter einer Schutzglocke im internationalen Wettbewerb nicht mehr konkurrenzfähig seien.

Trump hat wiederholt über angeblich unfaire Handelspraktiken anderer Länder geklagt und Importhürden angedroht. In der G20-Gruppe der führenden Schwellen- und Industrieländer hatte das vor wenigen Wochen bei einem Finanzministertreffen in Baden-Baden für heftigen Streit gesorgt. Eine Formulierung im Kommunique, in der Protektionismus in jeder Form abgelehnt wird, wollten die USA nicht zustimmen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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