US-Notenbank Wie die Fed mit ihrer Rolle in der Finanzkrise kämpfte

Wie jetzt veröffentlichte Fed-Protokolle zeigen, war 2012 ein schwieriges Jahr für die US-Notenbank. Sie entschied sich für eine dritte Runde an geldpolitischer Lockerung. Der künftige Fed-Chef stimmte nur ungern zu.
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Die wörtlichen Protokolle der Fed-Sitzungen werden grundsätzlich mit einer Verzögerung von fünf Jahren veröffentlicht. Quelle: AFP
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Die wörtlichen Protokolle der Fed-Sitzungen werden grundsätzlich mit einer Verzögerung von fünf Jahren veröffentlicht.

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New YorkNotenbanker sind bekannt für ihren ruhigen, besonnenen Charakter. Hinter den Kulissen jedoch wird ab und an auch heftig diskutiert und auch in turbulenten Zeiten regelmäßig gelacht. Das zeigen die Protokolle der Federal Reserve aus dem Jahr 2012, die am Freitag veröffentlicht wurden.

Sollen sie oder sollen sie nicht die Wirtschaft weiter unterstützen – das war die Frage, die die US-Notenbank am meisten beschäftigte. Vier Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise war die größte Volkswirtschaft der Welt zwar nicht mehr in akuter Gefahr, doch auch noch nicht wieder stabil. Die Arbeitslosenquote lag bei gut acht Prozent und der Häusermarkt, Auslöser der Finanzkrise, war immer noch im Krisenmodus. Viele Hypotheken waren „unter Wasser“ – ein Ausdruck dafür, dass die Hypothek auf ein Haus größer war als der eigentliche Wert des Hauses, der in der Krise massiv gesunken war.

Die US-Notenbank, damals unter Präsident Ben Bernanke, begann das Jahr mit einer außergewöhnlichen Warnung an den Kongress. Die Bedingungen für Häuserkredite seien nach der Krise so streng, schrieben die obersten Notenbanker des Landes in einer Studie, dass sich quasi kaum jemand mehr ein Haus kaufen könne.

Die Fed entschloss sich im September schließlich, einzugreifen. In einer dritten Runde quantitativer Lockerung kündigte Bernanke nach zwei Tagen intensiver Diskussionen an, jeden Monat hypothekenbesicherte Anleihen im Wert von 40 Milliarden Dollar zu kaufen. So sollten die Zinssätze am Häusermarkt gedrückt werden, um Verbraucher zum Kauf zu animieren.

Es war ein gewagter Schritt. „Meine Sorge ist, dass wir für einen sehr geringen Nutzen die zukünftigen Risiken vergrößern“, warnte der damalige Fed-Gouverneur Jay Powell seine Kollegen. Powell, ein früherer Private-Equity-Manager, wurde erst im Mai 2012 in das Führungsgremium der Notenbank berufen. Seine Einschätzung ist besonders interessant, weil er im Februar die derzeitige Fed-Chefin Janet Yellen ablösen wird.

Auch in schwierigen Zeiten wird gelacht
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