US-Notenbankchef
Bernanke verwirrt die Märkte

Wieder einmal hat Fed-Chef Bernanke Stellung zur Geldpolitik genommen. Und wieder einmal warteten alle auf Hinweise, wie lange die US-Zentralbank noch Geld in die Märkte pumpen will. Die Aussagen sind widersprüchlich.
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WashingtonEs ist längst ein Ritual: Sobald wieder einmal ein öffentlicher Auftritt von Ben Bernanke ansteht, halten die Finanzmärkte den Atem an. Wird der Chef der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) diesmal etwas verraten? Einen kleinen Hinweis darauf geben, wie lang die Fed ihre lockere Geldpolitik noch fortzuführen gedenkt? Ein Wort Bernankes genügt, und die Aktienrallye ist vorbei.

Der gestrige Mittwoch war wieder einmal so ein Tag. Am Morgen sagte der Notenbanker vor dem Parlament zur Lage der US-Wirtschaft aus. Ein paar Stunden später dann wurden die Protokolle der letzten Sitzung des Offenmarktausschusses veröffentlicht, jener mächtigen Runde, die die Politik der Fed bestimmt. Anlässe, bei denen selbst kleinste Hinweise große Wirkung haben können.

Allein: Am Abend waren alle so schlau wie zuvor. Wie es aussieht, wird die Fed auch weiterhin jeden Monat für 85 Milliarden Dollar Staatsanleihen und Immobilienpapiere kaufen, um der Konjunktur zu helfen. Der Leitzins bleibt weiter bei nahe Null, das war schon länger klar.

Im Grunde hätte Bernanke für seine Aussage am Mittwoch auch die Manuskripte seiner vergangenen Auftritte verwenden können: Die Konjunktur und der Arbeitsmarkt verbessern sich, so lautet sein Mantra, aber die Lage ist noch längst nicht stabil. Deshalb müsse die Fed auch weiterhin eingreifen, und zwar so lange, bis die Arbeitslosenquote deutlich gefallen ist.

Kommentare zu " US-Notenbankchef: Bernanke verwirrt die Märkte"

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  • Bernanke betritt die Bühne und die Welt hält den Atem an...
    Was für ein Schauspiel - was für eine Farce.

    Nur, der König ist nackt und noch immer will keiner vortreten und die Wahrheit aussprechen.

    Die Fed ist ein Privatunternehmen im Besitz einiger weniger Familien mit sehr viel Macht. Dieser elitäre Kreis und nur die, werden bestimmen wann die Vorbereitungen abgeschlossen sind und die Partie endgültig vorbei sein wird.

    Time is running out, be prepared.

    Geschichte wiederholt sich...
    http://www.youtube.com/watch?v=RNb4YXsrzqA

  • Die Märkte sind ständig verwirrt, weltweit.

  • Naja, vielleicht geht es ja auch mal in die andere Richtung.
    Wenn du denkst du hast´n, dann springt er aus´m Kast´n...! Bernanke hat die Märkte nicht verwirrt. Jedes Wort was gesagt wurde, kann man klar und deutlich schreiben und es war das,was man hören wollte. Was jedoch schwierig ist, ist mal wieder die vom "Markt" schon krankhaft geführte Diskussion über die Interpretation dessen, was er sagte, oder eben nicht sagte, oder komisch betonte, oder dachte, oder nicht dachte , oder hätte denken sollen, was er nicht tat,oder doch tat! Leute, wenn man die Märkte auf so einem gefühlten gewünschten Fundament begründen will...sind es in Wahrheit sehr weiche Stützen, auf dennen sich die Zukunft der Wirtschaft stützen muß. Und wenn es heute mal 200 Punkte runter geht...wir sind über 1000 Punkte ohne Punkt und Komma gestiegen...na und? Wenn die Markterwratung so ist, das es doch gern so weiter laufen soll, dann wären wir im Juli bei 10000 DAX-Punkten...mal ehrlich!!! Ist das wirklich richtig?....Wenn jetzt alle durch den Ausgang wollen, wie sie reigekommen sind, dann kommen die ersten noch durch, aber dann wird es so eng, das es irgendwann auch welche gibt, die "totgetrampelt" werden, bevor sie die Schwelle gesehen haben...so ist das, wenn jemand "Feuer" ruft und nix mehr sehen kann!

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