US-Notenbankchef
Bernanke zeigt Bereitschaft zum Gelddrucken

Ben Bernanke steht in den Startlöchern: Die US-Notenbank stehe bereit, wenn die Eurokrise und ein Konjunktureinbruch die US-Wirtschaft bedrohe. Seine Stellvertreterin findet noch deutlichere Töne.
  • 19

New YorkDie US-Notenbank Fed stellt den Märkten angesichts der Misere am Arbeitsmarkt, des schwächelnden Wachstums und der Euro-Krise erneute geldpolitische Unterstützung in Aussicht. „Die Federal Reserve steht weiterhin bereit tätig zu werden, um das US-Finanzsystem und die Wirtschaft zu schützen”, sagte Notenbank-Chef Ben Bernanke am Donnerstag vor dem Kongress in Washington. Er bezeichnete die Konjunkturlage in den USA als schwierig und verwies auf die Risiken der Krise in Europa für die Exportwirtschaft.

Damit deutete er die Bereitschaft der Fed zu neuen geldpolitischen Maßnahmen an. Konkrete Angaben, wie wahrscheinlich solche Schritte seien und wann es so weit sein könnte, machte Bernanke allerdings nicht. Er ging auch nicht so weit wie seine Stellvertreterin Janet Yellen am Tag zuvor. Diese hatte die jüngsten Konjunkturdaten als „ziemlich enttäuschend“ bezeichnet und Spekulationen auf baldige neue Hilfen der Fed genährt. „Ich bin überzeugt, dass es weiteren Spielraum für eine noch konjunkturstimulierendere Geldpolitik gibt“, hatte Yellen am Mittwochabend gesagt.

Als Folge hatten hatten sich die Märkte von Bernankes Auftritt am Donnerstag konkretere Angaben erhofft. Anleger, die auf einen weiteren Anschub der Konjunktur gesetzt hatten, reagierten entsprechend enttäuscht. Die wichtigsten US-Indizes lagen am Vormittag nur leicht im Plus, nachdem sie zuvor deutlicher angestiegen waren. Auch der Euro-Kurs baute nach Bernankes Rede spürbar ab. 

Der Notenbankchef appellierte derweil in seiner Rede an europäische Politiker, noch entschiedener vorzugehen, um Banken zu stabilisieren und den Märkten die Angst vor dem Zustand der Staatsfinanzen zu nehmen. Zudem müsse ein machbarer haushaltspolitischer Rahmen für die Eurozone geschaffen und die Basis für langfristiges Wachstum gelegt werden, forderte er.

Gerichtet an heimische Politiker in den USA warnte Bernanke vor einem zu harten Sparkurs. Ziel müsse sein, „die gegenwärtige Wirtschaftserholung nicht unnötig zu behindern“. Gesetzlich vorgesehene Sparmaßnahmen, die möglicherweise Anfang kommenden Jahres greifen, stellten eine „ernsthafte Gefahr für die wirtschaftliche Erholung“ dar.

In den USA war die Arbeitslosigkeit zuletzt wieder leicht auf 8,2 Prozent gestiegen, das Wachstum fiel im ersten Quartal mit 1,9 Prozent weit schwächer aus als erwartet. Geringere private Nachfrage und sinkenden staatliche Ausgaben drücken die Wirtschaftsleistung der weltgrößten Volkswirtschaft. Experten wie Michelle Meyer, Volkswirtin bei Bank of America, rechnen daher mit einem weiteren Rückgang des Wachstums bis Jahresende auf knapp ein Prozent.

Seite 1:

Bernanke zeigt Bereitschaft zum Gelddrucken

Seite 2:

Die Wall Street hofft auf neue Konjunkturhilfen

Kommentare zu " US-Notenbankchef: Bernanke zeigt Bereitschaft zum Gelddrucken"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Bernanke kann ja Griechen und Spaniern ihre Staatsanleihen mit 0 % Verzinsung abkaufen - er sammelt doch gern wertlose Wertpapiere.

  • @alersa

    "Bei den öffentlichen wird alles zensiert, wenn man nicht CDU-SPD-Grünen-CSU-oder FDP oder die EU Meinung haben."

    Da kann man sich vorstellen wie ungefaerbt die Berichterstattung ist ;-) Die Medien haben gigantische Macht, sind sie doch fuer die Bevoelkerung das oft einzige Fenster zur "Wirklichkeit". Wer von uns kann schon die Inhalte ueberpruefen? Nichtkonforme Kommentare gefaehrden halt diese Macht bei manchen Wirklichkeits-Darstellern.

  • İch will mich bei Handelsblatt bedanken, weil meine Kommentare extrem niedrig zensiert werden. Bei den öffentlichen wird alles zensiert, wenn man nicht CDU-SPD-Grünen-CSU-oder FDP oder die EU Meinung haben..

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%