US-Notenbanker

„Wie lange wollen wir das Zeug kaufen?“

US-Notenbanker Charles Plosser distanziert sich von der Geldpolitik von Fed-Chef Ben Bernanke. Die neuerlichen Gelddruckaktionen der USA sind ihm zu risikoreich.
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Fed-Chef Ben Bernanke. Quelle: dpa

Fed-Chef Ben Bernanke.

(Foto: dpa)

PhiladelphiaDie jüngste Entscheidung der US-Notenbank über weitere Anleihenkäufe haben die Gräben innerhalb der Fed offenbar größer werden lassen. Mit deutlichen Worten verurteilte Charles Plosser, Mitglied des obersten geldpolitischen Organs (FOMC) der USA am Dienstag die Maßnahmen.

„Was ist, wenn die Konjunktur nicht besser wird. Wie lange wollen wir das Zeug dann kaufen?“, sagte Plosser bei einer Rede in der Fed-Niederlassung in Philadelphia, die er leitet. Die Notenbank riskiere ihren Ruf und den Glauben der Märkte an ihre Einflussmöglichkeiten in so einer Situation. Gemessen an den aus seiner Sicht eher mageren positiven Effekten der Maßnahmen für die Konjunktur sei dies ein zu großes Risiko, fügte er hinzu. „Wir riskieren unsere hart erkämpfte Reputation“.

Das FOMC, das oberste geldpolitische Gremium der USA, hatte Mitte Dezember beschlossen, bis auf weiteres jeden Monat für 40 Milliarden Dollar Anleihen zu kaufen. Damit legte sie ihr drittes derartiges Programm (QE3) auf, durch das sie die Zinsen am Kapitalmarkt weiter senken will. Die Mehrheit des FOMC sieht darin eine geeignete Maßnahme, um die Arbeitslosigkeit zu senken, die in den USA weiterhin über acht Prozent verharrt.

Plosser bezweifelt, dass die neuerlichen Maßnahmen wirklich helfen. „Wir werden wohl kaum positive Effekte für Wachstum und Beschäftigung sehen“, sagte Plosser. Stattdessen erhöhe die Fed die Risiken für den Zeitpunkt, wenn sie ihre Bestände an Anleihen, die auf rund drei Billionen Dollar gestiegen sind, wieder abgebaut werden müssen. Er persönlich ist der Ansicht, dass dies „vor Mitte 2015“ bereits nötig sein könnte.

Der Bernanke-Kritiker warnte auch davor, dass die Fed gezwungen sein könnte, Verluste beim Verkauf der Papiere hinzunehmen. Eigentlich präferiere die Notenbank, die Anleihen irgendwann langsam auslaufen zu lassen, sagte er. Allerdings könne es eine Situation geben, in der man zur Inflationsbekämpfung gezwungen sein könnte, die Papiere mit Verlust zu verkaufen. „Dies könnte die Fed über Jahre daran hindern, Gewinne an die US-Regierung auszuschütten“, sagte er. Für 2011 hatte die Fed einen Rekordgewinn von rund 80 Milliarden Dollar ausgewiesen und fast die gesamte Summe an den US-Fiskus überwiesen.

Vehement wandte sich Plosser gegen Vorschläge von Kollegen, ein Ende der Anleihekäufe davon abhängig zu machen, dass die Arbeitslosenquote unter eine bestimmte Marke fällt. Es gebe zu viele Faktoren, die die Arbeitslosenquote beeinflussten, die außerhalb der Reichweite der Geldpolitik lägen, so Plosser. Zudem binde die Fed damit ihre Hände. „Wenn man sich dann entscheidet, sich nicht an diese Regel zu halten, dann muss man eine verdammt gute Begründung dafür haben, es ausnahmsweise nicht zu tun. Und man braucht eine verdammt gute Begründung, warum man danach wieder zu der Regel zurückkehrt.“ Anderenfalls riskiere die Fed ihren Ruf.

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16 Kommentare zu "US-Notenbanker: „Wie lange wollen wir das Zeug kaufen?“"

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  • Sie wollen Beamte nicht wählen lassen ???

  • Stubi ist in seiner Analyse weitgehend recht zu geben: Ermöglicht hat das Ganze Clinton, Bush jr. hat den Niedergang des US-Mittelstands exekutiert und Obama ist nicht wirklich in der Lage (und fähig) sauber aufzuräumen. In jedem Fall ist es richtig, die Steuern auf Einkommen in den USA anzuheben. Die sind skandalös niedrig, im Gegensatz zu Deutschland. Hier gibt es genügend Verrückte, denen die Abgabenlast immer noch nicht zu hoch ist.

  • Klar und deutlich!Der Kernfehler des PolitFinanzsystems ist ausgesprochen, aber nicht zu Ende gedacht ist der Kernfehler in der sogenannten Demokratie, der wiederum das undemokratische und kolonialistische Geldsystem am Leben erhält. Die Sugerierung der Demokratie (One man, one vote) ist Ausdruck der sozialistischen Subventionitis (Erhalt der Arbeits- und Konsumsklaven), die durch die Parteiendiktatur praktiziert wird. Eben kein Perpetuum Mobile der Weltordnung und des Fortschritts, wenn die Grenzen des Wachstum überschritten wurden. Immer, zum vermeintlichen Wohle, Aller, ist durch die Masse der ignorant gehaltenen Wähler eine Eurokratur etabliert, die gnadenlos die Interessen der Macht, auch gegen die Kerninteressen des Volkes umsetzt! Um den Anspruch der Qualität kommt der, der die Demokratie und Selbstbestimmung will, nicht herum. Ohne bessere Wähler, bekommen wir keine besseren Politiker! Die Demokratie braucht evolutionäre Inspiration, sonst siegt die Diktatur (EUdSSR), muß aber zunächst einmal richtig analysiert sein!

  • Ganz einafch. Alle Treibstoffe die wir am Weltmarkt aufkaufen mit denen können wir im Ernstfall usnere Militärgerät betanken. Anosnten betanken jemand anderes (die Nordkoreaner oder der irre aus dem Iran) ihr Militärgerät damit. Alos müssen wir sehen da wir das attraktivere Angebot für Ausßenhandelsegschäftspartner haben. (siehe Warenmenge die zum Tausch ageboten werden kann Volkswitrsrtchaftsstärke gemessen als Währungkurs).

  • @RalfB

    Ein hervorragender Kommentar! Auch die diese schockierende Aussage gibt erschreckend Sinn:

    "Nun eignet man sich seitens der FED in der zweiten Welle - da das Zinssystem an sein Ende kommt - die Sachwerte an für das Spiel in der nächsten Runde."

  • Wer das Geldsystem kontrolliert, kontrolliert diese Welt. Die FED ist eine private Notenbank. Die Hochfinanz und deren Nutznießer, somit die Eigentümer dieser FED, kontrollieren somit dieses, „unser“ Geldsystem und sagen der Politik weltweit wie zu agieren ist. Unsere Blogpartei Bundestag dient in letzter Konsequenz diesen Leuten, nicht ihrem Volk. Die FED vereinnahmt somit durch diese "faulen Hypothekenkredite" Zug um Zug und durch die Hintertür den Hauptanteil des Grundbesitzes in den USA! Jahrzehntelang wurde seitens dieses privaten FED Machtkartells, seit dem Federal Reserve Act 1913!! dem Bürger ein enormer Zinsbetrag – Jahr um Jahr - abgepresst und das Volk, die Welt vor den Karren dieser Herren gespannt. Dies mit der größten Militärmacht der Welt und vielen „Friedensbotschaftern“ die sich um diese Konflikte „kümmern“. Nun eignet man sich seitens der FED in der zweiten Welle - da das Zinssystem an sein Ende kommt - die Sachwerte an für das Spiel in der nächsten Runde. Die FED und deren Eigentümer wird das somit weiter laufen lassen, der Rest ist Show und Ablenkung fürs Volk. Dies alles läuft solange bis die Runde im Geldsystem wieder einmal durch ist, dann geht´s auf nächste Runde. Mitschuldig sind wir in letzter Konsequenz aber alle, da wir unseren Anteil am Systemerfolg jeden Tag akzeptieren und tagtäglich in diesem
    (Geld) System mitwirken. Wir akzeptieren dieses Geldsystem mit unserer Wahlstimme in jeder Wahl weil wir unfähig sind diesen Zusammenhang und die Konsequenzen zu sehen und zu gehen. Bleibt dies so, wird sich nichts ändern. Nur noch mehr Kontrolle, noch mehr Zentralisierung – alles zum Machterhalt der Geld- und politischen Elite. Beide wissen um ihre Abhängigkeit und erhalten diese durch fortwährenden Betrug an ihren Völkern. Die FED ist mit der größte Betrug überhaupt.

  • Wer Staatsknete erhält, darf auch nicht wählen.

    Das halte ich für logisch und vernünftig und im allgemeinen Interesse liegend, und zwar bei uns.

  • Ich bin pleite. Aber ich will mir das neueste iPhone aus Amerika kaufen, und den neuesten Plasma aus Taiwan. Kein Problem. Ich gehe in den Keller, drucke mir einfach das Geld selber, und ein bischen mehr, weil ich das ja kann, und weil ich mein erfundenes Geld als Weltleitwährung durchgesetzt habe. Ich habe ja mehr Militär als die nächsten 40 Konkurrenten. Das ist Irre?
    Genau so funktioniert die amerikanische Wirtschafts- und Geldpolitik.

  • @Mobby

    "@stubi: schon mal drüber nachgedacht wer diesen Schuldenberg produziert hat in den USA....? Es ist natürlich schwer ein über 8jahre durch Bush jr. Geschaffenes Defizit in 4 Jahren und unter widrigsten Gesamtumständen zu egalisieren"

    Was viele nicht wissen, der Zigarrenliebhaber Bill Clinton hat letztlich das Bankenchaos mit seinen liberalen Bank-Gesetzen erst ermoeglicht. Was hinterher durch Bush folgte, war natuerlich ein Skandal. Aber Obama hat die Schulden von Bush vervielfacht und dazu noch endlos Geld gedruckt, Bubbles geschaffen und unzaehlige Sparer weltweit enteignet.

    Obama haette diesen Job nie antreten duerfen, wenn er seine eigene Unfaehigkeit erkennen koennte. Mir ist die Partei wirklich egal, aber Obama ist voellig unfaehig - ausser hinsichtlich seiner grossen Sprueche. Und wenn er etwas Anstand haette, dann wuerde jemand anders mit mehr Faehigkeiten fuer seine Partei kandidieren.

  • die Zahlen keine Einkommensteuer und sind somit Untermenschen (falls Romney gewinnt wird dennen das Wahlrecht aberkannt)

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