Verbraucherpreise Deutsche Inflation nähert sich der Zwei-Prozent-Marke

Zumindest in Deutschland ist das Inflationsziel der Euro-Notenbank fast erreicht. Im August kletterten die Verbraucherpreise annähernd auf den EZB-Zielwert. Das lag diesmal nicht allein an den Energiepreisen.
Update: 13.09.2017 - 09:31 Uhr 3 Kommentare
Bei Nahrungsmitteln fiel der Preisaufschlag mit drei Prozent besonders deutlich aus. Quelle: dpa
Nahrungsmittel

Bei Nahrungsmitteln fiel der Preisaufschlag mit drei Prozent besonders deutlich aus.

(Foto: dpa)

BerlinAnziehende Preise für Nahrungsmittel und Energie treiben die Inflation in Deutschland auf das höchste Niveau seit dem Frühjahr. Im August kletterte die Teuerung im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 1,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Es bestätigte damit eine erste Schätzung von Ende August.

Dies war der dritte Anstieg des Verbraucherpreisindex (VPI) in Folge und zugleich der stärkste seit April. Im Juli war die Rate mit 1,7 Prozent noch einen Tick niedriger. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt für den Euroraum eine Teuerungsrate von knapp zwei Prozent an und ist damit hierzulande schon nahe dem Ziel.

Ein wesentlicher Grund für den Preisdruck war Energie, die sich im August binnen Jahresfrist um 2,3 Prozent verteuerte und damit stärker als zuletzt. Für leichtes Heizöl mussten die Verbraucher 10,4 Prozent mehr ausgeben, Tanken verteuerte sich um knapp vier Prozent und Strom kostete zwei Prozent mehr. Hingegen verbilligte sich Gas um 2,9 Prozent.

Lebensmittel kosteten drei Prozent mehr. „Damit liegt der Preisanstieg für Nahrungsmittel im August 2017 weiterhin deutlich über der Gesamtteuerung“, erklärte das Amt. Teurer als ein Jahr zuvor war vor allem Butter. Sie kostete fast 60 Prozent mehr.

Wo Verbraucher aktuell sparen können
Heizöl
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Die Verbraucherpreise in Deutschland lagen im August 2017 um 1,8 Prozent höher als im August 2016. Damit zog die Inflationsrate den dritten Monat in Folge leicht an. Im Vergleich zum Juli 2017 stieg der Verbraucherpreisindex im August um 0,1 Prozent an. Ein wesentlicher Grund für den erneuten Anstieg der Inflationsrate ist die Entwicklung der Energiepreise. So ist im Vergleich zum Vorjahr besonders leichtes Heizöl teurer geworden – um 10,4 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat haben sich die Preise um 1,9 Prozent. Hingegen verbilligte sich Gas im Vorjahresvergleich um 2,9 Prozent.

Quelle: Statistisches Bundesamt

Kraftstoffe
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Doch nicht nur Heizöl ist im Vergleich zum Vormonat teurer geworden – Kraftstoffe ebenso. Hier zogen die Preise um insgesamt 0,9 Prozent an (darunter Superbenzin: plus 0,7 Prozent; Dieselkraftstoff: plus 1,3 Prozent). Seit August 2016 haben sich die Kraftstoffpreise sogar um insgesamt 3,9 Prozent erhöht.

Bekleidung und Schuhe
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Bekleidung und Schuhe sind im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls teurer geworden. Im August 2017 zahlten Verbraucher fürs Outfit 2,7 Prozent mehr. Drastischer fällt die Preissteigerung im Vergleich zum Juli aus: Binnen eines Monats haben sich die Preise um 2,5 Prozent erhöht.

Pauschalreisen
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Um 1,3 Prozent günstiger geworden sind Pauschalreisen – zumindest im Vergleich zum Vormonat. Kein Wunder: Die Urlaubssaison neigt sich gen Ende. Im Vorjahresvergleich haben Pauschalreisen sich dagegen verteuert – um 2,5 Prozent.

Nahrungsmittel
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Bei Nahrungsmitteln fiel der Preisaufschlag mit drei Prozent besonders deutlich aus.

Gemüse
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Der leichte Rückgang der Nahrungsmittelpreise im Vormonatsvergleich lässt sich durch die Preisentwicklung des Gemüses erklären. Es wurde mit einem Minus von 2,2 Prozent deutlich günstiger. Im Vergleich zum August 2016 gingen die Preise sogar um 4,5 Prozent zurück. Ohne Berücksichtigung der Preise für Energie und Nahrungsmittel hätte die Inflationsrate im August 2017 bei 1,6 Prozent gelegen. 

Speiseöle und -Fette
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Teurer als ein Jahr zuvor waren im August 2017 hingegen vor allem Speiseöle und -fette. Hier zogen die Preise um 28,1 Prozent an. Im Vergleich zum Vormonat verteuerten sich Speiseöle und -fette um 2,0 Prozent.

Der nach europäischen Standards errechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) für Deutschland lag im August ebenfalls um 1,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Binnen Monatsfrist erhöhte sich diese Rate um 0,2 Prozent. Der deutsche HVPI fließt in die Berechnung der Inflationsrate für den gesamten Euroraum ein, an der die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik ausrichtet. Das Statistische Bundesamt berechnet den HVPI seit 1997 neben dem nationalen Verbraucherpreisindex. Der HVPI dient dazu, Preisänderungen international vergleichbar zu machen und zu einer Gesamtinflationsrate für Europa und der europäischen Währungsunion zusammenzufassen.

Die EZB strebt mittelfristig für die 19 Staaten mit der Gemeinschaftswährung ein stabiles Preisniveau bei einer Teuerung knapp unter 2,0 Prozent an. Weil die Währungshüter dieses Ziel seit Jahren verfehlen, versuchen sie mit viel billigem Geld nachzuhelfen. Ein baldiges Ende dieses vor allem in Deutschland umstrittenen Kurses ist nicht Sicht. Ende Oktober will die Notenbank erste Entscheidungen verkünden, wie sie 2018 weitermachen will.

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3 Kommentare zu "Verbraucherpreise: Deutsche Inflation nähert sich der Zwei-Prozent-Marke"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Das bedeutet einen Kaufkraftverlust von zusätzlichen 33% in den nächsten 20 Jahren.

    9 Jahre hatten wir ja schon.

    Das dumme deutsche Eselsvolk zahlt die Zeche. Noch geht's anscheinend gut.

  • Endlich Inflation, wie lange haben Rentner und Geringverdiener dafür kämpfen müssen. Man muß für jedes Prozent mehr dankbar sein !

  • Anziehende Preise für Nahrungsmittel und Energie treiben die Inflation in Deutschland auf das höchste Niveau seit dem Frühjahr. Im August kletterte die Teuerung im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 1,8 Prozent,..."

    "Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt für den Euroraum eine Teuerungsrate von knapp zwei Prozent an und ist damit hierzulande schon nahe dem Ziel."

    Falsch. Die EZB strebt eine KERNinflation (ohne Nahrung und Energie) von 2% an

    Die für den Verbraucher wichtige tatsächliche Inflationist der EZB egal.

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