Verbraucherpreise
Inflationsrate in der Euro-Zone rutscht ins Minus

Die Preise in der Euro-Zone sind im Februar überraschend gefallen. Das erste Mal seit September 2015 ist die Inflationsrate ins Minus gerutscht. Das hatte vor allem einen Grund.

BrüsselDie Verbraucherpreise sind im Euroraum erstmals seit einem halben Jahr wieder gefallen. Grund dafür waren vor allem stark gesunkene Energiepreise.

Die jährliche Inflationsrate ging im Februar auf minus 0,2 Prozent zurück, teilte das Statistikamt Eurostat am Montag in Luxemburg in einer ersten Schätzung mit. Das waren 0,5 Punkte weniger als noch im Januar. Energie war im Februar 8,0 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor. Im Januar waren die Energiepreise um 5,4 Prozent gefallen, im Dezember 2015 um 5,8 Prozent.

Der Preisverfall ist der erste seit September, als Eurostat einen Rückgang von 0,1 Prozent vermeldet hatte. Im Februar verteuerten sich den Luxemburger Statistikern zufolge zwar Dienstleistungen (1,0 Prozent), Lebensmittel, Alkohol und Tabak (0,7 Prozent) sowie Industriegüter (0,3 Prozent); doch die stark fallenden Energiepreise neutralisierten diese Anstiege gänzlich.

Die negative Preisentwicklung überraschte Analysten, die für Februar größtenteils mit einer Null-Inflation gerechnet hatten. Für Deutschland hatte das Statistische Bundesamt am Freitag eine Inflationsrate von 0,0 Prozent vermeldet.

Die Europäische Zentralbank (EZB) versucht seit Monaten, die Inflation wieder in Richtung ihres Zielwertes von zwei Prozent zu bringen. Dazu hat sie ein Programm zum Ankauf von Anleihen von monatlich rund 60 Milliarden Euro aufgelegt. EZB-Chef Mario Draghi hatte Mitte Februar gesagt, die Zentralbank werde nicht zögern, ihre Geldpolitik weiter zu lockern, falls nötig. Die nächste Sitzung des Zentralbankrates findet am 10. März statt.

Agentur
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