Vor der Fed-Entscheidung
Alle Augen auf Ben

Heute hat Ben Bernanke seinen letzten großen Auftritt als Chef der US-Notenbank Fed. Der Termin hat es in sich: Wird er endlich verkünden, wann er die Anleihekäufe zurückfahren will? Die Vorzeichen sind widersprüchlich.
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DüsseldorfFür Ben Bernanke ist dieser Mittwoch ein besonderer Tag. Zum letzten Mal wird der scheidende Chef der US-Notenbank Fed in dieser Funktion in Washington vor die Presse treten – und offiziell verkünden, wie die Zentralbanker künftig ihre Politik gestalten wollen und wie sie die wirtschaftliche Entwicklung in den USA einschätzen. Und sehnlicher denn je warten Investoren weltweit auf ein Zeichen, wann die Fed ihr milliardenschweres Konjunkturprogramm zurückzufahren gedenkt. Alle Augen sind auf Bernanke gerichtet, wenn er ab 20.15 Uhr deutscher Zeit spricht.

Kurz zuvor, um 20 Uhr, will die Notenbank zum Ende der zweitägigen Tagung des für die Geldpolitik zuständigen Offenmarktausschusses ein Statement herausgeben (einzusehen hier). Darin, so hoffen Börsianer, erhalten sie Aufschluss über die Zukunft der Anleihekäufe und den Zeitplan zur Erhöhung des faktisch auf null gesenkten Leitzinses. Derzeit kauft die Fed jeden Monat Staatsanleihen und Hypothekenpapiere im Volumen von 85 Milliarden Dollar auf, um die langfristigen Zinsen zu senken und damit die Konjunktur zu befeuern. Rund drei Billionen Dollar haben die Währungshüter im Kampf gegen die Folgen der Finanzkrise in den Wirtschaftskreislauf gepumpt.

Im Frühsommer hatte Bernanke überraschend angedeutet, die Notenbank könne noch im Herbst mit dem so genannten „Tapering“ beginnen, der allmählichen Reduzierung des Programms. Doch dann überlegte es sich Amerikas oberster Währungshüter anders und ließ die Gelddruckmaschinen vorerst laufen. Grund waren entmutigende Wirtschaftsdaten und der ungelöste Dauerstreit von Demokraten und Republikanern um den US-Haushalt. Im Protokoll ihrer vorherigen Sitzung Ende Oktober hatte der Offenmarktausschuss die Öffentlichkeit lediglich wissen lassen, dass die Anleihenkäufe „in den kommenden Monaten“ zurückgefahren würden.

Die Fed folgt dabei ihrer selbst aufgestellten Gleichung: Je schwächer der Aufschwung der US-Wirtschaft, desto länger lässt Bernanke die Schleusen offen. Nun gab es zuletzt wieder Hoffnungssignale vom Arbeitsmarkt und im politischen Washington. Somit ist es wieder wahrscheinlicher geworden, dass die Fed an diesem Mittwoch den Anfang vom Ende des im Fachjargon Quantitative Easing (QE) genannten Ankaufsprogramms einläutet.

Die Arbeitslosenquote in den USA war im November um 0,3 Prozentpunkte auf sieben Prozent gesunken, den niedrigsten Stand seit fünf Jahren. Die Wirtschaft legte im dritten Quartal stärker zu als erwartet: Die Regierung korrigierte das Wachstum zwischen Juli bis September auf eine Jahresrate von 3,6 Prozent nach oben. Im zweiten Quartal war die Wirtschaftsleistung nur um 2,5 Prozent gewachsen, im ersten Quartal um 1,1 Prozent.

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  • Weihnachtsrätsel für die HB Leser.

    Bitte finden Sie heraus, wo Sie sich in der Nahrungskette befinden?

    http://hiddensecretsofmoney.com/videos/episode-4

  • Die Nachricht, dass das Tapering jetzt und in aller Zukunft ausbleibt, wird deshalb auch mit Papiergoldverkäufen an der COMEX orchestriert. Es ist so ein erbärmliches Laienschauspiel. Das Bernanke dabei aber immer noch so ein ernstes und betroffenes Gesicht machen kann ohne in lautes Gelächter auszubrechen, ist eine wahre Meisterleistung. :-)

  • QE for ever.

    Es wird nicht gekürzt, es wird drauf gesattelt.
    "We live by QE, we Die by Qe"

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