Vor der Zinsentscheidung
„Fed muss den ersten Schritt machen“

Am Tag der Zinsentscheidung in den USA hat sich Georg Fahrenschon, der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, für eine Erhöhung des Leitzinses ausgesprochen. Es sei Zeit für ein Signal, so Fahrenschon.

Köln/ZürichVor der mit Spannung erwarteten Leitzins-Entscheidung der US-Notenbank Fed hat der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Georg Fahrenschon, für eine Erhöhung des Leitzinses plädiert. Angesichts der wirtschaftlich stabilen Situation in den USA sei „der Punkt jetzt erreicht“, dass die Fed den ersten Schritt mache, sagte Fahrenschon am Donnerstag im Deutschlandfunk. Die Arbeitslosigkeit in den USA sinke und die Vereinigten Staaten seien „wieder so was wie die Lokomotive der Weltwirtschaft“.

Entscheidend an einer Leitzinserhöhung durch die Fed sei „das psychologische Signal“ an die Finanzmärkte, führte Fahrenschon aus. Je länger damit gewartet werde, desto mehr würden Zweifel wachsen, ob der Ausstieg aus der Niedrigzinspolitik und damit dem billigen Geld jemals gelingen werde.

Schon nach den Anschlägen auf das World Trade Center im Jahr 2001 sei zu lange gewartet worden und aus dem Überangebot von billigem Zentralbankgeld sei dann die Finanzmarktkrise erwachsen. Dies dürfe „auf keinen Fall ein zweites Mal passieren“, sagte der Sparkassen-Präsident.
Es dürfe natürlich keinen „'Big Bang' von quasi heute null Zins auf morgen vier Prozent Zins“ geben, da dies zu „Erschütterungen und Spannungen“ führe. „Lieber in Trippelschritten und deshalb frühzeitig anfangen“, so Fahrenschon.

In Europa würden die Exporte von einer Leitzinserhöhung in den USA profitieren, da diese den Dollar stärke und den Euro im Gegenzug billiger mache, sagte Fahrenschon. Dies schaffe auch Raum für die Europäische Zentralbank (EZB), es der Fed nachzutun, denn auch in Europa dürfe billiges Geld nicht zum Normalzustand werden.

Wenn sich die Entwicklung in Europa weiter stabilisiere, sei der Zeitpunkt gekommen, „die Zinslandschaft wieder umzudrehen“. Insofern komme es ganz gelegen, wenn die US-Notenbank den ersten Schritt mache.

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