Vor G20-Treffen
Deutschland hofft auf Bekenntnis zu freien Wechselkursen

Die Finanzminister der G20 treffen sich Ende der Woche in Moskau. Deutschland hofft dabei auf ein Bekenntnis aller beteiligten Staaten zu freien Wechselkursen, die nicht politisch, sondern vom Markt bestimmt werden.
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BerlinDeutschland hofft, dass sich nach den G7 auch die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer G20 zu marktbestimmten und politisch nicht gesteuerten Wechselkursen bekennen. „Ich bin sehr froh, dass wir hoffentlich die Frage der Wechselkurse .... erst mal und vorläufig abgeschlossen haben durch ein neues G7-Statement (vom vergangenen Dienstag)“, sagte ein hoher deutscher Regierungsvertreter am Mittwoch in Berlin.

Das Dokument liege sehr nahe bei den letzten G7- und G20-Erklärungen zu diesem Thema. Die Kernbotschaft, „die alle G7-Staaten akzeptiert haben - ich hoffe, auch die G20-Staaten akzeptieren werden", laute, dass Wechselkurse am Markt gebildet würden und kein Ziel der Politik seien. Darüber gebe es keinerlei Dissens in der Gruppe der G7.

Die führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) steuern auf einen neuen Streit über die Sanierung der maroden Staatsfinanzen zu. Nach der klaren Absage von US-Präsident Barack Obama an einen vorrangigen Schuldenabbau pocht Deutschland weiter auf verbindliche Defizit-Zielvorgaben der G20.

Es sei legitim, wenn die Euro-Zone den Rest der Welt an die bisherigen Vereinbarungen erinnere und sich für weitere Ziele einsetze, hieß es am Mittwoch in Regierungskreisen. Beim Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der G20 an diesem Freitag und Samstag in Moskau würden intensive Diskussionen erwartet.

Im Streit über einen drohenden Währungskrieg hofft die Bundesregierung nach der Erklärung der führenden westlichen Industrieländer (G7) vorerst auf ein Ende der Wechselkursdebatte.

Diese dürfe nicht dazu führen, dass die Staaten Strukturreformen vernachlässigen: „Wir werden weiter darauf drängen, dass wir in der Eurozone, in Europa, aber auch auf globaler Basis weitere Strukturreformen sehen.“ Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte bereits am Dienstag in Brüssel erklärt, dass er davon ausgehe, dass sich die G20-Staaten der G7-Erklärung anschließen.

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