Währungskrise in der Türkei: Erdogan will Zentralbank entmachten

Währungskrise in der Türkei
Erdogan will Zentralbank entmachten

Die drastische Zinserhöhung der Zentralbank sorgt bei türkischen Regierungspolitikern für Unmut. Sie fürchten um Wahlchancen. Laut Medienberichten will die Regierung Erdogan die Regeln für die Zentralbank ändern.
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IstanbulNach der kräftigen Zinsanhebung durch die türkische Zentralbank in dieser Woche will die Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan Presseberichten zufolge die Regeln für die Währungshüter ändern. Per Gesetz solle die Zentralbank verpflichtet werden, künftig vor allem auf die Sicherung des Wirtschaftswachstums zu achten, statt wie bisher dem Kampf gegen die Inflation Priorität einzuräumen, berichteten die regierungsnahe Zeitung „Sabah“ und das unabhängige Blatt „Taraf“ am Freitag übereinstimmend. Erdogan hatte sich öffentlich gegen die Zinsanhebung gewandt.

Die Zentralbank hatte den Leitzins von 7,75 auf 12 Prozent erhöht, um den seit Wochen anhaltenden Kursverfall der Lira zu stoppen. In der regierungsnahen Presse wurde die Entscheidung scharf kritisiert, weil sie das Wirtschaftswachstum bremsen könnte. Die währungspolitischen Turbulenzen in der Türkei dürften auch bei einem Gespräch Erdogans mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am kommenden Dienstag in Berlin zur Sprache kommen.

Erdogan hatte nach der Zentralbankentscheidung von möglichen Maßnahmen seiner Regierung zur Stärkung des Wachstums gesprochen. Den Berichten zufolge plant Erdogans Regierung unter anderem eine Abwrackprämie für Autobesitzer und Steuervorteile für ausländische Investoren. Die laut Presse ebenfalls intern diskutierte Einführung von Kapitalkontrollen, um den Abfluss von ausländischem Kapital zu erschweren, wird es nach Angaben von Finanzminister Mehmet Simsek aber nicht geben.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Bald kommt Erdogan wieder nach Deutschland zu Besuch und dann werden Deutsche Politiker und Gauck ihm wieder fröhlich seine "blutverschmierten Hände schütteln. Wie in Brüssel wird er auch den hier "degenerierten Politikern"
    gleich sagen was Sache ist und die Ströbele,Roth Mißfelder, Trittins,Gabriells außer Merkel werden die Rechtwinkelige Stellung einnehmen und lassen sich wie immer salben. Dieses Land Türkei ist gefährlich und Erdogans Osmanisches Reich ist mit Deutschland schon ziemlich groß. Er ist schlimmer als Putin und Assat und
    man sollte ihn an der Grenze rauswerfen! Wer NPD verbieten will , darf Erdogan nicht unterstützen, denn damit würden Politikem solches Verhalten mit Menschenverachtung auch hier bei uns dulden. Erdogan ist ein Rechter und Rassist.

  • Mit ein Grund warum es in der Türkei rappelt! Wer Embargos umgeht und zudem ohne das US-Petrodollar Kartell handelt bekommt saures! ;-) Man sollte davon ausgehen, daß Erdogan da auch involviert ist, ohne hohe polit. Stützung wäre das nie möglich gewesen:
    etzt ist er festgesetzt:

    "..Riza Sarraf, der jahrelang unbehelligt in einer 72 Millionen USD teuren Villa am Meer bei Istanbul lebte wird beschuldigt der Drahtzieher eines gigantischen Gold-Schmuggels zu sein, nach dessen Ablauf man auch den nächsten James Bond drehen könnte.
    Der 30-jährige iranische Emigrant stieg in der Mafia auf, als er sich immer stärker gegen die Sanktionen auflehnte, die der Westen gegen Iran verhängte. Er sponn ein Netzwerk, das dazu diente, das Verbot des Exports der wichigsten iranischen Produkte zu umgehen: Öl und Gas. Sarraf nutzte Verbindungen im Iran und der Türkei um fast eine Tonne Gold von der Türkei nach Iran zu fahren - und zwar täglich und über 1 1/2 Jahre lang. Das Gold, dessen Gesamtwert zu laufenden Marktpreisen bei 28 Milliarden USD liegen musste, diente der Bezahlung von Gas- und Ölexporten. Da ganze flog am Neujahrestag 2014 auf, als ein Flugzeug, das Gold von Ghana liefern sollte, wegen Nebel statt in Dubai auf einem türkischen Flughafen zwischenlanden musste. Verwundert darüber, dass die Fracht des Flugzeugs nicht deklariert wurde kontrollierten die türkischen Zollbehörden dann das Flugzeug und entdeckten die auf Palletten aufgeschichteten Goldbarren. Sarraf hatte über zwei Wochen lang versucht per Telefon hochrangige Mitarbeiter in den Regierungen zu überreden, das Gold freizugeben - doch da war es schon zu spät. Auch wenn Sarrafs Verteidiger sagt: "Mein Kunde ist unschuldig" - viele Medien und Zeitungen in der Türkei kennen nur noch dieses Thema. Sarraf sitzt nun im Gefängnis - ihm wird Bestechung, Schaffung einer kriminellen Vereinigung, Gold-Schmuggel und Unterschriftenfälschung auf offiziellen Dokumenten vorgeworfen."

  • @RalphFischer

    Achtung, Sarkasmus :-)

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