Währungsreserven Bundesbank will in den chinesischen Yuan investieren

Chinas Bedeutung für die Weltwirtschaft steigt Jahr für Jahr. Die deutsche Notenbank will dieser Entwicklung Rechnung tragen und die chinesische Währung als Reserve halten. Der Yuan steigt auf ein Zwei-Jahres-Hoch.
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Bundesbank will chinesischen Yuan als Reservewährung Quelle: picture alliance/dpa
Yuan

Die chinesische Währung ist auch unter Notenbanken stärker gefragt.

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Peking/FrankfurtRein finanziell ist es wohl nur ein kleiner Schritt, doch er hat große symbolische Bedeutung. Die Deutsche Bundesbank will in die chinesische Währung Yuan, auch Renminbi genannt, als Teil ihrer Währungsreserven investieren. „Es ist kein großer Betrag, aber wir haben uns dazu entschieden, daran teilzuhaben“, sagte Bundesbank-Vorstandsmitglied Andreas Dombret in einem Interview mit Bloomberg TV. Wie viel die Bundesbank investieren will, wollte er nicht sagen. Die Bundesbank habe die Entscheidung für eine Investition in die chinesische Landeswährung im vergangenen Sommer getroffen, aber die angekündigte Investition noch nicht umgesetzt. Dies werde erst nach Abschluss organisatorischer und technischer Vorbereitungen geschehen, sagte eine Sprecherin am Montag.

Mit dem Schritt folgt die Notenbank dem Beispiel der Europäischen Zentralbank (EZB). Für China ist dies ein weiterer Schritt, um den Yuan als weltweite Reservewährung zu etablieren. Die EZB hatte bereits im Juni des vergangenen Jahres angekündigt, dass sie Devisenreserven im Volumen von 500 Millionen Euro in Yuan umgeschichtet habe, um der gewachsenen wirtschaftlichen Bedeutung Chinas Rechnung zu tragen. Auch bei der EZB war der investierte Betrag gering, hatte aber ebenfalls symbolische Bedeutung. Der Anteil des Yuans an den Währungsreserven der EZB liegt damit zunächst bei einem Prozent, die restlichen Anteile verteilen sich auf den US-Dollar (82 Prozent) und den japanischen Yen (17 Prozent). Jüngst hatte EZB-Direktoriumsmitglied Benoit Coeuré weitere Umschichtungen zugunsten des Yuan in Aussicht gestellt.

Zhao Xijun, Finanzprofessor an der Pekinger Volksuniversität, hält den Zeitpunkt für günstig, um die Yuan-Reserven aufzustocken, weil er mit einer Aufwertung rechnet. Die chinesische Landeswährung hatte bereits 2017 um ca. 6,3 Prozent gegenüber dem US Dollar aufgewertet.

Bundesbank-Vorstand Dombret begründete die Entscheidung der Bundesbank damit, dass sie damit dem Beispiel der EZB folge. Man wolle den Markt für chinesische Staatsanleihen besser verstehen lernen. Eine Rolle gespielt habe außerdem, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) den Yuan in den Währungskorb aufgenommen habe. Chinas Währung ist seit Oktober 2016 Teil des Korbs der Sonderziehungsrechte (SZR) des Internationalen Währungsfonds (IWF) und hat dort mit einem Anteil von fast 11 Prozent die drittgrößte Bedeutung. SZR sind eine Kunstwährung, die jedes der 188 Mitgliedsländer in einem bestimmten Umfang erhält.

Noch hängt die Bedeutung des Yuan im internationalen Zahlungsverkehr und als Reservewährung deutlich hinter der wirtschaftlichen Bedeutung Chinas als zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt zurück. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass der Yuan an den US-Dollar gekoppelt ist. Um den Wechselkurs stabil zu halten, ist der Handel mit dem Yuan durch Devisenverkehrskontrollen sehr stark eingeschränkt.

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1 Kommentar zu "Währungsreserven: Bundesbank will in den chinesischen Yuan investieren"

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  • Das ist sehr klug, in China zu investieren, weil die Herrschaften unsere Industrie und auch die der USA dorthin verlagert haben, verspricht es doch noch ein wenig Gewinn. Man kann nur hoffen, daß Herr Trump diesen Mist beendet, sonst werden wir alle Handwerker.

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