Yellen signalisiert Zinserhöhung Die Tür für März ist weit offen

Fed-Chefin Janet Yellen hat eine Zinserhöhung Mitte März signalisiert. Eine Anhebung des US-Leitzinses sei unter gewissen Bedingungen „wahrscheinlich angemessen“. Der starke Aktienmarkt zwingt die Notenbank zum Handeln.
Update: 03.03.2017 - 20:13 Uhr Kommentieren
Eine Zinserhöhung Mitte März ist „wahrscheinlich angemessen“. Quelle: Reuters
Janet Yellen

Eine Zinserhöhung Mitte März ist „wahrscheinlich angemessen“.

(Foto: Reuters)

New YorkMit Spannung hatten die Märkte die Rede von Fed-Chefin Janet Yellen am Freitag erwartet. Zuvor hatten einige Geldpolitiker der US-Notenbank (Fed) bereits Andeutungen gemacht, aus denen die Anleger auf eine schon im März anstehende Zinserhöhung schlossen. Ausschlaggebend war dabei, dass mit Bill Dudley, dem Chef der Fed New York, und der Fed-Gouverneurin Lael Brainard sich zwei als sehr vorsichtig geltende Mitglieder des geldpolitischen Komitees (FOMC) in diese Richtung geäußert hatten.

Janet Yellen lieferte am Freitag in einer Rede die Begründung für den anstehenden Zinsschritt und bestärkte damit die Erwartungen der Ökonomen und Investoren. Sie begründete, die bisherige Geldpolitik habe die Wirtschaft immer noch unterstützt. Weil die Inflation sich dem Ziel von zwei Prozent nähere und der Arbeitsmarkt nahezu Vollbeschäftigung erreicht habe, sagte sie, „sieht das Komitee es jetzt als angemessen an, zu einer neutralen Politik überzugehen“. Von leichter Unterstützung zu neutral: Das dürfte ein Zinsschritt Mitte März um erneut einen Viertel Prozentpunkt sein, auf eine Spanne zwischen 0,75 und 1,0 Prozent.

Yellen mahnte erneut, wenn die Fed zu spät reagiere, sei sie später möglicherweise zu schnellen Zinserhöhungen gezwungen, die unangenehme Folgen für die Wirtschaft haben könnten. Zusätzlich betonte sie aber, die Fed hinke der Entwicklung nicht hinterher. Damit wollte sie offenbar Erwartungen oder Befürchtungen dämpfen, mit der erneuten Zinserhöhung könne die Notenbank insgesamt eine schnellere Gangart anschlagen. Sie wiederholte, drei Zinsschritte im laufenden Jahr dürften angemessen sein.

Yellen analysierte zudem, der neutrale Zinssatz, der die Wirtschaft weder antreibt noch bremst, liege längerfristig wahrscheinlich bei einem Prozent real, also nach Abzug der Inflationsrate. Zurzeit liege dieser Satz aber niedriger, sagte sie. Diese Analyse steht im Einklang mit bisherigen Projektionen, nach denen die Fed ihren Leitzins nach und nach auf rund drei Prozent erhöhen könnte – bei zwei Prozent Inflation entspricht das genau dem realen Zinssatz von einem Prozent.

Die Börse hatte im Vorfeld die wahrscheinlich anstehende Zinserhöhung Mitte März als positives Zeichen gedeutet. Umgekehrt ist nach Meinung einiger Experten, wie etwa des Ökonomen Scott Anderson von der Bank of the West, der starke Aktienmarkt mit ein Grund dafür, dass die Fed nicht länger zögern will. Dahinter steckt die Sorge, auf Dauer niedrige Zinsen könnten zu einer Überhitzung der Kapitalmärkte führen – mit späteren Rückschlägen, die wiederum die reale Wirtschaft beschädigen.

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