Yves Mersch

EZB-Mitglied kritisiert Hilfsmaßnahmen

Innerhalb der EZB nimmt der Widerstand gegen die Hilfsmaßnahmen für die Euro-Krisenländer zu. Nach Jörg Asmussen Kritik an der Zinssenkung geht nun auch das luxemburgische Direktoriumsmitglied Mersch auf Distanz.
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Das luxemburgische EZB-Direktoriumsmitglied Yves Mersch. Quelle: AFP

Das luxemburgische EZB-Direktoriumsmitglied Yves Mersch.

(Foto: AFP)

BerlinIm Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) wächst einem Zeitungsbericht zufolge der Widerstand gegen weitere Hilfsmaßnahmen für die Krisenländer der Euro-Zone. Nachdem sich erst kürzlich Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen gegen die jüngste Zinssenkung der EZB ausgesprochen hat, geht nun offenbar auch Yves Mersch weiter auf Distanz, wie die "Welt" (Mittwochausgabe) vorab unter Berufung auf Notenbankkreise berichtet. Der Luxemburger lehne neue unkonventionelle Maßnahmen der EZB jenseits der klassischen Zinspolitik ab. Mersch sei nicht nur gegen den Aufkauf strukturierter Wertpapiere (ABS) zur Entlastung der Bankbilanzen. Er lehne auch eine weitere Aufweichung des Sicherheitenrahmens für die Banken ab. Die Positionierung der Direktoriumsmitglieder schwäche auch die Position von EZB-Präsident Mario Draghi.


  • rtr
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12 Kommentare zu "Yves Mersch: EZB-Mitglied kritisiert Hilfsmaßnahmen"

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  • Herr Draghi, halten Sie durch! Wenn Rot-Grün die Wahl in Deutschland gewinnt dann kommen Eurobonds! Dann geht es Frankreich, Spanien, Griechenland und all den Anderen wieder gut. Feine Sache.
    Ihre Amtszeit sollten Sie allerdings genießen, denn mit Eurobonds wird Deutschland noch schneller gegen die Wand gefahren und wenn keiner mehr zahlt, wollen die Anderen auch keinen EURO/EU haben. Tja, dann wäre Ihr Job wohl auch hinüber. Gut, dass wenigstens Sie ordentlich verdienen und für alle Zeiten bestens abgesichert sind. Feine Sache.

  • Wer kontrolliert eigentlich die EZB? Die Herren in dieser Zentralbank machen doch schon seit langem, was immer Sie für richtig halten. Mit Geldpolitik hat das nicht mehr viel zu tun und diesbezüglich muss man den Herren zu Gute halten, dass es faktisch nicht möglich ist, für die Eurozone effektiv Geldpolitik zu machen. Jedoch die Einmischungen und Bevorteilungen der EZB durch quasi Fiskalpolitik der EZB zugunsten ineffizienter Wirtschaftsstrukturen und -politiken in den Südstaaten sind völlig kontraproduktiv und vertragswidrig.

    Völlig inakzeptabel ist auch, dass die 80 Millionen plus deutschen Bürger, die ca. 27% an dieser EZB halten über die Bundesbank, gerade einmal (1) eine Stimme mit Jens Weidmann in dem 23 Köpfe zählenden EZB Rat haben. Herrn Assmussen mag ich da gar nicht mitzählen, da dieser für mich nicht die Interessen Deutschlands vertritt. Aber selbst mit Herrn Assmussen hätte Deutschland gerade einmal 8% der Stimmen. Daher folgt EZB repräsentiert nicht alle Bürger Europas gleich!

    Fazit:
    Wer solide wirtschaftet, wird ausgenutzt und benachteiligt. Und weil wir Deutschen dumm sind, lassen wir uns alles gefallen und geben nun auch noch die letzten Sparschweinchen preis für die Utopie des politischen EURO Primats.

    Bedürftige zu speisen, mag im Notfall richtig sein, aber besser ist es, diesen eine Angel zu kaufen, so dass sie selbst fischen gehen können.

    Lasst die Südstaaten doch die Eurozone geordnet verlassen, damit sie wieder auf die Beine kommen können. Der Maastricht Vertrag hätte letztlich ohnehin dazu geführt, hätte man diesen nicht gebrochen.

    Natürlich wird Deutschalnd so oder so viel verlieren durch den EURO, doch es ist an der Zeit die Reissleine zu ziehen und die Verluste zu begrenzen. Das muss in Berlin ankommen.



  • Lustig...so ist das halt, wenn man ein paar Leuten die Möglichkeit der Spekulation einräumt und das Geld mittels Zinsen explodieren lässt!! Kein Mitleid...weder für die Einen, die mitgemacht haben...noch für das verblödete deutsche Volk...jeder bekommt das was er vedient :)

  • @countryman
    Ach was - das hat was mit den Ratten zu tun und dem Schiff, dass bereits langsam sinkt.

  • Es ist doch für die Herren löblich anzumerken, dass sie jetzt auch das merken, was schon lange im Markt ist.

    Offensichtlich ist der öffentliche Druck so stark geworden, dass sie sich jetzt ihrer falschen Handlungsweise schämen.

  • Dass es Meinungsunterschiede im EZB-Rat gibt, ist nichts Neues. Die Rücktritte des früheren Bundesbankpräsidenten Weber und des ehemaligen EZB-Chefökonomen Stark haben dies bereits belegt. Auch der Widerstand des heutigen Bundesbankpräsidenten Weidmann gegenüber unbegrenzten Anleihekäufen durch das Eurosystem ist bekannt. Dennoch sind Meinungsunterschiede im EZB-Direktorium von einer neuen Qualität. Sie zeigen, dass in diesem Gremium offenbar langsam wachsende Zweifel an Angemessenheit und Richtigkeit des EZB-Kurses aufkommen. Die Konstruktionsmängel des Euros und die Handlungsdefizite der Politik lassen sich nicht mit einer exzessiven Geldpolitik und immer neu konstruierten Sonderhilfsprogrammen dauerhaft übertünchen. Die Lage in der Eurozone ist nur scheinbar beruhigt. Nach 6 Quartalen Rezession (bzw Stagnation) und wachsender Arbeitslosigkeit ist klar, dass die bisherige Rettungsstrategie an ihre Grenzen gestossen ist und scheitern wird.

  • Ja, man sollte wirklich nicht die naive Hoffnung haben, dass nach so vielen Jahren Euro unter unseren Politikern, nach den Wahlen mit dieser Mannschaft ploetzlich alles besser wird. Dies waere EXTREM naiv, peinlich naiv. Ob die AfD die Loesung bringen wird, bleibt zu hoffen.

    Irgendwann muss man sich von den Tatsachen leiten lassen und nicht von vielleicht truegerischer Hoffnung. Am Ende gewinnt die Wirklichkeit ohnehin. Aber die koennten wir vielleicht bei den naechsten Wahlen noch beeinflussen - hoffentlich.

  • Der Widerstand wächst
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    Die EZB (Europas größte Bad Bank) flutet die TEurozone mit Billionen und kauft unbegrenzt Schrottpapiere auf.
    Sie verschleiert das hinter solchen Begriffen wie:
    ■ ELA
    ■ LTRO
    ■ ABS
    ■ OMT
    ■ STEP

    Hierbei handelt sie entgegen ihrer Statuten und betreibt Staatsfinanierung. Das ist ihr zwar verboten, aber das stört Goldman Sachs-Draghila nicht.

  • Nachdem die EZB mit ihren vielfältigen Instrumentarien (es kommen immer neue dazu) seit mehreren Jahren verbotene Staaatsfinanzierung betreibt und zur bad Bank mutierte, muss zur Ehrenrettung oder damit die Fassade der "Unabhängigkeit" aufrechterhalten bleibt, noch eine Kritik-Stimme kommen.
    Ändern wird das nichts an OMT, ELA, Target2, STEP, Runterschrauben der Sicherheiten auf Null..., weil der Euro (stupide und naiv (eingeführt)) nur so noch einige Zeit am Leben erhalten werden kann.

  • Zitat: “… klagt jedes neunte kleine und mittelgroße Unternehmen der Euro-Zone darüber, keinen Zugang zu Bank-Krediten zu haben.” Da haben wir es also schwarz auf weiss. So sieht doch keine Kreditklemme aus, wenn gerade mal 11% keine Kredite bekommen. Da sollte man ausserdem mal untersuchen, wieviele der jammernden Unternehmen ueberhaupt kreditfaehig sind. Diese angebliche Kreditklemme ist ein Vorwand fuer weitere Geldfluten zugunsten klammer Staaten. Und Schaeubles KfW Vorschlag ist einfach absurd, aus wirtschaftlichen wie auch rechtlichen Gruenden. Man fragt sich wirklich ob der Mann ueberhaupt weiss von was er redet, denn dieser Schwachsinn hilft ja nun ueberhaupt niemandem, weder den Unternehmen noch den klammen Staaten.

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