Zinserhöhungs-Debatte
Was will die US-Notenbank?

Die Debatte um die Zinserhöhung in den USA nimmt skurrile Formen an: Zwei Notenbanker der Federal Reserve stellen auf einer Konferenz in China ihre komplett gegensätzlichen Meinungen vor.

PekingDie Zentralbank werde wohl ihre Ziele bei Inflation und Arbeitslosigkeit bald erreichen, sagte der Präsident der Fed von Boston, Eric Rosengren auf einer Veranstaltung in China. Daher solle sie erwägen, den Leitzins in mehreren Schritten rasch zu erhöhen. Rosengren, der in diesem Jahr stimmberechtigt im geldpolitischen Ausschuss der Fed ist, befürchtet angesichts der kräftig steigenden Preise für Gewerbeimmobilien, dass Investoren zu hohe Risiken eingehen. Das könnte bei einem neuerlichen Konjunktureinbruch zu einem Problem für die Wirtschaft werden, warnte er.

Rosengren favorisierte lange niedrige Zinsen favorisiert, hat seine Meinung aber aufgrund der stabilen Finanzdaten und einer Arbeitslosigkeit von derzeit 4,9 Prozent geändert.

Der Chef der Fed von Chicago, Charles Evans, sieht dagegen kaum Gründe, die Zinsen rasch und stark zu erhöhen. Er sei immer mehr davon überzeugt, dass das Wachstum in den USA dauerhaft nachgelassen habe, sagte er ebenfalls in China. Die Erwartungen eines geringen Wachstums seien inzwischen bei den Firmen so sehr verankert, dass selbst dann die langfristigen Zinsen nicht zulegen dürften, wenn die Fed auf einen Anstieg der Inflation mit einem raschen Zinsschritt reagieren müsse.

Evans gehört zu den geldpolitischen Tauben und setzt sich für eine lockere Geldpolitik ein. Er ist in diesem Jahr im geldpolitischen Ausschuss der Fed nicht stimmberechtigt.

Fed-Chefin Janet Yellen hatte in einer Rede am Freitag zwar die Tür für eine Zinsanhebung weit aufgestoßen, den Zeitpunkt aber offengelassen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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