Zinspolitik
Schweizer Notenbank hält wohl noch länger die Füße still

Die Negativzinsen bleiben: Die Schweizer Nationalbank will wohl vorerst an ihren ultra-tiefen Zinsen festhalten. Das macht den Franken unattraktiv für Investoren. Eine Änderung könnte die Zinspolitik der EZB bringen.
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ZürichDie Schweizerische Nationalbank (SNB) dürfte auf absehbare Zeit an ihren ultra-tiefen Zinsen festhalten. Einer am Donnerstag veröffentlichten Reuters-Umfrage zufolge erwarten sämtliche der 28 befragten Experten, dass die Währungshüter bei ihrer Lagebeurteilung am kommenden Donnerstag den Leitzins unverändert in der Spanne zwischen minus 1,25 und minus 0,25 Prozent lassen. Die meisten Experten gehen davon aus, dass die SNB erst dann ihre Zinsen erhöht, wenn die Europäische Zentralbank (EZB) von ihrer ultra-lockeren Geldpolitik abrückt.

„Unserer Meinung nach werden die Zinsen in der Schweiz sehr lange sehr tief bleiben“, sagte Chefökonom Gero Jung vom Vermögensverwalter Mirabaud. Der stellvertretende Investmentchef der Privatbank Edmond de Rothschild, Gilles Prince, ist ähnlicher Meinung: „Ich denke, dass die SNB nur handelt, wenn die EZB ihre Zinsen anhebt - und das ist für 2018 nicht zu erwarten.“

Die SNB hat die Negativzinsen eingeführt, um den Franken für Investoren möglichst unattraktiv zu machen. Denn dieser gilt als sicherer Hafen und ist daher bei Krisen besonders gefragt. Doch ein starker Franken macht Schweizer Waren im Ausland teuer und bremst so die Wirtschaft. Um Höhenflüge der Währung an turbulenten Börsentagen zu verhindern, interveniert die Notenbank bei Bedarf auch am Devisenmarkt.

Das musste sie jedoch seit dem Sommer nicht mehr tun: Denn der Franken hat sich im Vergleich zur wichtigsten Exportwährung Euro merklich abgeschwächt. Am Donnerstag kostete ein Euro rund 1,17 Franken. Zu Jahresbeginn waren es noch 1,07 Franken. Nach Einschätzung der Experten dürften die Währungshüter auch an ihrer im September neu eingeführten Sprachregelung festhalten und den Franken unverändert als "hoch bewertet" bezeichnen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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