Zyperns Zentralbank
Nikosia kritisiert Geldwäsche-Bericht der Troika

Eine vertrauliche Studie, die den Geldwäsche-Kampf auf Zypern als mangelhaft einstuft, sorgt für Furore. Zyperns Zentralbank sieht diese als falsch interpretiert und kritisiert einen Bericht der Geldgeber-Troika scharf.
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NikosiaZentralbank und Regierung der Mittelmeerinsel Zypern haben einen Bericht der Geldgeber-Troika zur Bekämpfung der Geldwäsche in Zypern scharf kritisiert. Die Kontrolleure der Troika hätten eine vertrauliche Studie falsch interpretiert. „Die Zusammenfassung des Dokuments gibt keine Übersicht der wichtigsten Befunde des Berichtes“, heißt es in einer Erklärung der Zentralbank, die am Freitag in der zyprischen Presse veröffentlicht wurde.

Dabei kämen die Experten der Troika auf Schlüsse, die es in dem Bericht gar nicht gebe. Ergebnis: Die internationale Presse sei zu falschen und verzerrten Schlussfolgerungen gekommen, hieß es weiter. Dieser Ansicht ist auch die Regierung, wie ein Mitarbeiter des Finanzministeriums der Nachrichtenagentur dpa sagte. „Jedes Problem, das es im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Geldwäsche gibt, wird sofort beseitigt“, hieß es.

In der vertraulichen Studie, die in mehreren zyprischen Medien vergangene Woche erschien, wird der Kampf gegen die Geldwäsche auf Zypern als mangelhaft eingestuft. Den Bericht sollen die Experten der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB), die die Fortschritte des zyprischen Spar- und Reformprogramms kontrollieren, den Finanzministern der Eurogruppe am 10. Mai vorgelegt haben.

Unter anderem wird darin festgestellt, dass die Gesetze zwar vorhanden seien, die Banken aber nicht ausreichend kontrollierten, wer hinter verdächtigen Konten stecke, heißt es im Bericht.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Auf Zypern hat sich die organisierte Kriminalität das Staatswesen auf den Leib geschneidert

    Im Resultat ist der zyprische Staat ein reiner Betrugsdienstleister, unfähig Verträge einzuhalten.

  • Der Tatbeitrag Zyperns geht weit hinaus über Geldwäsche - Zypern vermarktet die Betrugsinfrastruktur die Illegale Gewinne überhaupt erst ermöglicht.
    Erinnert sei an die Razzia im Kloster Vatopedi auf dem Berg Athos. Von den Mönchen bis zum Abt waren die Kirchenmänner beteiligt an einem 100 Millionen-€-Betrug zu Lasten des griechischen Volkes. Tatbeteiligt auch 2 Minister der (damaligen) Regierung Kostas Karamanlis. Eine Schiebung um 260 staatl. Liegenschaften.
    Zypern stellte dabei die verdunkelnde Briefkasteninfrastruktur, die Verbriefungsbetrug und anonyme Begünstigung erst ermöglicht.
    Doch nicht nur Griechenlands Diebeseliten werden von Zypern tat-unterstützt. Auch russische Abgabenbetrüger können auf die Strohmann- und Betrugskultur Zyperns bauen.
    Zypern ist auf dem "Fest Europa" wie ein schlechter Gast, der alle eingeräumten EU-Freiheiten nur dazu nutzt, die übrigen Gäste komfortabel zu bestehlen.

  • Die Kontrolleure der Troika hätten eine vertrauliche Studie falsch interpretiert.
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    Sicher, sie haben mal wieder falsch interpretiert. Wie bereits die Zahlen, die zum Euro-Beitritt von Zypern geliefert wurden, ebenfalls falsch interpretiert wurden. Wären sie nämlich richtig interpretiert worden, wäre Zypern -wie auch Griechenland- niemals Euro-Mitglied geworden!

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