Etwa eine Milliarde Euro haben die Schweizer für 86 Prozent der AWD
-Aktien hingeblättert. Jeder der 6 400 AWD
-Berater ist somit 150 000 Euro wert. Wenn da wie zuletzt Hunderte zur Konkurrenz überlaufen, bedeutet das schnell einen Schaden in zweistelliger Millionenhöhe.
Dagegen hilft nur Geld, entweder um die alten Hasen zu halten oder um neue Vermittler einzukaufen. In einer Zeit, in der Aktienanlagen wegen der Finanzkrise nicht gefragt sind, tun solche Investitionen besonders weh. Kein Wunder also, dass Analysten für 2008 schon Böses ahnen.
Swiss Life
ist in eine Falle gelaufen. Aus heutiger Sicht hat sie nicht nur ein paar hundert Millionen Euro zu viel für AWD
bezahlt. Sie muss auch damit rechnen, dass sich ihr Investment in den nächsten Jahren extrem schlecht verzinst. Das liegt nicht zuletzt an AWD
-Chef Carsten Maschmeyer selbst. In der Finanzbranche wundern sich viele, warum er so auf der angeblichen Unabhängigkeit seiner Berater bei der Empfehlung von Produkten beharrt. Jeder weiß, dass er das meiste Geschäft mit relativ wenigen Partnern macht.
Einer davon will Swiss Life
sein. Maschmeyer erschwert das den Schweizern aber. Sie stehen am Anfang eines Marathonlaufs mit ungewissem Ausgang und können schon froh sein, wenn sie überhaupt von AWD
-Beratern empfohlen werden.
Dass den Schweizern die Ausgabefreudigkeit des AWD
-Chefs missfällt, ist klar. Doch sie haben wenig Mittel gegen den Gründer. Ohne den AWD
-Einpeitscher geht es vorerst nicht. Andernfalls drohte ein noch stärkerer Beraterschwund. Swiss Life
muss Maschmeyer nun ein Korsett schmackhaft machen, in das dieser bislang nicht hineinwill.
