Hat der Newcomer Erfolg mit seiner Attacke, dann werden die Marktanteile in der europäischen Börsenlandschaft neu verteilt. Die Chancen des Projekts mit dem sperrigen Namen stehen ausgezeichnet, wird es doch von neun führenden Investmentbanken vorangetrieben, darunter alle Platzhirsche der Branche von Goldman Sachs bis zur Deutschen Bank
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Erstes Ziel der Rebellen gegen das Börsenestablishment sind niedrigere Handelskosten, aber es geht auch um Innovation und um schnellere und verlässlichere Technik. Das alles muss Project Turquoise noch nicht einmal selbst bieten, es reicht, wenn der neue Konkurrent so viel Druck auf die Börsen ausübt, dass die ihre Gebühren senken und das Innovationstempo erhöhen. Dieser Prozess hat bereits begonnen, auch wenn die etablierten Börsen noch versuchen, das Problem kleinzureden - vor allem mit dem Argument, dass sich jetzt zwar mehr hungrige Mäuler um den Kuchen streiten, der werde dafür aber auch immer größer.
Doch die Machtverhältnisse verschieben sich, und sie verschieben sich schnell. Das beweist der Erfolg von Chi-X, einer anderen alternativen Plattform, die bereits vor 14 Monaten an den Start ging. Chi-X konnte sich rasant Marktanteile sichern. In den vergangenen Tagen wurde teilweise schon jede fünfte Aktie aus dem britischen FTSE-100-Index über das neue System gehandelt. Sollten die Marktführer Londoner Börse und Deutsche Börse
noch Zweifel am Ernst der Lage haben, dann würde sich ein Blick auf den eigenen Börsenkurs lohnen: Beide Aktien haben seit Jahresbeginn rund die Hälfte ihres Werts verloren.Die Investoren haben sich ihre Meinung offenbar bereits gebildet.
