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07.09.2008 
US-Finanzkrise

Schluss mit Laisser-faire

von Rolf Benders

Die globale Finanzkrise ist mit der Verstaatlichung der beiden Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac wieder an ihrem Ausgangspunkt angekommen: der US- Politik.

Sicher, die Banken in den USA haben im Immobilienboom der vergangenen Jahre nahezu bedenkenlos Kredit vergeben, ohne nach Sicherheiten zu fragen. Das Management von Freddie und Fannie hat die bestehenden Staatsgarantien dazu genutzt, sich wie ein Hedge-Fonds aufzuführen. Korrekt ist auch, dass die Investmentbanken jeden noch so mauen Kredit in Derivate verpackt, ein Rating dafür gekauft und in alle Welt weiterverscherbelt haben. Alle haben auf endlos steigende Immobilienpreise in den USA gewettet, und jeder in dieser Kreditverwertungskette hätte wissen müssen, dass das irgendwann im Desaster endet.

Aber die wirklich Verantwortlichen sitzen oder saßen in den Regierungen und Parlamenten der USA. Statt ihrer Aufsichtspflicht bei Fannie und Freddie gerecht zu werden und die Schutzfunktion für Sparer, Häuslebauer und Steuerzahler wahrzunehmen, haben sie im Interesse der Bankenlobby dereguliert und weggeschaut.

Erstaunlich: Denn wenn es um Investitionen ausländischer Fonds geht, gilt die Finanzbranche als eine Ausnahme vom Mantra der freien Marktwirtschaft. Um die Gewinne der in Wahlkämpfen spendablen Großbanken nicht zu gefährden, wurde diese Erkenntnis bei der Regulierung geflissentlich ausgeblendet.

Der Dumme ist mal wieder der Steuerzahler. Bereits jetzt ist absehbar, dass ihn die Rettung des Systems Milliarden Dollar kosten wird. Hoffentlich lernt er - im Interesse des globalen Finanzsystems - daraus für die Präsidentschaftswahlen. Denn von den "Laisser-faire-Advokaten" bei den Republikanern ist kein Systemwechsel bei der Bankenaufsicht zu erwarten.

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