Er macht sich zunutze, dass die Käufer in China keine bessere Alternative haben. Es gibt zwar billigere Konkurrenten in Brasilien, aber dafür ist der Transport von dort aus erheblich teurer.
Weltmarktführer BHP
Billiton will seinen asiatischen Kunden noch höhere Preise abpressen. Das könnte sogar gelingen. Denn die Alternative, sich künftig auf stark schwankenden Spotmärkten eindecken zu müssen, wird den Stahlkonzernen in Fernost erst recht den Angstschweiß auf die Stirn treiben.
Wer will es den Bergbauriesen verdenken, dass sie den Superzyklus nutzen und die Abnehmer melken, solange es geht? Die Gefahr ist die gleiche, die den Ölscheichs gelegentlich Sorge bereitet: Sie könnten die industrielle Aufholjagd der bevölkerungsreichen Schwellenländer abwürgen und sich damit die Nachfrage ruinieren. Doch die Macht der Rohstoffriesen ist so groß, dass sie mit Minenstilllegungen und einer Verzögerung von Investitionsvorhaben das Angebot anpassen könnten.
Das spricht dafür, dass uns hohe Rohstoffpreise auf längere Sicht erhalten bleiben. Sie werden weltweit die Inflationsraten antreiben und die Kaufkraft schmälern. Vor diesem Hintergrund sollten sich die Wettbewerbsbehörden die vorgeschlagene Übernahme von Rio Tinto
durch BHP
Billiton sehr genau anschauen. Eine weitere Machtkonzentration der Minenriesen ist nicht wünschenswert. Die Frage ist nur, ob etwa die Europäische Kommission sie verhindern kann. Schließlich liefern die beiden Konzerne zum Beispiel Eisenerz kaum nach Europa. Sie haben in Asien genug Nachfrage.
