Adlershof
Technologiepark sucht Mieter

Das Interesse der Immobilieninvestoren am Technologiepark Adlershof in Berlin war gering. Jetzt setzt man auf kleinere Gewerbebetriebe.

HB BERLIN. In der Welt der Naturwissenschaften hat der Name Adlershof einen guten Klang. Dort, wo schon zu DDR-Zeiten zahlreiche Institute der Akademie der Wissenschaften angesiedelt waren, hat sich in den Jahren seit der Wende ein Mikrokosmos aus Universitätsinstituten, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und technologieorientierten Kleinunternehmen entwickelt, dessen Innovationen in Fachkreisen weite Beachtung finden.

Das Interesse der Immobilieninvestoren allerdings war lange deutlich geringer als das Innovationspotenzial der auf dem Areal ansässigen Betriebe. Jene Großunternehmen, die Politiker in der Aufbruchstimmung der neunziger Jahre in die so genannte Stadt für Wissenschaft, Wirtschaft und Medien locken wollten, blieben aus, und die städtebaulichen Pläne, die eine dichte Blockrandbebauung vorsahen, ließen sich nicht in die Tat umsetzen. Deshalb verfolgt die Adlershof Projekt GmbH, die als treuhänderischer Entwicklungsträger im Auftrag des Landes Berlin mit der Erschließung und Vermarktung des Areals betraut ist, jetzt eine andere Strategie: Sie setzt auf kleinere Gewerbebetriebe, die von den Synergien mit den bestehenden Forschungseinrichtungen und Technologieunternehmen profitieren wollen.

„Ergänzungsbranchen rund um die Technologie“ schweben Gerhard W. Steindorf, dem Geschäftsführer der Adlershof Projekt GmbH, vor. Dabei denkt er insbesondere an die Logistik – allerdings nicht an große Verteilzentren, sondern an kleinere, auf die spezifischen Bedürfnisse der ansässigen Betriebe ausgerichtete Dienstleister. Diese bauen, wie Steindorf beobachtet hat, in der Regel nicht selbst, sondern suchen Mietflächen. Weil aber gerade Logistiker ihre Flächen kurzfristig beziehen wollen, ist Steindorf „mit einer guten Hand voll Investoren“ im Gespräch, die sich überlegen, auf Vorrat kleinere Gewerbeparks mit Logistik- und Büroflächen sowie Produktionshallen zu errichten. Seit einiger Zeit indes verspürt Steindorf eine größere Investitionsbereitschaft, und er führt dies hauptsächlich auf die verbesserte Verkehrsanbindung zurück. Seit vergangenem September nämlich verfügt Adlershof über einen eigenen Autobahnanschluss. Große Hoffnungen setzt der Geschäftsführer zudem in den geplanten Großflughafen Berlin Brandenburg International in Schönefeld: Wenn dieser tatsächlich gebaut werde, komme Adlershof endgültig weg von seinem Ruf, weit außerhalb des Zentrums zu liegen.

Noch aber ist Adlershof „für den normalen Immobilienmann zu weit draußen“, sagt Ingo Spangenberg, Geschäftsführer beim Immobilienberatungsunternehmen Savills in Berlin. Wer sich das auf dem Areal Entstandene anschaue, sei meist beeindruckt; aber nur wenige wüssten überhaupt, was sich dort entwickelt habe.

Grundsätzlich sieht Spangenberg Adlershof „immer noch und immer mehr als Technologiestandort“, der seine Attraktivität aus den Synergieeffekten mit der Humboldt-Universität und den Fernsehstudios beziehe. Reine Büroprojekte dagegen hätten es in Adlershof schwer.

Das hält die in Hamburg ansässige Europa-Center AG jedoch nicht davon ab, einen rund 50 Millionen Euro teuren Bürokomplex mit insgesamt 25 000 Quadratmeter Mietfläche zu planen. „Adlershof ist der ideale Standort für innovative Unternehmen“, begründet Uwe Suhr, Vorstandsvorsitzender der Europa-Center AG, die Wahl des Standorts. Mit den Arbeiten am ersten Bauabschnitt will das Unternehmen noch in diesem Jahr beginnen – selbst dann, wenn noch keine Mieter feststehen. Die weiteren beiden Bauabschnitte sollen dann nutzerorientiert folgen.

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