Aktien von Immobilienentwicklern stürzen ab
Japan steckt in der Immobilienkrise

Fallende Bodenpreise und sinkende Büromieten bringen jetzt auch Japans Immobilienbranche in Bedrängnis. Die Aktienkurse von Immobilienentwicklern stürzen täglich weiter ab, nachdem mehrere Spieler insolvent geworden sind.

TOKIO. Auch die Notierungen von Real Estate Investment Trusts (Reits) erreichen immer neue Tiefs. Reits sind steuerbegünstigte Immobiliengesellschaften, die ihren gesamten Gewinn ausschütten. "Das Geschäftsumfeld für Unternehmen, die Immobilien verbriefen oder zur Geldanlage verwalten, hat sich rapide verschlechtert", sagt Analyst Tomohiro Araki von Nomura Equity Research. Die fallenden Bewertungen ihrer Beteiligungen bedeuteten eine ernste Gefahr für diese Firmen.

Der Reit-Index der Tokioter Börse hat seit Jahresbeginn 35 Prozent verloren. Vor der Quartalszahlsaison im September werden sich japanische Finanzdienstleister von weiteren Reit-Anteilen trennen und die Kurse weiter nach unten treiben, prophezeien Analysten. Ausländische Investoren haben sich im Jahresverlauf bereits im großen Stil verabschiedet. Wegen der US-Kreditmarktkrise brauchten sie Geld. Zudem ließen die sinkenden japanischen Immobilienpreise Reit-Anlagen zunehmend unattraktiv erscheinen.

Auch Aktien aus der Immobilienbranche rauschen derzeit durchweg nach unten: Das Papier des Mietwohnungsanbieters The Japan General Estate Co. verlor in den vergangenen drei Monaten 75 Prozent. Im gestrigen Handel allein fiel das Papier des landesgrößten Immobilienverwalters Misui Fudosan um 1,5 Prozent nach deutlichen Verlusten in den vergangenen Wochen. "Sorgen um eine Kreditklemme und der abkühlende Immobilienmarkt lösen weiterhin Verkäufe von Immobilienaktien aus", sagt Analyst Yoji Otani von der Credit Suisse. In diesem Jahr eröffneten bereits neun große Unternehmen aus der Immobilienbranche ein Insolvenzverfahren. Damit kommen drei Viertel aller Problemkandidaten des Premiumsegments der Börse aus dieser Branche.

Analystin Junko Miyakawa von der Shinsei-Bank warnt Investoren besonders vor den Neueinsteigern der Branche: "Die jüngeren Unternehmen versuchen derzeit, ihre Schuldensituation zu verbessern. Das dürfte jedoch schwer werden." Sie bezieht sich auf The Japan General Estate, Es-Con Japan, Takara Leben und Atrium, die alle nach 2001 gegründet wurden. Bereits vier Konkurrenten sind insolvent.

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