Aktuelle Rechtssprechung
Immobilienrecht: Bloß nicht verschätzen

Wenn der gerichtlich bestellte Sachverständige in einem Zwangsvollstreckungsverfahren fälschlicherweise einen zu hohen Wert ermittelt, kann der Ersteigerer von ihm Schadenersatz verlangen. So urteilten die Richter des BGH.

MECKENBEUREN. Wenn der gerichtlich bestellte Sachverständige in einem Zwangsvollstreckungsverfahren fälschlicherweise einen zu hohen Wert ermittelt, kann der Ersteigerer von ihm Schadenersatz verlangen. So urteilten die Richter des BGH. „Das Gericht geht zugunsten des Klägers davon aus, dass der Ersteigerer bei korrekter Festsetzung des Verkehrswertes den Zuschlag zu einem niedrigeren Preisgebot erhalten hätte“, erläutert Rechtsanwältin Ricarda Breiholdt. Das wird für die Sachverständigen lästig, aber oft nicht teuer werden, meint die Hamburger Anwältin. Breiholdt: „Die Beweislast für den Schaden liegt beim Ersteigerer. Oft wird deshalb gar kein oder nur ein geringer Schadenersatzanspruch festzustellen sein. Immobilienmakler Peter Landmann, der seit vielen Jahren ständig als öffentlich bestellter Sachverständiger tätig ist, kritisiert das Urteil als „völlig weltfremd“ und rät seinen Kollegen: „Sachverständige sollten in ihrem selbstverständlichen Bemühen, korrekte Wertermittlungen anzustellen, nicht nachlassen.“ Den Bietern bei Zwangsversteigerungen rät Rechtsanwalt Hendrik Maroldt von der Kanzlei Gleiss Lutz, ihre eigenen Überlegungen beim Gebot und das Bietverhalten anderer Bieter im Versteigerungstermin „nachvollziehbar zu dokumentieren“.

Fazit: Ob sich die Klage gegen ein Wertgutachten in der Zwangsversteigerung lohnt, hängt von der Höhe des Schadens ab.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%