Aktuelle Studie

Wo die Immobilienpreise explodieren

Die Deutschen reißen sich geradezu um Immobilien. Doch eine aktuelle Studie des DIW sollte Investoren und Häuslebauer misstrauisch stimmen. Denn in Großstädten gibt es erste Anzeichen für eine Preisblase.
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München im Abendlicht: Die Isarmetropole bleibt die teuerste Stadt der Republik. Quelle: dpa

München im Abendlicht: Die Isarmetropole bleibt die teuerste Stadt der Republik.

(Foto: dpa)

Bislang haben Immobilienkäufer alles richtig gemacht. Mieten und Preise steigen, die Zinsen sind so niedrig wie niemals zuvor und die Wahrscheinlichkeit höherer Inflationsraten steigt. Eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung für 25 Städte zeigt, dass die Preise für 25 deutsche Großstädte in den vergangenen fünf Jahren um jährlich 6,5 Prozent gestiegen sind. Die Mieten stiegen jährlich um 1,8 Prozent.

Die DIW-Studie basiert auf Angebotspreisen des Immobilienportals Immobilienscout 24. Das Handelsblatt arbeitet ebenfalls mit dem Immobilienportal bei Preisprognosen zusammen. Auch Studien von verschiedenen Marktforschungsunternehmen wie Empirica oder Bulwien oder dem Verband der Pfandbriefbanken haben bereits steigende Immobilienpreise ermittelt.

„Die Miet- und Kaufpreise haben sich sehr unterschiedlich entwickelt“. Sagt Konstantin Kholodilin, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim DIW. In den Jahren 2007 bis 2010 stiegen die Mieten noch stärker als die Kaufpreise. Dann änderte sich der Markt. „Ab Ende 2010 überholen die Kaufpreise die Mieten und steigen immer schneller an“, sagt Kholodilin.

Vor allem die Metropolen boomen. Ein Blick auf die Preissteigerungen zeigt, wie dramatisch sich der Markt entwickelt hat. Die Preise für eine Eigentumswohnung in Hamburg stiegen seit 2007 im Schnitt um knapp 50 Prozent, in Berlin sogar um 73 Prozent. In Frankfurt und Nürnberg stiegen die Preise um 28 Prozent, in Düsseldorf um 26 Prozent. Es gibt aber auch Verlierer der Preisrally. In zehn strukturschwachen Städten, darunter Dortmund, Duisburg und Wuppertal - stagnierten die Preise oder sanken.

Die Aussichten für Käufer seien laut DIW in den Metropolen gut. In Berlin, Augsburg, Hamburg, München, Dresden und Nürnberg könnten die Wohnungspreise im nächsten Jahr sogar um mehr als zehn Prozent zulegen. Für 19 der 25 untersuchten Städte rechnet das DIW mit steigenden Preisen. Das Ruhrgebiet muss dagegen mit stagnierenden Preisen rechnen. „Der Preisanstieg lässt sich zu einem großen Teil mit der Geldpolitik der Zentralbank erklären“, sagt Kholodilin. „Die Zinssätze wurden stark reduziert, das treibt die Preise“. Die Unsicherheit über die Entwicklung im Euroraum begünstige die Flucht in Sachwerte. Zudem werde in immer mehr Großstädten Wohnraum knapp.

Wo sich die Preisblase aufbläht
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17 Kommentare zu "Aktuelle Studie: Wo die Immobilienpreise explodieren"

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  • ja, aber da kann später meine tochter nicht drin wohnen oder wir, wenn wir alt & krabbelig sind.

    glaubt wirklich irgendjemand, dass in beliebter innenstadtlage - zum beispiel in frankfurt - die mieten in absehbarer zeit fallen werden? in städten wir schweinfurt (mit sinkendem arbeitsplatzangebot) oder wiesbaden (mit abzug der us armee) vielleicht.

    ok, ich habe jetzt angst und kaufe noch schnell ein paar aktien (machen alle anderen ja auch), schließe riester/rürup ab und noch ein paar weitere versicherungsprodukte gegen altersarmut.

  • Wie werden diese Preisspiegel eigentlich ermittelt?? Momentan stellt jeder D* seine Immobilie in´s Netz - mit MONDPREISEN, wel er ja "gehört" hat (oder jeden Tag gelesen) dass Immobilien ja so unglaublich viel teurer sind. Und dann wundern sie sich, dass sie keinen Käufer finden, es noch nicht mal Interessenten gibt...und der Internet-Marktplatz-Surfer denkt Wahnsinn sind die Preise gestiegen...es gibt keine Blase in 98% von Deutschland

  • Ja, in den begehrten Stadtteilen wird der Wohnraum begehrter. Urbanes Stadtleben ist wieder modern. Viele, die es sich leisten können, kaufen Eigentum und treiben dadurch die Preise. Doch das sind eher Momentaufnahmen, die letztendlich erst seit 3 oder 4 Jahren mit den niedrigen Zinsen zur Geltung kommen. Eine Preisblase ist mit Ausnahme von wenigen Hip-Vierteln nicht zu erkennen. Die meisten Immobilien werden mit äußerst langfristigen Krediten finanziert. Es steht nicht zu befürchten, dass die Schuldner diese nicht mehr bedienen können. Auch steigen die Mieten endlich nach langem Stillstand wieder, so dass eine bessere Refinanzierung von Vermietimmobilien gewährleistet ist. Die zu erwartende Inflation mit Bick auf das Euro-Desaster könnte zusätzlich Entlastung bringen. Immobilien sind deshalb auch weiterhin ein klarer Kauf.

  • Gäääääähn

    Dem HB fällt auch nix neues mehr ein.

  • Der Spiegel-Artikel beschreibt doch nicht das Gegenteil, sondern einen komplementären Effekt. Ballungsgebiet ist halt nicht Vorort.

    Die bald höheren Zinsen werden einige Investoren ganz schön auf die Nase fallen lassen. Selbstverständlich bildet sich da eine Blase. Das ist auch niemandem wirklich neu, nur dem Handelbsblatt womöglich.

  • Will man mit steigenden Mieten am Potsdamer Platz in Berlin DIE Mieten und Kaufpreise in Deutschland erklären? So ein inhaltsloser Artikel. Lieber HB, lassen sie mal Marktkenner die Artikel schreiben.

  • Wann und um wieviel wurde denn die Miete das letzte Mal davor erhöht?

  • Rendite?

    Rechnet man von der Jahreskaltmiete nochmal 20% fuer Kosten und Rücklagen weg, sind wir beim "25fachen der Jahresmiete" (ich nehm mal Kaltmiete an) bei 3,2% Rendite.

    Nee Danke, da liefert jeder Dividenden-ETF mehr und macht weniger Streß.

  • Salipult,

    Ich mache mir ehrlich Gedanken über halten oder verkaufen und über den optimalen Zeitpunkt.
    Das lohnt sich nicht für jeden, man sollte ein paar Immobilien schon besitzen, bevor man sich solche Gedanken macht.

  • 1. ausgewertet wurden angebotspreise in einem internetportal - wie oft kommt es vor, dass jemand den dort inserierten preis wirklich bezahlt?
    2. in berlin waren die preise für etw von ca. 1997 - 2005 um rd. 60-70% gefallen, wer damals gekauft hat, ist heute trotz des starken anstiegs noch nicht wieder beim einstand.
    3. nach der studie sind die preissteigerungen nicht durch steigende mieten gedeckt - meine miete (bestand bei städtischer wohnungsgesellschaft, mittlere zentrumsnahe lage, sanierter plattenbau) wird gerade um 10% von eur 6,00 auf eur 6,68 netto kalt erhöht).
    4. wohnungssuche innerhalb des s-bahn rings mangels angebot nahezu aussichtslos - besserung nicht in sicht.

    frage an die autoren der studie: wo ist hier was von blase zu erkennen???

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